Lohnt sich der MSCI World? | Bonus: Bester ETF Sparplan + 4 Alternativen

Der MSCI World ist der bekannteste Weltindex. Wer in unsere Welt investieren möchte, setzt auf diesen Index.

  • Aber wie gut ist der MSCI World wirklich?
  • Was sind die Schwächen dieses Index?
  • Gibt es bessere Alternativen?
  • Welcher ETF-Sparplan ist der beste?

Um diese Fragen zu klären, habe ich den Index genau unter die Lupe genommen. Ich stelle dir meinen Top-ETF auf den MSCI World vor. Als Bonus zeige ich dir 4 attraktive Alternativen.

Was macht den MSCI World attraktiv?

Die Weltbevölkerung steigt und steigt. 1800 gab es eine Milliarde Menschen. 2100 können es über 16 Milliarden sein. Die Menschheit ist ein echtes Erfolgsprodukt. Es geht immer weiter nach oben, zumindest was die Quantität betrifft.

Mehr Menschen benötigen mehr Verbrauchsartikel. Das ist wunderbar für die Industrie. Bei so vielen Menschen steigt die Chance auf kluge Köpfe. Neue Innovationen bedeuten neue Einnahmequellen.

Im Vergleich zum 19. oder 20. Jahrhundert schätze ich die Wahrscheinlichkeit für Kriege niedriger ein. Die Welt ist durch den internationalen Handel enger verstrickt. Zudem besteht sehr viel Wachstumspotenzial in Schwellenländern.

Um es kurz zu machen: Es ist eine sinnvolle Idee, langfristig auf eine wachsende Weltwirtschaft zu setzen.

Das sind die Vorteile aus der Sicht eines Investoren:

  1. Du bist nicht von einem Land abhängig.
  2. Wie gut sich ein einzelnes Unternehmen entwickelt, kann dir egal sein.
  3. Du sparst dir enorm viel Zeit ein, da du keine Aktien oder News beobachten musst.

Ein Weltindex ist perfekt für Anleger geeignet, die sich eine einfache Geldanlage wünschen. Der MSCI World ist der berühmteste Vertreter dieser Zunft. Schauen wir uns den Index einmal näher an!

Offizielles Datenblatt zum MSCI World

Im MSCI World sind mehr als 1.650 Unternehmen enthalten. Es handelt sich um Large- und Mid-Caps. Unter Large-Caps versteht man die größten Unternehmen unserer Welt. Eine andere Bezeichnung für solche Aktien ist Blue Chips. Dazu zählen gigantische Unternehmen wie Apple, Coca Cola, Disney oder Microsoft.

Mid-Caps stehen eine Stufe unter den Large-Caps. Das sind beispielsweise die MDAX-Unternehmen.

Der MSCI World setzt auf Large- und Mid-Caps. Aktien mit einem niedrigen Börsenwert sind nicht im World enthalten. Das können z. Bsp. Small-Caps aus dem SDAX sein. Einige Anleger werten das negativ. Denn gerade bei kleinen Unternehmen besteht oft ein höheres Wachstumspotenzial. Auf diesen Punkt gehe ich später ein.

Schauen wir uns den klassischen MSCI World näher an.

Hier siehst du die im Index enthaltenen Länder. Insgesamt sind 23 Länder im MSCI World vertreten. Es sind nicht irgendwelche Länder, sondern ausschließlich Industriestaaten. Dazu zählen Länder wie Deutschland, Japan oder die USA. Aktien aus Schwellenländern wie Brasilien, China oder Indien sind nicht enthalten.

Für manche Anleger ist das ein Minuspunkt. Sie sehen gerade die Schwellenländer als spannendes Investment. Für die Zukunft bestehen dort starke Wachstumschancen. Mit dem MSCI World kannst du nur indirekt davon profitieren.

  • Verkauft ein US-Unternehmen seine Produkte in Indien, bist du in diesem Wachstumsmarkt investiert.
  • Verkauft dagegen ein indisches Unternehmen seine Produkte in Indien, bringt dir das beim MSCI World nichts.

Vor allem China und Indien sind bei Investoren heiß diskutiert und beliebt. Außerdem hat der MSCI World einen versteckten Nachteil.

Der MSCI World gilt als Weltindex. Dieser Index bildet die ganze Welt nach. Wie du gerade erfahren hast, ist das falsch.

Im MSCI World ist die ganze Welt enthalten – von wegen!

Es existieren 193 Staaten auf unserer Welt.

Klammern wir Zwergstaaten wie Monaco oder den Vatikanstaat aus, bleiben um die 100 Staaten übrig. Im MSCI World werden nur 23 Industriestaaten nachgebildet. Viele Unternehmen aus diesen Ländern sind zwar international tätig. Trotzdem bleibt die Tür für große Konzerne aus Schwellenländern verschlossen.

Schau dir einmal das Tortendiagramm noch einmal an. Was fällt dir auf? Der MSCI World setzt hauptsächlich auf US-Unternehmen. Über 63 % des Index ist in den USA investiert. Andere Industriestaaten bringen es nicht einmal auf 10 %. Die drei größten Industriestaaten machen 76 % des gesamten MSCI World aus.

Das ist ernüchternd. Schnippisch gesagt, kann man den MSCI World als US-Index mit internationaler Würze bezeichnen. Die große Suppe bildet die USA. Andere Industriestaaten wie Deutschland, Großbritannien oder Japan sind nur ein bisschen Würze. Ganz nett für den Geschmack, aber mehr auch nicht.

9 der 10 größten MSCI World Bestandteile sind US-Aktien. Dazu zählen Unternehmen wie Apple, Microsoft oder Amazon. Nestle kommt als erstes Nicht-US-Unternehmen auf Rang 9. Diese 9 US-Aktien machen rund 12 % vom gesamten MSCI World aus. Die restlichen 1.642 Aktien bringen es auf 88 %. 12 % sind natürlich deutlich weniger als 88 %. Aber gerade einmal 9 Aktien machen diese 12 % aus.

Manche Anleger sehen das sehr kritisch. Allerdings hat es gute Gründe, warum die USA so hoch gewichtet sind. Überall auf der Welt sind US-Unternehmen tätig. Bei uns in Deutschland hat fast jeder bereits was per Amazon bestellt. In meiner Hosentasche steckt ein Apple-Smartphone. Wie sieht es mit deutschen Herstellern aus?

Es gibt tatsächlich deutsche Smartphone-Hersteller. Da musste ich aber erst googeln. Blloc stellt minimalistische Smartphones her. Ganz ehrlich: Bis zu diesem Moment hatte ich niemals von Blloc gehört.

US-amerikanische Unternehmen dominieren unsere Welt. Deshalb ist es logisch, dass diese Konzerne das Übergewicht im MSCI World bilden.

Warum das US-Übergewicht sinnvoll ist

Der Index hat einen Vorteil: Die Unternehmen werden nach ihrer Größe ausgewählt.

Sagen wir, die USA den gehen den Bach runter. Niemand bestellt mehr bei Amazon. Keiner kauft sich ein Apple-Smartphone. Stattdessen übernimmt Deutschland die technologische Vorstellung. Dann würde der deutsche Anteil im MSCI World erheblich ansteigen. Der US-Anteil würde deutlich sinken.

Genau das ist ein großer Vorteil des Index. Die Auswahl der Unternehmen erfolgt nach ihrer Marktstärke. Das geschieht vollautomatisch nach klar festgelegten Regeln. Die Zusammenstellung des Index hängt also direkt an der Weltwirtschaft.

Verliert ein Staat erheblich an Bedeutung, sinkt sein Anteil im MSCI World. Parallel steigen die Anteile von erfolgreichen Staaten an. Das ist super für Anleger. Du brauchst dich um nichts zu kümmern. Die Selektion wird vollautomatisch vorgenommen.

Noch ein paar Worte zum hohen US-Anteil. Ich finde es gut, dass die USA so stark im MSCI World vertreten sind. US-amerikanische Unternehmen sind ein echtes Erfolgsmodell.

Hier siehst du einige Indizes im Vergleich. Das Schaubild fängt ab 1998 an. Es sind also größere Krisen wie die Dotcomblase von 2000 und die Finanzkrise von 2008 enthalten.

Der MSCI World hat am besten abgeschnitten. Dicht dahinter folgt der US-amerikanische Dow Jones. Unser DAX bringt es auf deutlich weniger Rendite.

Wichtige Info: Im DAX sind die Dividenden enthalten. Der Experte spricht von einem Performanceindex. Somit wird die Rendite künstlich gepusht. Die anderen Indizes werden ohne Dividenden berechnet. Es sind sogenannte Kursindizes.

Der japanische Nikkei und der italienische MIB haben sich deutlich schlechter als der Dow Jones entwickelt.

Die USA sind ein wirtschaftliches Erfolgsmodell. Deshalb sind sie so stark im MSCI World vertreten. Wie du gerade im Index-Vergleich gesehen hast, ist das gut und sinnvoll. US-Indizes haben die letzten Jahrzehnte überdurchschnittlich performt.

Wie kannst du in den MSCI World investieren?

Das geht ganz einfach über ETFs.

Hier siehst du die besten ETFs auf den MSCI World. Die ETFs sind nach der TER, also der Gesamtkostenquote sortiert. Der Lyxor ist mit einer TER von 0,12 % am günstigsten. Leider ist die Sache nicht ganz so einfach. Die TER nennt sich zwar Gesamtkostenquote. Allerdings sind nicht alle Kosten im ETF enthalten.

Ich würde die TER als theoretischen Kosten beschreiben. Die TD, also die Tracking Difference ist für einen Vergleich besser geeignet. Diese Kennziffer zeigt die tatsächlichen Kosten der letzten Jahre.

Schauen wir uns die MSCI World ETFs noch einmal an.

Vor allem kleine ETFs überzeugen mit einer günstigen Gesamtkostenquote. Der Lyxor bringt es gerade einmal auf 339 Millionen Euro.

Die zwei größten ETFs scheinen teuer und schwerfällig zu sein. Das sind die ETFs von Xtrackers und iShares. Die TER liegt bei 0,19 und 0,2 %. Damit scheinen sie deutlich teurer zu sein. Doch das ist ein Trugschluss.

Schauen wir uns die Tracking Difference vom größten MSCI World ETF an. Dies ist das Produkt von iShares.

Die Tracking Difference liegt im Schnitt bei 0,09 %. Hättest du von Anfang an in den iShares ETF investiert, hättest du nur 0,09 % im Jahr bezahlt.

Schau dir einmal die linke Tabelle an. Da siehst du die Tracking Difference der einzelnen Monate. In der Startphase um 2009 bis 2011 herum siehst du viele rote Zahlen.

Fürs Verständnis: Ich habe dir den Dezember 2009 rot markiert.

Die TD wird mit 0,22 % angegeben. Das heißt, der ETF hat 0,22 % schlechter als der Index abgeschnitten.

Schau dir nun zum Vergleich den grün markierten April 2011 an.

Dort liegt die Tracking Difference bei -0,18. In diesem Monat konnte der ETF 0,18 % besser als sein Index abschneiden.

Ein negativer Wert in diesem Diagramm ist also für dich von Vorteil. In den letzten Jahren sind sehr viele Werte im Minusbereich. Von 2009 bis 2011 sind die meisten größeren Pluswerte. Das heißt, der ETF hat in seiner Anfangszeit deutlich schlechter performt und höhere Kosten verursacht. Seit 2014 konnte der iShares ETF sogar eine negative Tracking Difference erzielen. Das heißt, du hättest mit diesem ETF besser als der MSCI World abgeschnitten.

Die Tracking Difference macht den Unterschied!

Deshalb musst du bei ETFs immer die Tracking Difference berücksichtigen. Eine theoretisch niedrige TER bringt dir nichts. Es kommt darauf an, wie gut der ETF in der Praxis performt.

Große ETFs sind da häufig im Vorteil. Zwar liegt die theoretische Gesamtkostenquote etwas höher. Die echten Kosten sind meist viel niedriger.

Beim iShares ETF auf den MSCI World hättest du sogar besser als der Index performt. Es gibt jedoch keine Garantie, dass dies auch in Zukunft so sein wird. Die TD ist ein Wert, der auf der Vergangenheit basiert. Ich sehe jedoch gute Chancen, dass der iShares ETF weiterhin gut abschneidet. Das liegt vor allem am gigantischen Fondsvolumen.

Deshalb ist der iShares ETF mein persönlicher MSCI World Favorit. Und da habe ich eine tolle News für dich. Seit kurzem kannst du zahlreiche ETFs von iShares für 0 € dauerhaft besparen.

So kannst du deine Kosten noch weiter senken. Viele Broker berechnen pro Ausführung 1,5 % der Kaufsumme. Nicht so bei diesem Broker. Du kannst dort einen Sparplan ab 25 Euro im Monat einrichten. Dafür zahlst du dauerhaft 0 €. Wenn du clever bist, klick unten rein, um Gebühren zu sparen.

Kommen wir nun zu den Alternativen. Es muss nicht immer der MSCI World sein. Ich habe dir vier spannende Alternativen gefunden. Sie beziehen sich auf die Kritikpunkte, die ich vorher erwähnt habe.

1. MSCI World + MSCI Emerging Markets

Im MSCI World sind 23 Industriestaaten enthalten. Schwellenländer wie Brasilien, China oder Indien bleiben auf der Strecke. Dafür gibt es eine simple Lösung. Du kannst zwei ETFs: MSCI World und MSCI Emerging Markets. So hast du auch die Schwellenländer im Depot.

Viele Finanzportale empfehlen eine Aufteilung von 70:30. Der MSCI World ist dabei übergewichtet. Das ist die klassische Aufteilung für konservative Anleger.

  • Wünscht du dir mehr Risiko, gewichte die Schwellenländer stärker. 60:40 ist eine sinnvolle Aufteilung.
  • Glaubst du an eine starke Zukunft der Emerging Markets, kannst du sogar 50:50 machen.

2. MSCI ACWI

Du möchtest Industrie- und Schwellenländer unter einen Hut bringen? Dann ist der MSCI ACWI eine sinnvolle Lösung.

Der ACWI enthält über 2.850 Unternehmen. Die Top 10 Aktien sehen ähnlich wie beim MSCI World aus. Doch die Gewichtung ist ein bisschen niedriger.

Das liegt an den Schwellenländern. China ist mit immerhin knapp 4 % vertreten.

Im klassischen MSCI World gibt es keine Schwellenländer. Basierend auf der Tracking Difference sind das die besten MSCI ACWI ETFs:

Das Produkt von Lyxor ist zwar etwas günstiger, aber es ist ein synthetischer ETF mit niedrigem Fondsvolumen. Deshalb würde ich den SPDR oder iShares bevorzugen.

An diesem Beispiel siehst du übrigens wieder, wie gering die Aussagekraft der TER ist. Der ACWI ETF von iShares konnte fast jedes Jahr deutlich besser als die TER von 0,6 % abschneiden. Der untere ETF von Xtrackers scheint mit einer TER von 0,4 % günstiger zu sein. In den letzten 4 Jahren hat er jedoch deutlich schlechter performt.

Das zeigt, dass du dir immer die durchschnittliche Tracking Difference ansehen solltest. Aber wie gesagt, es gibt in Zukunft keine Garantie dafür. Die TD ist eine historische Kennziffer.

3. FTSE All World

Der FTSE All World ist ähnlich wie der MSCI ACWI aufgebaut. Auf den All World gibt es aktuell nur einen einzigen ETF.

Das ist der Vanguard All-World ETF.

Du kannst den ETF bei diesem Anbieter ab 25 Euro im Monat besparen. Der über Punkt 1 verlinkte Broker bietet keine ETFs von Vanguard an. Deshalb brauchst du für Vanguard eine Alternative und da finde ich diesen Broker kostengünstig und seriös.

Schauen wir uns die Daten näher an. Der ETF von Vanguard hat eine TER von 0,22 %. Die 0,25 % im Screen sind veraltet, vor einem Monat hat Vanguard die Gebühr gesenkt. Das ist halb so wild, denn mir geht es um die historischen Daten.

Die Tracking Difference liegt im negativen Bereich. Das heißt, du hast mit diesem Welt-ETF besser als der Index abgeschnitten. Vorausgesetzt, du wärst von Anfang an im ETF investiert gewesen. In den letzten Jahren lag die TD ungefähr bei 0. Deshalb ist der All-World ETF bei Anlegern sehr beliebt.

4. MSCI World Small Cap

Kommen wir nun zur vierten Alternative. Wobei ich es falsch finde, diesen ETF als Alternative zu bezeichnen. Ich sehe ihn eher als Ergänzung zum MSCI World. Im World sind nur Large- und Mid-Caps enthalten. Es fehlt an kleineren Small-Caps. Doch gerade diese kleinen Unternehmen bringen hohe Wachstumschancen mit.

Wenn du an diese Idee glaubst, brauchst du einen anderen Index. Hier finde ich den MSCI World Small Cap sinnvoll.

In diesem Index sind über 4.300 Unternehmen enthalten. Das ist eine breite Streuung. Die Top 10 Aktien machen nur 1,71 % vom gesamten Index aus.

Hier siehst du einen ETF auf diesen Index:

Es ist ein Produkt von iShares. Du kannst diesen ETF bequem für dauerhaft 0 € besparen:

Das gilt übrigens für alle erwähnten ETFs von iShares aus diesem Video. Der Small Cap ETF ist ungefähr 1,5 Jahre alt. Für sein geringes Alter hat er eine stattliche Fondsgröße erreicht. Insgesamt wurden bisher 816 Millionen Euro investiert.

Eine Faustformel besagt: So ab 100 Millionen Euro kann ein ETF kosteneffizient geführt werden. Deshalb ist das erste Börsenjahr bei ETFs wichtig. Werden deutlich unter 100 Millionen Euro investiert, droht die Schließung. Daher würde ich immer größere ETFs bevorzugen.

Rechtlicher Hinweis: Jegliche Informationen in diesem Beitrag dienen nur der Information und stellen keine Kauf- oder Verkaufsempfehlung dar. Es wird keine Gewähr für die Richtigkeit der Inhalte übernommen, sie können komplett falsch sein.

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