Aktien oder ETF – die BESSERE Geldanlage für dich 🥊 Finanz-Fight

Willkommen beim Finanz-Fight, die Show, in der zwei Finanzprodukte gegeneinander antreten.

Heute: Aktien vs. Fonds!

Ganz kurz die Regeln: In bis zu 6 Runden treten unsere beiden Finanz-Kontrahenten gegeneinander an. Ich pfeife den Börsen-Fight ab, wenn eine Geldanlage K.O. geht. Dann weißt du auch, was das bessere Finanzprodukt für dich ist.

1. Chance

Mit welcher Anlageform kannst du höhere Gewinne erzielen? Das ist das Motto der ersten Runde.

Aber kurz noch die Vorstellung beider Kontrahenten:

  • Aktien sind Anteile von Unternehmen.
  • ETFs bilden einen Index wie den DAX oder Dow Jones nach.

Steigen wir nun direkt in die erste Runde ein!

Wie bereits erwähnt, bilden ETFs einen Index wie den DAX nach. Der Dow Jones und die NASDAQ sind weitere wichtige Indizes. Picken wir uns den DAX als Beispiel heraus.

Da gibt es nämlich vom Deutschen Aktieninstitut, kurz DAI, eine teuflisch gute Grafik: das Renditedreieck.

DAX Renditedreieck

Uff, auf den ersten Blick sieht das ganz schön kompliziert aus. Aber schalte bitte nicht weg, ich erkläre dir das ganz einfach. Das DAI macht dir ein Beispiel, wie dieses Dreieck zu lesen ist. Wenn du 1995 gekauft und 2010 verkauft hast, läge deine jährliche Rendite bei jeweils 7,8 %. So ab 15 Jahren Anlagezeitraum liegen die meisten Zahlen zwischen 7 und 10 %. Also kannst du mit ETFs langfristig eine Rendite von ungefähr 7 bis 10 % erzielen.

Klingt doch super im Vergleich zum Sparbuch, nicht wahr?

Die ETFs setzen zum Faustschlag direkt ins Gesicht an. Können unsere Aktien diesen Angriff blocken?

Und wie! Die Aktien weichen gekonnt aus und setzen zum Gegenstoß an. Der DAX besteht ja aus den 30 größten deutschen Unternehmen. Hier seht ihr den DAX im Vergleich zu drei seiner Aktien.

DAX im Vergleich

Der DAX ist der gelb hinterlegte Kursverlauf. Ich habe Adidas, Allianz und Vonovia herausgepickt. Vonovia ist übrigens das größte Wohnungsunternehmen Deutschlands. Und jetzt nehmen wir noch eine US-Aktie wie Amazon hinzu. Die lässt den DAX weit, weit hinter sich.

Aktien oder ETF

Aber warum ist das so, fragst du dich nun vielleicht.

ETFs bilden einen Index nach. Das kann z. Bsp. der DAX mit 30 Aktien sein. Ein extremeres Beispiel ist der MSCI World mit 1.632 Unternehmen. Einzelne Aktien spielen da kaum eine Rolle, da der Kurs aus allen Firmen berechnet wird.

Mit einer sorgfältigen Auswahl an Aktien kannst du ETFs schlagen. Die erste Runde geht daher an Aktien.

2. Risiko

Ich eröffne die zweite Runde. Die ETFs möchten die erste Niederlage nicht auf sich sitzen lassen und starten einen wütenden Angriff. Und der Schlag sitzt, denn Aktien sind deutlich spekulativer.

Aber warum?

Vorher habe ich dir ja den DAX im Vergleich zu drei seiner Aktien gezeigt. Fügen wir doch einfach drei weitere DAX-Aktien hinzu. Und da ergibt sich ein komplett anderes Bild.

Die Deutsche Bank, also die unterste Aktie im Chart, hat um etwa 75 % schlechter abgeschnitten. Sagen wir, du hättest vor 5 Jahren in die Deutsche Bank investiert. Dann wäre dein Depot nun über 70 % im Minus. Also statt 1.000 Euro hättest du nun um die 300 Euro.

Bei Aktien suchst du dir irgendwelche Aktien heraus. Hoffentlich verfolgst du dabei eine Strategie, da du dich sonst höllisch verbrennen kannst. Denk an die Deutsche Bank! In der Fachsprache wird dieses Aussuchen als Stock Picking bezeichnet. Und genau darin lauert ein hohes Risiko. Bei ETFs wird dieses Risiko durch die Vielzahl an Aktien abgefedert. Ein Unternehmen geht pleite? Na und, dann nimmt eben der größte Konkurrent den Platz im Index ein.
ETFs gewinnen die zweite Runde, da sie deutlich weniger riskant als Aktien sind.

3. Wissen

Unsere beiden Fighter haben jeweils eine Runde gewonnen. Wir sehen einen ausgeglichenen Finanz-Fight! Geht vielleicht jetzt ein Kämpfer K.O.? Kommen wir zum notwendigen Wissen.

Und hier starten ETFs den ersten Angriff. Für ETFs brauchst du nämlich nicht ganz so viel Wissen. Klar, du musst ETFs verstehen. Es sind passive Fonds, die einen Index 1:1 nachbilden. Und du solltest nicht nur in ein Land investieren. Ein Depot mit 100 % DAX-ETFs ist keine so gute Idee. Du hast zwar indirekt 30 Aktien im Gepäck, weil der DAX aus 30 Aktien besteht. Aber geht die deutsche Wirtschaft den Bach runter, sieht es düster im Depot aus.

Daher würde ich auch ETFs kaufen, die andere Länder wie die USA nachbilden.

Was ich bei Indexfonds genial finde: ETFs erzielen vor allem langfristig ihre Wirkung. Denk an das Renditedreieck von vorher. Schau dir mal die Anlagedauer ab 16 Jahren an.

Fällt dir etwas auf? Genau, es gibt keine einzige rote Zahl mehr. In den letzten 50 Jahren hättest du ab 16 Jahren nur noch Gewinne machen können. Dafür hättest du nur in den DAX investieren und warten müssen. Keine News lesen, keine Strategien erarbeiten. Nichts. Einfach nur warten und Kaffee trinken.

So als Grundwissen reicht das schon aus. Klar, da kommen noch einige Kleinigkeiten wie steuerliche Dinge hinzu, aber das ist schnell erledigt.

Aktien sind deutlicher komplizierter. Es gibt über 35.000 verschiedene Aktien weltweit! Im Depot solltest du um die 5 bis 10 Wertpapiere haben. Kaufst du nur zwei Aktien, gehst du ein enormes Risiko ein. Stell dir vor, du hättest in die Deutsche Bank und in E.ON investiert. Dann sähe es jetzt ganz schön Rot bei dir aus.

Es gibt auch einfachere Anlagetaktiken wie die Burggrabenstrategie von Warren Buffett. Dabei suchst du nach Unternehmen mit einem Burggraben. Ein Burggraben ist ein Wettbewerbsvorteil wie ein starker Markenname. Coca Cola gehört zu Warrens Lieblingsaktien. Zuletzt musste der Getränkehersteller heftige Prügel einstecken, aber der langfristige Chart ist dennoch sehr hübsch anzusehen.

Siehst du das auch so?

Neben dem DAX gibt es andere deutsche Indizes wie den MDAX. Das ist der deutsche Mittelstand und bereits hier wird’s kompliziert. Hier siehst du einen Ausschnitt der 60 Unternehmen.

Kannst du mir verraten, was Firmen wie Fuchs, Grand City, Hella oder innogy machen? Immerhin sind das Unternehmen aus dem zweitwichtigsten deutschen Index. Vielleicht hast du noch nie von diesen Konzernen gehört. Um diese Aktie zu bewerten, müsste man sich über die Branche einlesen und fundamentale Kennzahlen studieren.

Bei ETFs ist das nicht notwendig, da du nur einen Grundsatz im Kopf hast: ETFs steigen langfristig, weil die Weltwirtschaft wächst.

Und deshalb treffen ETFs in dieser Kategorie voll ins Schwarze. Die Aktien liegen am Boden, aber siehe da – sie stehen auf und sind noch lange nicht K.O. Auf geht’s zur nächsten Runde!

4. Aufwand

Leicht angeschlagen versuchen es unsere Aktien mit einem Konter. Und was machen die ETFs? Sie weichen spielend leicht aus und starten einen Gegenangriff! Wie du bereits erfahren hast, kann man ETFs kaufen und sie 15, 20 oder auch 50 Jahre im Depot lassen.

Einfacher geht’s kaum, nicht wahr?

Bei Aktien ist das zwar auch möglich, aber du solltest dich dennoch regelmäßig informieren. Denn auch ein Weltmarktführer kann straucheln. Denk nur an Nokia. Heute rennt kaum jemand mit einem Nokia-Handy herum.

Die negative Entwicklung siehst du deutlich am Aktienkurs.

Sprechen wir einen ganz anderen Punkt an, der uns alle nervt: Vater Staat und die lieben Steuern.

Es gibt:

  • ausschüttende,
  • wiederanlegende,
  • physische
  • und synthetische ETFs.

Da kann sich steuerlich jederzeit etwas verändern. Uff, das hört sich kompliziert an. Bei Aktien sind Steuern einfacher, da Aktien einfach nur Aktien sind. Bei ausländischen Aktien musst du dir die Quellensteuer eventuell aus dem Ausland zurückholen, aber das war es größtenteils schon.

Aber denk dran: Auch bei Aktien gibt es steuerliche Änderungen!

Unter dem Strich sind ETFs im Vorteil. Sie konnten einen Treffer landen, da du nicht dauernd auf den Kurs schauen musst. Bei den Steuern verlief der Kampf jedoch ausgeglichen. Daher geht diese Runde an die ETFs.

5. Kosten

Wahnsinn, beide Kämpfer stehen noch immer. Ich hatte eigentlich ein schnelleres Ergebnis erwartet. Also läute ich nun die 5. Runde ein.

Um Aktien und ETFs zu kaufen, brauchst du ein Depot. Hier findest du meinen Testsieger, den ich auch persönlich nutze, also klick rein!Direkt zum Depot-Testsieger!*

Die Aktien gehen nun voll in die Offensive. Das ist auch notwendig, wenn sie endlich einen Treffer landen möchten. Und wirklich, die Aktien landen einen Volltreffer bei den ETFs, die nun zu Boden stürzen.

Wie es dazu kam: Wenn du Aktien kaufst, war es das. Es kommen keine sonstigen Ausgaben auf dich zu – wenn wir einmal steuerliche Aspekte ausklammern. Bei ETFs fallen jedoch jährliche Kosten an. Schließlich muss das ETF-Management bezahlt werden!

Wie teuer ein ETF ist, kannst du anhand der Total Expense Ratio, kurz TER ablesen.

Übersetzt heißt das Gesamtkostenquote. Für einen groben Vergleich reicht die TER aus. Allerdings können zusätzliche Ausgaben wie z. Bsp. für Handelsgebühren oder Spreads anfallen, die nicht in der TER enthalten sind.

Daher musst du immer die Tracking-Difference prüfen. Sie zeigt, wie sich der ETF im Vergleich zum Index tatsächlich entwickelt. Steigt der Index um 8 %, während der ETF nur um 7 % wächst, liegt die Tracking-Difference bei -1 %. Es ist auch eine positive Tracking-Difference möglich. Daher kann manchmal ein ETF mit einer teureren TER günstiger sein.

Uff, das war jetzt ganz schon kompliziert, ich weiß. Behalte diese Gedanken einfach im Hinterkopf. Es ist aber offensichtlich, dass ETFs deutlich teurer als Aktien sind.

Die Fans der Aktien toben, denn sie konnten endlich einen echten Volltreffer landen. Und die ETFs liegen am Boden, aber werfen das Handtuch nicht. Sie stehen wieder auf und wollen es in der letzten Runde wissen!

6. Umsetzung

Ich läute die letzte Kampfrunde im Fight Aktien oder ETF ein, gibt es keinen Sieger, entscheiden die Punkterichter! Die letzte Runde behandelt die strategische Umsetzung. Also: Wie schwer ist es, eine Strategie umzusetzen?

Bei ETFs kannst du nachts ruhig schlafen und brauchst dich um nichts weiter zu kümmern.

Du musst den ETF-Sparplan nur einmal einrichten. Natürlich kann auch der DAX fallen. Das ist eine psychologische Herausforderung, wenn wir uns z. Bsp. die Finanzkrise ansehen.

Der DAX hat sich ungefähr halbiert. Nervöse Sparer wären eventuell in Verlegenheit geraten und hätten frühzeitig verkauft. Aber einzelne Aktien hätten deine Nerven deutlich stärker strapaziert.

Was hältst du von Daimler? Ist ein großes und bekanntes Unternehmen, nicht wahr? Während der Finanzkrise ist der Kurs von so 77 auf 17 Euro abgestürzt.

Das entspricht einem Minus von 78 %. Hättest du ein solches Minus einfach so verkraftet?

Viele Anleger unterschätzen die Börsen-Psychologie. Wenn es aber wirklich stark runtergeht, verstoßen sie gegen ihre eigene Strategie und verkaufen. Bei ETF-Sparplänen ist das Risiko geringer, was die Umsetzung erleichtert.

Daher gewinnen ETFs den Finanz-Fight in der letzten Disziplin. Der letzte Schlag sitzt, die Aktien schwanken, aber fallen nicht. 3, 2, 1, der Kampf ist vorbei.

Unglaublich meine Freundes des gepflegten Finanz-Fights. Direkt im ersten Kampf gibt es keinen eindeutigen Sieger! Keiner der beiden Kontrahenten hat den K.O.-Schlag geschafft. Jetzt kommt es darauf an, wie unsere drei Punkterichter entscheiden!

Gustav von Sparbuch (defensiver Sparer)
Als defensiver Sparer bevorzuge ich möglichst wenig Risiko. Ich wünsche mir eine Alternative fürs Sparbuch, da meine Bank nur 0,1 % Zinsen zahlt. Für mich sind ETFs eindeutig die Gewinner, da das Risiko relativ gering ist. Jede Aktie kann unerwartet abstürzen, wenn das Management versagt. Bei ETFs kommt es nicht auf einzelne Aktien an. Und ich muss wenig Fachwissen mitbringen, ein ETF-Depot ist schnell zusammengestellt. Mein Punkt geht an ETFs.

Otto Normalsparer (normaler Anleger)
Ich möchte ein kalkulierbares Risiko eingehen. Dennoch ist mir Sicherheit sehr wichtig. Aktien und ETFs ermöglichen mir attraktive Renditen. Ich glaube, ein Mix aus beiden Anlageklassen ist sinnvoll. Mit ETFs investiere ich langfristig in den Gesamtmarkt. Um die Rendite zu steigern, lege ich auch Geld in Aktien an. So erhalte ich einen attraktiven Anlagenmix. Für mich ist das ein Unentschieden, ich vergebe keine Punkte.

David der Daytrader (spekulativer Trader)
Als spekulativer Trader gehe ich hohe Risiken ein. Manchmal verkaufe ich das Finanzprodukt bereits nach wenigen Tagen oder Stunden. Dafür sind ETFs die falsche Geldanlage. Es gibt günstigere Alternativen wie CFDs. Bei Aktien habe ich mehr Auswahl und kann gezielt in ein Unternehmen investieren, an das ich glaube. Daher geht mein Punkt an Aktien!

Unsere Punktrichter haben 1:1 Punkte vergeben. Der Kampf Aktien gegen ETFs geht somit Unentschieden aus.

Wer ist für euch der Sieger der Herzen?

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