Börsencrash: So schlagen sich die Fonds der Crashpropheten | Dirk Müller, Friedrich & Weik, Max Otte

Endlich, die große Stunde der Crashpropheten ist gekommen. Auf dieses Ereignis haben sie lange gewartet. Und nun ist er da, der große Börsencrash.

Einige Crashpropheten besitzen einen eigenen Fonds. Heute schauen wir uns an, wie diese Fonds im jetzigen Börsencrash abschneiden. Du erfährst, ob sich ein Investment gelohnt hätte bzw. noch immer lohnt.

Es handelt sich konkret um:

  • den Friedrich & Weik Wertefonds,
  • den Dirk Müller Premium Aktien Fonds und
  • den Max Otte Vermögensbildungsfonds.

Die Fondsberater haben in den letzten Jahren mit Crashprognosen auf sich aufmerksam gemacht. Deshalb habe ich mir diese drei Fonds herausgespickt.

Ich stelle dir ganz kurz die drei Fonds der Reihe nach vor. Du erfährst die Strategie und ein paar kurze Sätze zu den Beratern. Danach schaue ich mir die Rendite aller drei Fonds im Vergleich an. Zum Schluss habe ich dir eine Grafik vorbereitet, die dich ins Grübeln bringen wird.

1. Friedrich & Weik Wertefonds

Fangen wir mit dem Friedrich & Weik Wertefonds an. Die Namensgeber dieses Fonds sind Marc Friedrich und Matthias Weik. Sie sind für den Spiegel-Bestseller »Der größte Crash aller Zeiten« bekannt.

Quelle: YouTube, Friedrich & Weik

Außerdem betreiben sie einen YouTube-Kanal. Die Themen-Auswahl hat tendenziell eher einen Crash-Hintergrund.

Erst am 10. März hat Marc Friedrich diese Aussage getätigt:

»Das war erst der Anfang.«

Quelle: Sputnik

Friedrich sieht nach unten keine Grenzen. Im DAX sieht er eine technische erst bei 8.000 Punkten. Er glaubt, dass die EZB demnächst eingriffen wird, aber ohne Erfolg.

Deshalb steht im Friedrich & Weik Wertefonds die Vermögenssicherung an erster Stelle. Es geht nicht um Rendite, sondern darum, dein Vermögen in diesen schweren Zeiten zu sichern. Dafür investiert der Fonds in Sachwerte wie Edelmetalle, Aktien oder Real Assets.

Quelle: Friedrich & Weik Wertefonds

Es wird spannend zu sehen, wie gut sich der Sachwertefonds im Börsencrash schlagen konnte.

2. Dirk Müller Premium Aktien Fonds

Dirk Müller erfüllt die Aufgabe eines Beraters. Das Management wird von der Baader Bank AG übernommen.

Quelle: Dirk Müller Premium Aktien Fonds

So oder ähnlich ist es aber bei allen Prominenten-Fonds. Der oder die Namensgeber sind höchstens als Berater tätig. Das hat wohl rechtliche Gründe.

Dirk Müller erklärte vor wenigen Tagen, dem Markt könnte eine Liquiditätsklemme wie 2008 drohen. Damals haben sich die Banken kein Geld mehr geliehen. Außerdem hält er die Bail In-Regel für eine große Gefahr. Theoretisch können Einlagen deutscher Sparer genutzt werden, um kaputte Banken abzuwickeln.

Am 23. Februar wunderte er sich, warum die Börsen trotz Handelskrieg und Coronavirus weiter steigen. Mit dieser Prognose traf er voll ins Schwarze. Gleich wirst du sehen, ob sein Fonds von dieser Erkenntnis profitieren konnte.

Der Dirk Müller Premium Fonds investiert vorwiegend in Aktien aus Europa oder Nordamerika. Es wird nach qualitativ hochwertigen Unternehmen gesucht. Das Herzstück des Fonds ist ganz klar die Absicherungsstrategie. Dafür ist dieser Fonds bekannt.

Info: Der Fonds baut gestaffelt Absicherungen in Form von Future-Verträgen auf. Etwa 6 % unter den Höchstkursen ist der Fonds zu 100 % abgesichert. Fallen die Märkte immer tiefer, geht das am Dirk Müller Fonds komplett vorbei. Der Fonds profitiert davon. Die Erträge aus den Future-Verträgen werden in gefallene Aktien investiert.

Quelle: Interview, wallstreet:online

Der Absicherungsradar zeigt, dass der Fonds aktuell voll abgesichert ist.

Quelle: Dirk Müller Premium Aktien Fonds

3. Max Otte Vermögensbildungsfonds

Unser dritter Crashprophet ist Max Otte. Am 21. Januar 2020 sagte er in einem Interview:

»Die nächste Krise wird richtig heftig. […] Man muss sich darunter vorstellen, dass wir in eine Rezession bis Depression fallen werden, in der die Wirtschaft massiv einbricht.«

Quelle: Interview, AssCompact

In einem anderen Interview vor einem Monat hieß es:

»Die repressiven Maßnahmen, die die Notenbanken nach 2008 ergriffen haben, kommen langsam an ihr Ende. Daher ist es für mich an der Zeit, vor einer neuen Krise zu warnen.«

Quelle: Interview, FinanzNachrichten

Max Otte beschreibt sein Crash-Szenario in seinem Buch »Weltsystemcrash«. Der ehemalige Professor der Hochschule Worms und der Universität Graz steht eher für düstere Prognosen.

Kommen wir nun zum Max Otte Vermögensbildungsfonds. Die Strategie basiert auf Substanztiteln und dem Value-Gedanken. Max Otte schaut auf die Finanzkraft der Unternehmen.

Während andere Anleger panisch verkauft, sucht er nach Qualität zu einem guten Preis. Er kauft dann Aktien, die der Markt ohne erkennbaren Grund abgestraft hat.

Auf dem 19. Fonds Kongress in Mannheim sagte er:

»Wir freuen uns auf die Krise, die kommt. In solchen Phasen könne man noch Schnäppchen machen.«

Quelle: FondsCheck

Mit dieser Strategie möchte Otte eine langfristige Überrendite erzielen.

Wie haben sich die Crash-Fonds im Börsenbeben geschlagen?

Ich zeige dir jetzt, wie die Fonds im Vergleich zum Markt abgeschnitten haben.

Zuerst benötigen wir einen Vergleichsindex. Hier siehst du einige wichtige Weltindizes im Vergleich:

Im Vergleich zu anderen Indizes hat unser DAX sehr schwach abgschnitten. In der Woche vom 17. Februar 2020 fing der Börsencrash an. Hier siehst du, wie sich die Indizes seit Crashbeginn entwickelt haben:

Unser DAX hat auch hier am schlechtesten abgeschnitten. Der DAX ist also ein einfacher Gegner. Deutlich besser hat sich der S&P 500 geschlagen. Das ist der wichtigste US-amerikanische Aktienindex. Deshalb vergleiche ich die Crash-Fonds mit diesen beiden Indizes.

Zuerst der Vergleich seit Jahresbeginn und dann seit dem Beginn des Börsencrashs. Beide Zeiträume sind wichtig, da nur Lügner am Hoch verkaufen und am Tief kaufen.

So schneiden Crash-Fonds seit Jahresbeginn ab

Unser lieber DAX schneidet seit Jahresbeginn am schlechtesten ab. Dahinter folgen Max Otte Vermögensbildung und der S&P 500.

Dieses Ergebnis ist logisch. Ein Crash-Fonds soll den Anleger vor dem Börsencrash schützen. Der Max Otte Fonds verfolgt einen etwas anderen Ansatz. Verluste im Börsencrash werden bewusst in Kauf genommen.

Max Otte geht es eher darum, den Crash für günstige Nachkäufe zu nutzen. Er sucht dann gezielt nach unnötig stark abgestraften Aktien. Deshalb schneidet Max Otte Vermögensbildung genauso schlecht wie die beiden Indizes ab. Die Überrendite soll sich erst langfristig ergeben.

Crash-Fonds seit dem Start des Corona-Crashs

Das ist die Rendite der einzelnen Finanzprodukte seit der ersten Crashwoche:

Die Rendite sieht ähnlich wie vorher aus. Das Schaubild zeigt, dass der Max Otte Vermögensbildungsfonds nicht zur Crash-Absicherung geeignet ist.

Das ist aber gar nicht der Ansatz des Fonds. Es geht um langfristige Überrendite durch günstige Value-Aktien, die im Crash verstärkt nachgekauft werden. Max Otte hat nur den Ruf eines Crash-Propheten. Deshalb wird sein Fonds öfters als Krisenfonds bezeichnet. Das ist jedoch falsch. Der Fonds sucht nach günstig bewerteten Value-Aktien.

Kommen wir zum Friedrich und Weik Sachwertefonds. Dieser Fonds investiert bevorzugt in Sachwerte wie Edelmetalle oder Immobilien. Es geht um Kapitalerhalt und weniger um hohe Rendite. Der Fonds musste allerdings Einbußen hinnehmen. Seit dem Börsencrash hat er circa 7 % verloren.

Das liegt am relativ hohen Aktienanteil im Fonds:

Quelle: Friedrich & Weik Wertefonds

Friedrich und Weik sehen Aktien als Sachwerte an. Das ist richtig und sinnvoll, denn Unternehmen besitzen Maschinen, Fabriken und geistiges Eigentum wie Patente. Allerdings treibt der Aktienanteil den Sachwertefonds ins Minus.

Welcher Crash-Fonds ist der beste?

Der bisherige Sieger ist ganz klar der Dirk Müller Aktien Premium Fonds. Als einziger Crash-Fonds konnte er eine positive Rendite erzielen.

Das liegt an der Absicherung durch Future-Verträge. Ich erinnere an die Absicherungsampel:

Quelle: Dirk Müller Premium Aktien Fonds

Der Fonds ist derzeit voll gegen Kursverluste abgesichert. Bisher hat er eine kleine Rendite von ca. einem Prozentpunkt geliefert. Die goldene Medaille geht also an Dirk Müller. Mit diesem Fonds kann man sein Kapital im Krisenfall tatsächlich erhalten.

Der Friedrich und Weik Wertefonds ist für mich leider durchgefallen. Er lässt sich zu sehr vom aktuellen Marktgeschehen beeinflussen. Da kann ich gleich selber in konservative Aktien und Edelmetalle investieren.

Jetzt kommt eine Grafik, die dich ins Grübeln bringen wird!

Ich habe dir anfangs eine Grafik versprochen, die dich ins Grübeln bringen wird. Und hier kommt sie:

Gold hat alle Crashpropheten weit hinter sich gelassen. Das Edelmetall hat sich als Krisenanker bewährt. Nur Lügner verkaufen am absoluten Hoch. Deshalb zum Vergleich die Kursentwicklung seit Jahresbeginn:

Gold hätte hier sogar noch besser abgeschnitten. Wer sein Depot unbedingt absichern möchte, hätte sich die ganzen Crash-Fonds sparen können. Er hätte ganz einfach in Gold investieren können. Da bist du nicht vom Geschick eines Fondsmanagers abhängig, sondern nimmst deine Geldanlage selbst in die Hand.

Ich persönlich würde in keinen Crash-Fonds investieren, da ich meine Aktien lieber selber auswähle. Aber sagen wir, ein Gangster hält mir eine Pistole an den Kopf. Ich muss mich für einen Crash-Fonds entscheiden. Dann kommt es auf die Situation an.

  • Sind die Märkte bereits stark gefallen, würde ich den Max Otte Vermögensbildungsfonds wählen. Der Value-Ansatz geht stärker mit den Märkten und kann so stärker abschneiden.
  • Glaube ich, dass die Krise erst am Anfang steht und die Börsen noch weiter einbrechen, wäre der Dirk Müller Fonds mein Favorit.

Im Börsencrash ist es wichtig, einen verlässlichen Broker zu haben. In den letzten Wochen hat sich gezeigt, dass es bei einigen Brokern zu mehr Problemen kommt. Mein Top-Premium-Broker hat sehr gut im Börsencrash abgeschnitten:


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