So würde ich 10.000 Euro JETZT investieren | 3 Strategien

Du möchtest eine Summe wie 10.000, 15.000 oder 20.000 Euro investieren? Dann bist du hier genau richtig. Heute spreche ich über das Thema, wie man 10.000 Euro am besten anlegen kann.

Jeder Anleger tickt anders. Manche möchten mehr Risiko eingehen, andere weniger. Deshalb habe ich dir jeweils eine Strategie zu diesen drei Risikoklassen vorbereitet:

  • konservativ
  • ausgewogen
  • spekulativ

Als Bonus erzähle ich dir am Schluss, welche der drei Strategien ich bevorzuge.

In diesem Ratgeber möchte ich über die aktuelle Situation sprechen. Es geht mir nicht um allgemeine Strategien, die für 2020, 2030 oder 2045 gelten. Ich möchte dir drei Strategien zur aktuellen Situation vorstellen.

In den Medien kursiert die Rezession 2020. Es wird über Themen wir Brexit oder Handelskrieg gesprochen. Ja, die politische Lage kann eskalieren. Aber da findet man jedes Jahr irgendwelche Krisen. Ich möchte die aktuelle Situation anhand von statistischen Kriterien einschätzen.

Welche Strategie ist mathematisch sinnvoll?

Hier finde ich dieses Schaubild von First Trust sehr aussagekräftig:

Es zeigt die Bullen- und Bärenmärkte im S&P 500. Die Grafik beginnt 1926 und endet im Juni 2018. Der neueste Bullenmarkt dauert also 1,5 Jahre länger an, als auf dem Schaubild abgebildet. Also ist er nicht 9,3 Jahre, sondern knapp 11 Jahre alt. Das ist eine ganze Menge. Im Schnitt dauern Bullenmärkte 9,1 Jahre an. Somit ist die aktuelle Marktphase überdurchschnittlich lang.

Droht uns bald ein Börsencrash?

Nein, rein statistisch nicht. Rein historisch gab es nämlich 4 Phasen, die deutlich länger andauerten. Der Rekord liegt sogar bei 15,1 Jahren. Um gleichzuziehen, müsste der aktuelle Bullenmarkt vier Jahre steigern. Das wäre die Jahreswende um 2023 bis 2024 herum.

Aus statischer Sicht herrscht kein Grund zur Panik. Allerdings wird ein Börsencrash jedes Jahr wahrscheinlicher. Daher würde ich jetzt keine größeren Beträge auf einmal investieren. Immerhin geht der aktuelle Bullenmarkt seit ungefähr 11 Jahren.

3 der 4 größten Bullenmärkte sind nach 12,8 bis 13,9 Jahren geendet.

Bis dahin ist ein wenig Zeit. Aber denk dran: Das sind nur statistische Angaben. In Zukunft kann alles anders kommen. Ich finde es jedoch sehr hilfreich, aus der Vergangenheit mathematische Wahrscheinlichkeiten abzuleiten. Im Gegensatz zu irgendwelchen dubiosen Crash-Prognosen sind das nackte und ehrliche Zahlen.

Ich stelle dir nun drei mögliche Strategien vor. Jeder Anleger tickt ein bisschen anders.

  • Wer 25 Jahre alt ist, kann ein höheres Risiko eingehen. Da kann man einen Börsencrash länger aussitzen.
  • Stehst du kurz vor der Rente, sieht die Sache anders aus. Im Worst-Case soll das Depot nicht so stark wie zur Finanzkrise einbrechen.

Deshalb möchte ich dir drei verschiedene Strategien vorstellen, wie du 10.000 Euro investieren kannst. Sie sind nach Risikoklasse sortiert. Zuerst stelle ich dir eine konservative Strategie vor. Das ist die Strategie für sicherheitsbewusste Anleger. Dann gibt es eine ausgewogene Strategie. Wenn du dir etwas höhere Gewinne wünscht, aber das Risiko überschaubar halten möchtest, ist das deine Strategie. Und zum Schluss gibt es eine spekulative Strategie.

1. Konservative Strategie

Fangen wir mit der konservativen Strategie an. Das Motto dieser Strategie lautet:

»Ich möchte Sicherheit!«

Einige Anleger möchten das Risiko möglichst gering halten. Vielleicht können sie psychisch kaum Verluste ertragen. Gehe tief in dich hinein und stell dir diese Frage:

»Wie würde ich damit umgehen, wenn sich mein Depot halbieren würde?«

Fängst du bereits beim Gedanken daran zu schwitzen an, bist du ein konservativer Anleger. Dann sollte man die 10.000 Euro möglichst konservativ investieren. Manche Investoren müssen erst Erfahrungen sammeln. Sie benötigen diese Erfahrungen, um sich sicher zu fühlen. Du kannst dein Risiko auch mit der Zeit erhöhen. Im Fokus der konservativen Strategie steht das geringe Risiko.

Denk an die obere Grafik zu den Marktphasen zurück. Rein statistisch sind noch locker 2 oder 3 Jahre drin. Daran wäre nichts ungewöhnlich, denn so lange Bullenmärkte gab es bereits öfters.

Allerdings sind 2 bis 3 Jahre keine lange Zeit. Aus statistischer Sicht würde ich daher kein größeres Einmalinvestment tätigen. Klar, die Märkte können noch einige Jahre steigen. Absolut möglich. Aus konservativer Sicht sollte man jedoch langsam vorsichtig werden.

Deshalb würde ich nur 1.000 Euro der 10.000 Euro direkt in ETFs investieren. 100 Euro würde ich jeden Monat in einen ETF-Sparplan stecken. Das restliche Geld wird in Tagesgeld und Festgeld angelegt. Das Geld bleibt dort solange, bis es komplett investiert ist. So wirft es immerhin eine kleine Rendite ab. Das ist besser, als das Kapital auf dem Sparbuch vergammeln zu lassen.

Jetzt kommt der wichtigste Teil der konservativen Strategie.

Im Börsencrash verdoppelst du die monatliche Sparsumme. Anstelle von 100 Euro im Monat investierst du 200 Euro im Monat. Das machst du ab einem Minus von 20 %. Zusätzlich würde ich 1.000 Euro direkt in ETFs investieren. Fallen die Märkte um – 30 %, würde ich weitere 1.000 Euro reinstecken. Bei – 40 % nochmals 1.000 Euro. Ich glaube, du hast das Prinzip verstanden.

Fürs Verständnis: Dreht der Markt bei z. Bsp. – 26 %, hättest du 1.000 Euro extra investiert und der ETF-Sparplan würde bereits ab – 20 % mit 200 Euro im Monat laufen.

Beim Börsenhandel sind günstige Kosten ganz wichtig. Hohe Gebühren fressen unnötig deine Rendite auf. Seit kurzem gibt es einen Broker, wo du dauerhaft ETF-Sparpläne für 0 Euro einrichten kannst. Aktien und ETFs kannst du dort für nur 1 Euro handeln.

Wenn du schlau bist, klick rein, um Gebühren zu sparen.

Die konservative Strategie bietet psychische Sicherheit. Du musst dich nicht von Crash-Propheten verrückt machen lassen. Du bist auf den Worst-Case vorbereitet. Kommt es zur Finanzkrise, solltest du genug Kapital haben, um günstig nachzukaufen. Bleibt die Krise aus, auch kein Problem. Dann konntest du mit einem Teil deines Geldes gut Gewinne mitnehmen. Diese Sicherheit ist genau das, was konservative Anleger brauchen.

2. Ausgewogene Strategie

Du kannst mit einer gesunden Portion an Risiko leben? Dann könnte die ausgewogene Strategie zu dir passen. Diese Strategie hat das Motto:

»Ich möchte Rendite, aber trotzdem ruhig schlafen können!«

Hier siehst du die ausgewogene Strategie. Es ist eine neue Anlageklasse hinzugekommen: Aktien!

Ich würde direkt 2.000 Euro in Aktien investieren.

Du kannst die 2.000 Euro problemlos auf 5 bis 10 Aktien verteilen. Das geht, weil der Broker nur 1 Euro Gebühren kostet. Bei anderen Brokern wäre das wegen der hohen Orderkosten wirtschaftlich sinnlos.

Genauso wie vorher würde ich 1.000 Euro in ETFs anlegen. Dafür würde ich die monatliche Sparrate auf 200 Euro setzen.

Diese Aufteilung finde ich ausgewogen. Es gibt einen Risikoanteil mit Aktien. Doch das Risiko wird durch ETFs abgefedert. Ausgewogene Anleger sollten meiner Meinung nicht sofort das komplette Kapital investieren. Denk an die Statistik mit den Bullenmärkten zurück. Deshalb würde ich einen monatlichen Sparplan bevorzugen.

Im Krisenfall kann man bei – 20 % die Sparrate erhöhen oder ein zusätzliches Aktienpaket kaufen.

3. Spekulative Strategie

Kommen wir nun zur vielleicht spannendsten Strategie. Die spekulative Strategie hat das Motto:

»Ich möchte viel Rendite!«

Kannst du gerne haben.

Das Portfolio sieht nun komplett anders aus. Tagesgeld oder Festgeld gibt es nicht mehr. Stattdessen ist der Punkt „P2P-Kredite“ hinzugekommen. Das sind Darlehen von privat an privat.

Keine Sorge, du musst nicht mit deinem Nachbarn an der Haustür verhandeln. Dafür gibt es heutzutage professionelle Plattformen. Dort kannst du direkt in P2P-Kredite investieren. Die Privatkredite wurden bereits von Banken bewilligt. Du beteiligst dich also nur zu einem kleinen Teil an der Kreditsumme. Das geht übrigens vollautomatisch.

Auf Bondora gibt es ein P2P-Produkt namens Go and Grow. Du kannst dort dein Geld automatisch in P2P-Kredite investieren. Dafür erhältst du 6,75 % im Jahr. Die Zinsen werden dir täglich gutgeschrieben.

Das ist der Grund, warum ich Tagesgeld und Festgeld durch P2P-Kredite ersetzt habe. Die Rendite ist deutlich höher und kann sogar mit ETFs mithalten.

Go and Grow ist perfekt für meine spekulative Strategie.

  • Fallen die Märkte um – 20 %, würde ich 2.000 Euro von Go and Grow abziehen und in Aktien investieren.
  • Bei – 30 % würde ich weitere 2.000 Euro in Aktien anlegen. Ich denke, das Prinzip ist klar.

Das Ziel liegt darin, die P2P-Investments im Börsencrash komplett in Aktien umzuschichten. Aktuell ist der hohe P2P-Anteil wegen dem 11-jährigen Bullenmarkt wichtig. Denk dran: Rein statistisch befinden wir uns im Herbst oder Winter der aktuellen Marktphase. Die P2P-Plattform Mintos hat übrigens ein ähnliches Produkt namens Invest & Access.

Um das Risiko zu senken, würde ich die 6.000 Euro der P2P-Kredite auf beide Plattformen verteilen.

Wichtiger Hinweis: P2P-Kredite sind ein sehr spekulatives Investment. Du kannst dein komplettes Geld verlieren. Es gibt keine Garantie, dass du die hohe Rendite der P2P-Kredite wirklich erhältst.

Kommen wir nun zum versprochenen Bonus.

Welche der drei Strategien ist für mich am spannendsten?

Du kannst es dir vielleicht denken. Ich bin 31 Jahre alt. Ich bin jung, aber auch nicht mehr der allerjüngste. Viele Finanzblogger sind nur 20 oder 25 Jahre alt. Trotzdem habe ich noch ausreichend Zeit bis zur Rente. Das heißt, ich kann ein höheres Risiko eingehen.

Ich interessiere mich sehr für Finanzen. Deshalb macht es mir nichts aus, mich regelmäßig zu informieren. Das ist bei P2P-Krediten wichtig. Ich habe da mehrere Indikatoren. Ganz wichtig finde ich die Arbeitslosenzahlen. Fangen sie an stärker zu steigen, würde ich mich sofort von meinen P2P-Investments trennen.

Für konservative Anleger ist diese Taktik nicht geeignet. Das ist viel zu viel Aufwand und Stress. Mir macht das aber Spaß. Deshalb handele ich nach der spekulativen Strategie. Ich suche gezielt nach Aktien und investiere auch in P2P-Kredite.

Rechtlicher Hinweis: Jegliche Informationen in diesem Beitrag dienen nur der Information und stellen keine Kauf- oder Verkaufsempfehlung sowie keine Anlageberatung dar. Es wird keine Gewähr für die Richtigkeit der Inhalte übernommen, sie können komplett falsch sein.

2 Kommentare
  • Antworten Tagesgeldalternative?

    19. Dezember 2019, 10:52

    Im Kern der Strategie 3 erkenne ich mich wieder. Liquidität in P2P halten und bei Rücksetzern in Aktien/ETF. Dies war bis vor kurzem auch mein Plan 🙂
    Verschiedene Gründe haben mich jedoch zum Überdenken des Risikoprofils von P2P im Vergleich zu ETFs gebracht. Im Endeffekt habe ich mich dazu entschieden, mein komplettes P2P Portfolio (ca. 55 k €) zu verkaufen. Mir ist klar, dass man in der Risikobewertung zu verschiedenen Ergebnissen kommen kann, darum geht es mir hier daher gar nicht. Ich möchte nur von meinen Erfahrungen des Verkaufs berichten, die evtl. für den Einen oder Anderen interessant sein können. Gerade G&G und I&A suggerieren ja eine recht hohe Liquidität.

    G&G: ca 22k € unmittelbar ausgezahlt, keinerlei Verzögerung

    I&A (insgesamt ca. 30k €): das ist etwas zäher. Insbesondere durch die Monego und Iutecredit Probleme.
    Gut die Hälfte konnte unmittelbar ausgezahlt werden. Durch leicht rabattierte Verkäufe am Sekundärmarkt weitere 20% einen Tag später. Nochmal ca. 17% einen weiteren Tag später. Der Rest, ca. 6% zieht sich jetzt und wird wahrscheinlich erst in einigen Monaten aufgrund von Klarheit bei den genannten Kreditgebern, Rückkäufen, usw. erstattet oder ausfallen.
    Der Rest meines P2P steckt in Estateguru, dort entspare ich nur passiv, ohne Sekundärmarktverkäufe.

    Was hab ich gelernt? Rational war mir immer klar, dass gerade bei I&A nicht der Gesamtbetrag permanent verfügbar ist. Wenn sich aber auch große Teile des als verfügbar markierten Betrags ein paar Tage hinziehen und außerdem aufgrund der Probleme bei einigen Kreditgebern schnell die Jahresrendite des Gesamtportfolios auf dem Spiel steht, fühlt sich das etwas wackliger an. Insbesondere, weil davon auszugehen ist, dass bei Börsenrücksetzern auch der P2P Sekundärmarkt etwas trockener sein wird.

    Nochmal: Ist mir klar, dass das alles Teil des P2P-Risikos und dafür hohen Renditen ist. Ich frage mich nur, wie gut Kreditverkäufe während eines Börsencrashs bei den dann eintretenden massenpsychologischen Effekten tatsächlich funktionieren würden, wenn sich dies selbst heute, in einer recht normalen bis positiven Marktphase schon ein paar Tage zieht.

    • Antworten Nik Navarskij

      19. Dezember 2019, 10:59

      Danke für dein sehr spannendes Kommentar.
      Das ist ein Punkt, den man unbedingt bedenken sollte, wenn es um größere Summen geht. In meinem Beitrag ging es „nur“ um 10.000 Euro Gesamtinvestment. Bei größeren Summen sollte man wegen der Liquidität deutlich vorsichtiger sein. Ich persönlich bevorzuge von allen P2P-Produkten ganz klar Bondora Go & Grow. Aber natürlich kann auch dieses Produkt als solches komplett ausfallen bzw. zum Totalverlust führen.

      Ist aber nur meine Meinung und KEINE Anlageberatung. Kann auch alles komplett falsch sein!

Write a comment