50 € in Aktien investieren oder 1.000 € sparen?

Du hast 25, 50 oder 100 Euro im Monat zur Verfügung. Lohnt es sich bereits, mit so einer kleinen Summe in Aktien zu investieren? Oder solltest du das Geld lieber sparen, bis du 1.000 Euro zusammen hast? Und dann legst du die 1.000 Euro gebündelt in ein Aktien-Paket an.

Ganz allgemein gefragt: Ab wann lohnt es sich, an der Börse zu investieren?

Die Antwort auf diese Frage gibt’s in diesem Ratgeber. Soviel sei verraten: Seit einigen Monaten gibt es eine völlig neue Entwicklung.

Was sind schon 50 Euro?

Damit du mich nicht falsch verstehst: 100 Euro sind ein nettes Sümmchen. Damit kann man sich mehrere Wochen Lebensmittel kaufen. An der Börse sind 25, 50 oder sogar 200 Euro nicht viel Geld.

Eine einzige Amazon-Aktie kostet über 1.600 Euro. Also zum Zeitpunkt, wo ich diesen Artikel geschrieben habe. Die Aktie ist rein zufällig ausgewählt und dient nur als Beispiel. Mit 50 Euro kannst du offensichtlich keine Amazon-Aktie kaufen. Dafür musst du 33 Monate fleißig sparen. Dann hättest du 1.650 Euro zusammen. Ich gehe bei diesem Beispiel der Einfachheit halber davon aus, dass der Aktienkurs gleich bleibt und du keine Zinsen für dein Geld erhältst.

Du bräuchtest also mehr als 2,5 Jahre, um dir eine einzige Amazon-Aktie zu kaufen. Zum Glück gibt es günstigere Aktien.

Die Deutsche Telekom kostet nur 16 Euro und paar Zerquetschte. Wie gesagt, die Aktie ist zufällig ausgewählt und der Kurs kann sich inzwischen verändert haben. Du kannst die Deutsche Telekom für nur 16 Euro kaufen. Da reichen deine 50 Euro für drei ganze Telekom-Aktien aus.

Das kann aber auch nicht die Lösung des Problems sein. Wie viele Aktien für weniger als 25 oder 50 Euro gibt es?

Im Deutschen Aktienindex waren es am 22. Oktober stolze 11 Aktien. Der DAX besteht aus 30 Aktien. Zu den 11 Aktien zählen Unternehmen wie die Deutsche Bank, E.ON oder RWE. Diese Firmen hatten die letzten Jahren mit finanziellen Schwierigkeiten zu kämpfen. Viele Anleger möchten auf solche Aktien bewusst verzichten.

Und dann kommt noch ein weiteres Problem dazu: Beim Aktienhandel fallen Gebühren an. Die meisten Banken verlangen um die 5 bis 10 Euro für eine Order.

Mit 50 Euro kannst du dir keine 3 Telekom-Aktien für jeweils 16 Euro leisten.

3 x 16 Euro = 48 Euro + 10 Euro Ordergebühr = 58 Euro

Du kannst dir mit 50 Euro nur 2 Telekom-Aktien kaufen. 58 Euro liegen über deinem Budget von 50 Euro. Wie sieht deine Rechnung aus?

2 x 16 Euro = 32 Euro + 10 Euro Ordergebühr = 42 Euro

Du hättest 8 Euro übrig. Das ist bisschen nervig, weil Geld einfach so liegen bleibt.

Es gibt jedoch ein viel größeres Problem: Du kaufst für 32 Euro Aktien und bezahlst eine Gebühr von 10 Euro. Folglich startest du mit einem Minus von rund 31 %. Die zwei Telekom-Aktien müssen um stolze 31 % steigen, damit du die Orderkosten wieder drin hast.

Deshalb musst du deinen Fokus auf genau diesen Punkt richten: nämlich die Orderkosten.

Du musst sie möglichst niedrig halten und da gibt es drei Optionen. Diese drei Optionen lohnen sich für kleinere Beträge wie 25, 50, 100 oder sogar 200 Euro.

1. Günstige Aktien suchen

Die erste Option habe ich bereits genannt. Du suchst gezielt nach Aktien, die zu deinem Budget passen. Dabei ist ein günstiger Broker ganz, ganz wichtig. Denk an das Beispiel mit der Telekom und den 10 Euro Orderkosten zurück. Die meisten Broker verlangen um die 5 bis 10 Euro.

Es gibt zum Glück einen Broker, wo du für nur einen einzigen Euro handeln kannst. Der Broker ist erst dieses Jahr gestartet, also noch ganz neu. Aber keine Sorge, alles läuft dort seriös ab.

Wenn du für 50 Euro Aktien kaufst, macht 1 Euro nur noch 2 % der Kaufsumme aus. Bei einem Investment von 100 Euro entspricht dieser 1 Euro nur noch 1 %.

Das ist super. In der deutschen Brokerwelt gibt es diese Konditionen erst seit diesem Jahr. Und zwar bei dem oben verlinkten Broker. In den letzten Jahren waren es um die 5 bis 10 Euro herum. Günstige Orderkosten stehen bei kleineren Beträgen wie 50 Euro an erster Stelle.

2. Aktien-Sparplan einrichten

Alternativ kannst du einen Aktien-Sparplan einrichten.

Du zahlst pro Ausführung nur 1,5 %. Ein Aktien-Sparplan ist bereits ab 25 Euro möglich. Du kannst die Summe individuell festlegen.

  1. Aktie A für 40 Euro im Monat
  2. Aktie B für 30 Euro im Monat
  3. Aktie C für 25 Euro im Monat

Du zahlst pro Aktie im Sparplan jeweils 1,5 % der Kaufsumme.

Diese Methode hat einen großen Vorteil: Es wird genau die Summe investiert, die du investiert haben möchtest. Denk an die zwei Telekom-Aktien zurück. Da bleibt immer ein Restbetrag übrig. Beim Aktien-Sparplan werden dir stattdessen Bruchstücke ins Depot gelegt. So kannst du auch deutlich teurere Aktien wie Amazon besparen.

Nehmen wir den Amazon-Kurs von vorher, also die 1.600 Euro. Sagen wir, du startest einen Aktien-Sparplan auf Amazon. 50 Euro im Monat. Dann würdest du nach einem Monat rund 0,03 Amazon-Anteile bekommen. Das wird auf mehrere Nachkommastellen genau ausgerechnet.

Per Aktien-Sparplan kannst du ganz bequem auf teurere Aktien sparen. Und das zu sehr günstigen Konditionen. Für 50 Euro im Monat zahlst du 0,75 Euro an Gebühren.

Das Sparplanangebot meines oben verlinkten Brokers wird regelmäßig erweitert. Insgesamt sind über 330 Aktien verfügbar.

Erst vor paar Tagen habe ich eine Mail erhalten, dass neue Aktien hinzugefügt wurden. Dazu zählen Barrick Gold, Gazprom oder Tencent. Außerdem gibt es nun vier weitere REITS wie die Realty Income.

Bei meinem Broker ist das Depot kostenfrei. Wenn du noch immer Depotgebühren bezahlst, solltest du schleunigst wechseln. Bei Aktien-Sparplänen gibt es jedoch zwei Stolpersteine:

  • Für französische Aktien wird in der Regel eine Gebühr von 0,3 % erhoben. In Frankreich gibt es nämlich eine Transaktionssteuer.
  • Ebenso in Italien, da sind es 0,1 %. In Deutschland wird diese Gebühr aktuell übrigens auch diskutiert. Es gibt sie aber noch nicht.
  • Außerdem musst du bei deutschen Aktien genau hinsehen. Einige Sparplan-Aktien aus Deutschland sind sogenannte Namensaktien. Dabei wird dein Name in Namensregister eingetragen. Der Spaß kostet pro Transaktion 1,95 Euro.

Bei vielen Sparplan-Brokern musst du die Kosten für Namensaktien hinnehmen. Nicht so bei meinem Broker: Da kannst du ganz einfach dem Eintrag ins Aktienregister widersprechen. Dafür musst du nur dieses simple Formular ausfüllen:

Und schon sparst du dir die 1,95 Euro im Monat. Dieses Formular ist ein wichtiger Grund, warum ich den oben verlinkten Broker empfehle. Bei den meisten Brokern ist nämlich kein Widerspruch möglich.

3. ETFs kaufen

Kommen wir zu meiner dritten Alternative. Es gibt eine clevere Lösung, wie du mal eben 30, 50 oder sogar weit über 1.000 Aktien ab 25 Euro kaufen kannst. Du richtest ganz einfach einen ETF-Sparplan ein.

Ein ETF bildet einen Index wie z. Bsp. unseren DAX oder den S&P 500 nach. Es gibt auch ETFs auf internationale Indizes wie den MSCI World. In diesem Index sind mehr als 1.600 Aktien aus 23 Industrieländern enthalten. Per ETF kannst du in einen Index wie den MSCI World investieren. Du kaufst also ein Finanzprodukt, das aus weit über 1.000 Aktien bestehen kann.

Diese Methode hat zwei Vorteile:

  1. breite Streuung
  2. kaum Zeitaufwand.

Wenn du einzelne Aktien kaufst, musst du dich gründlich informieren. Selbst dann kann die Aktie fallen, weil sich etwas Unerwartetes ereignet. Bei einem breit gestreuten Index wie dem MSCI ist das weniger tragisch. Da der Index über 1.600 Aktien enthält, wirkt sich eine Totalpleite kaum auf den Indexkurs aus. Du wirst es wahrscheinlich nicht einmal merken.

Rein historisch sind ETFs ein cleveres Investment. Im Schaubild siehst du den S&P 500. Für viele Experten ist das der wichtigste US-amerikanische Aktienindex. Wie du siehst, konnte in den letzten 90 Jahren immer wieder ein neues Allzeithoch erzielt werden. Man musste nur lange genug investiert bleiben. Nach circa 15 Jahren wärst du rein historisch immer im Plus gewesen.

Es gibt keine Garantie, dass es auch in Zukunft so sein wird. Doch die Chancen stehen relativ gut, da mehr als 90 Jahre Kursentwicklung dafür sprechen.

Wer Geldanlage einfach und effizient gestalten möchte, sollte sich unbedingt ETFs ansehen.

Du kannst bei bei diesem Broker auch einzelne Aktien besparen und parallel einen ETF-Sparplan starten. Es gibt sogar kostenfreie ETF-Sparpläne.

Ab wann lohnt es sich, an der Börse zu investieren?

Meine Antwort: ab 25 Euro! Denn ab 25 Euro kannst du ganz bequem einen Aktien- oder ETF-Sparplan starten.

Du möchtest Einzelaktien kaufen? Kein Problem, da würde ich die Grenze auf circa 50 Euro legen. Wenn es 45 Euro sind, ist das auch okay. Am allerwichtigsten ist jedoch, dass du möglichst schnell mit dem Investieren anfängst. So kannst du wertvolle Erfahrungen sammeln.

Sagen wir, du verlierst die 25 oder 50 Euro. Das ist nervig, aber verschmerzbar. Stell dir vor, du hättest mit 2.000 oder 5.000 Euro angefangen. Und dann verlierst du dieses Geld. Das ist psychologisch eine andere Hausnummer. Dann hat man mal eben einen Kleinwagen verzockt.

Deshalb: Denk nicht lange darüber nach, sondern kauf einfach deine ersten Aktien für 40 oder 50 Euro. Oder richte einen Aktien- oder ETF-Sparplan ein.

Rechtlicher Hinweis: Jegliche Informationen in diesem Beitrag dienen nur der Information und stellen keine Kauf- oder Verkaufsempfehlung dar. Es wird keine Gewähr für die Richtigkeit der Inhalte übernommen, sie können komplett falsch sein.

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