Corona Crash: MSCI World, DAX? Nein, danke! | der beste ETF Sparplan 2020 (für Anfänger)

Heute analysiere ich wichtige Indizes wie den MSCI World. Es geht darum, die besten ETFs für den Corona Crash finden. Ich stelle dir jeweils eine Strategie für konservative und risikofreudige Investoren vor. Beide Strategien lassen sich bequem per ETF-Sparplan umsetzen.

Darum solltest du die Finger vom DAX lassen!

Fangen wir mit unserem lieben DAX an.

Da wir in Deutschland leben, investieren viele Anleger in deutsche Unternehmen. Italiener investieren gerne in italienische Unternehmen. Einwohner aus der Bananen-Orangen-Republik investieren in Unternehmen aus der Bananen-Orangen-Republik.

Dieses Phänomen nennt sich in der Fachsprache Home Bias. Viele Sparer investieren ihr Geld in Unternehmen aus ihrem Heimatland. Die Heimat macht einen vertrauten Eindruck. Hier kennt man sich aus. Deshalb investiert man in die Heimat.

An der Börse ist das nur schlau, wenn du aus den USA kommst.

Unser DAX hat ganz klar gegen den US-amerikanischen Dow Jones versagt. Der Weltindex MSCI World hat ebenfalls deutlich besser abgeschnitten.

Ich sage es dir einmal ganz klar: Unser DAX ist ein schlechter Index.

Schau dir einmal die rote Linie an.

Der Dow Jones ist immer weiter nach oben gestiegen. Dagegen hängt der DAX an der roten Linie fest.

Darum sind Kursindizes fiese Trickbetrüger

Im oberen Schaubild siehst du den Kursindex DAX. Die anderen Indizes sind ebenso Kursindizes. Das heißt, im Kurs sind keine Dividenden enthalten.

Im TV wird der Performance-DAX gezeigt. Das ist aber ein halber Fake, denn ein Performance-Index enthält Dividenden. So wird der Kurs künstlich nach oben verzerrt.

Hier siehst du, wie gewaltig der Unterschied zwischen Kurs- und Perfomance-DAX ist. Andere Indizes wie der Dow Jones sind jedoch Kursindizes. Daher musst du zum Vergleich immer den Kursindex heranziehen. Und da versagt unser DAX auf ganzer Linie.

Ein DAX-ETF kommt mir daher nicht ins Depot.

Der DAX ist stark von der Autoindustrie abhängig. Mit BMW, Daimler und Volkswagen sind drei Autoaktien enthalten. Es gibt aber auch mehr oder weniger versteckt abhängige Unternehmen wie den Autozulieferer Continental.

Deutsche Autobauer werden dafür kritisiert, dass sie den Wandel zum Elektroauto verschlafen. Mit dem DAX investierst du in eine stark kriselnde Branche. Das muss nicht unbedingt sein.

Wer sich eine Portion Deutschland ins Depot holen möchte, sollte ganz klar einen MDAX-ETF bevorzugen.

Der deutsche Mittelstand konnte sogar den Dow Jones hinter sich lassen. Ich habe den Zeitraum ab 2005 genommen, da so die Finanzkrise komplett enthalten ist. Der MSCI World hat nur ein bisschen besser abgeschnitten.

Was taugt der MSCI World?

Auf den ersten Blick hört sich dieser Index wunderbar an. Es sind 1.643 Aktien aus 23 Industrieländern enthalten. Du setzt also auf starke Länder wie Japan, Großbritannien, USA oder die Schweiz. So deckst du einen Großteil der Welt ab.

Die Sache hat aber einen Haken: Der MSCI World basiert zu über 60 % auf US-amerikanischen Aktien. Nur Japan und Großbritannien schaffen es über die 5 % Marke. Die restlichen Länder sind mehr oder weniger Kleinkram.

Das zeigt sich auch an den Top 10 Aktien.

Zusammen machen sie circa 15 % vom Index aus. Nestle hat es als einzige Nicht-US-Aktie in dieses Ranking geschafft. Ansonsten siehst du dort Big Player wie Amazon, Apple, Facebook oder Microsoft.

Das sind alles gute und seriöse Unternehmen. Sie sollten die Corona Krise ohne Probleme überstehen. Ich denke, sie werden sogar von Corona profitieren.

Dieser Gedanke ist extrem wichtig. In den nächsten Monaten sollte es einige Firmenpleiten geben. Die Big Player der Branche können diese Marktanteile übernehmen. Vielleicht sinken ihre Umsätze kurzfristig. Langfristig können sie ihre Marktstellung ausbauen und eventuell sogar Konkurrenten günstig übernehmen.

Der MSCI World ist stark aufgestellt. Allerdings wird er seinem Namen nicht wirklich gerecht. Es sind nur Industriestaaten enthalten. Der Fokus liegt ganz klar auf den USA. Für mich ist der MSCI World weder Fisch noch Fleisch. Er ist nicht besonders spekulativ, aber auch nicht stark defensiv.

Der MSCI World ist ein guter und seriöser Index. Aber ich finde, man kann es besser machen.

Bist du ein defensiver oder spekulativer Investor?

Defensive Anleger sollten möglichst breit streuen. So senken sie das Risiko. Hier ist der FTSE All-World Index eine gute Wahl. Der beliebteste ETF auf diesen Index stammt von Vanguard.

Im FTSE All-World sind über 3.900 Aktien aus mehr als 45 Ländern enthalten. Im Gegensatz zum MSCI World enthält dieser Index auch Schwellenländer.

Die USA machen beim ETF von Vanguard nur noch 55 % aus. Das ist immer noch ein großer Brocken, aber deutlich weniger als beim MSCI World. So senkst du das Risiko, da du weniger stark von einer Region abhängig bist. Außerdem ist China mit rund 4 % vertreten.

Quelle: Datenblatt von Vanguard

Die Top 10 Aktien sind mit 13,6 % gewichtet. Das sind circa 2 % weniger als beim MSCI World. Ansonsten bestehen die Top 10 aus den üblichen US-amerikanischen Verdächtigen. Alibaba hat sich gegen Nestle durchgesetzt.

Ich sehe den Vanguard FTSE All-World als super ETF für konservative Anleger. Du kannst ganz einfach einen monatlichen Sparplan auf diesen ETF einrichten. Das ist schon die ganze Arbeit. Der Rest läuft stressfrei und automatisch ab.

Du musst nur ausreichend Zeit mitbringen. Bei ETFs sollten es mindestens 10 Jahre sein, 15 Jahre sind besser.


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Wie können risikofreudige Investoren investieren?

Kommen wir nun zur spekulativen Strategie. Ich habe dir vorher erklärt, dass ich mit Firmenpleiten rechne. Bei der konservativen Strategie habe ich bewusst breit gestreut, da alles auch ganz anders kommen kann.

Für konservative Anleger ist dieses Szenario viel zu stressig. Risikofreudige Investoren sollten sich gezielter positionieren.

Die Welt sollte wegen dem Coronavirus in eine Rezession stürzen. Daher würde ich Unternehmen mit einem Corona-sicheren Geschäftsmodell bevorzugen. Das Business sollte auch zu Krisenzeiten laufen.

Ich denke, die USA werden ihre Vormachtstellung weiterhin behalten. Es gibt sehr viele Corona-sichere Aktien aus den USA.

Deshalb würde ich simpel und einfach einen ETF auf den NASDAQ 100 besparen.

Dieser Index enthält 100 Nicht-Finanzunternehmen. Banken kommen bei einem Börsencrash öfters unter die Räder. Viele Sparer meiden bewusst Bank-Aktien. Der NASDAQ 100 enthält keine Banken, also musst du dir darüber keine Sorgen machen.

Hier siehst du einige Aktien aus diesem Index.

Quelle: Comdirect

Das höchste Handelsvolumen machen die üblichen Verdächtigen wie Apple, Amazon, Microsoft oder Tesla aus. Das ist super, denn genau diese Aktien möchte ich als spekulativer ETF-Investor in meinem Depot haben.

Zu den Top 10 Aktien mit dem höchsten Einfluss zählen Apple, Facebook und Microsoft.

Quelle: extraETF

Mit steigender Bedeutung kann sich die Gewichtung ändern. Erobert Tesla die Autowelt, könnte die Aktie eines Tages in die Top 10 rutschen.

Der historische Kursverlauf zeigt, wie stark der NASDAQ in den letzten 13 Jahren abgeschnitten hat.

Die Finanzkrise wurde sehr gut überstanden. Das liegt natürlich auch an starken Wachstumsaktien wie Amazon. Gehen wir etwas weiter in die Vergangenheit zurück, sehen wir 2000 herum einen größeren Einbruch.

Während der Dotcom-Blase ist der technologielastige NASDAQ unter die Räder gekommen. Damals kam es zu einer historischen Übertreibung. IT-Aktien wurden extrem hochgekauft. Deshalb hat der NASDAQ 100 stärker verloren.

Dieses Risiko haben wir jetzt nicht mehr. Das Internet ist erwachsen geworden und aus dem Leben der Menschen nicht mehr wegzudenken. Zu Corona-Zeiten dreht sich sogar der komplette Alltag ums Internet.

Morgens im Home Office arbeiten, später eine Kochbox online bestellen und abends Netflix schauen. So oder ähnlich sieht der Alltag vieler Menschen aus.

Ein NASDAQ ETF bietet meiner Meinung nach hohe Gewinnchancen mit einem vernünftigen Risiko.

Ich hätte dir jetzt auch ein kompliziertes Depot mit Branchen-ETFs basteln können. Aber das finde ich total unnötig. Branchen-ETFs kosten in der Regel deutlich höhere Gebühren. Außerdem sind solche ETFs sehr oft Mogelpackungen.

Schau dir als Beispiel den VanEck Vectors Video Gaming and eSports ETF an:

Quelle: extraETF

Gaming gilt als großer Megatrend. Auf den ersten Blick sieht dieser ETF super aus. Die TER, also die theoretischen Kosten liegen bei 0,55 %. Das ist teuer. Außerdem machen die Top 10 des ETFs stolze 60 % aus.

Quelle: extraETF

In den Top 10 befinden sich Standard-Aktien wie NVIDIA, Tencent oder AMD. Dafür brauche ich bestimmt keinen teuren Gaming ETF. Da kann ich mir die besten Aktien auch so kaufen.

Deshalb halte ich einen ETF auf den NASDAQ 100 für die beste Lösung.

  • Als risikofreudiger Investor gehst du bewusst ein höheres Risiko ein.
  • Du setzt mit dem NASDAQ 100 vorwiegend auf IT- und Tech-Unternehmen aus den USA.
  • Du spekulierst darauf, dass Unternehmen wie Alphabet, Amazon oder Tesla ihren Siegeszug fortsetzen. Infolge der Corona Krise werden sie wichtige Marktanteile übernehmen.

Aus deutscher Sicht ist Tesla vs. BMW, Daimler und Volkswagen der spannendste Kampf.

Ich finde es fast schon lustig, wie sich Anleger einen DAX-ETF kaufen. Aber ein erfolgreicher Index wie der NASDAQ 100 wird ignoriert.

Ich persönlich bevorzuge jedoch einzelne Aktien. Ich stelle mir mein Depot gerne selber zusammen. Der einzige Index, auf den ich einen ETF-Sparplan starten würde, wäre der NASDAQ 100. Deshalb habe ich dir heute diese ungewöhnliche 1-ETF-Lösung präsentiert.

Ich habe dir zwei NASDAQ-ETFs von iShares herausgesucht:

  1. iShares NASDAQ-100 UCITS DIS, WKN: A0F5UF (Ausschütter)
  2. iShares NASDAQ-100 UCITS ACC, WKN: A0YEDL (Thesaurier)


Um alle Missverständnisse aufzuräumen: Konservative Anleger sollten den Vanguard FTSE All-World besparen. Risikofreudige Investoren könnten mit dem NASDAQ 100 eine deutlich höhere Rendite erzielen.

Risikohinweis: Dieser Beitrag ist meine persönliche Meinung. Er dient nur der Information und ist keine Anlageberatung. Ich kann auch komplett falsch liegen.

1 Kommentar
  • Antworten MrAktie

    1. Juni 2020, 10:17

    Hallo Nik,
    bin kein Fan von ETF.
    Zur Diversifikation nur soviel … jeder, der sich selbständig macht, kauft nur eine Aktie (nämlich sein Unternehmen).
    Du beispielsweise investierst sehr viel in ein Projekt: In Dich und deinen Blog!
    Du würdest doch auch keine 3.900 Blogs betreiben.
    Es gibt sehr viele Menschen, die nur mit einem Unternehmen (eine Aktie) sehr reich geworden sind: Zuckerberg, Bezos, Gates usw.
    Warum 3.900 Unternehmen per ETF im Depot?
    Ich besitze genau 7 Unternehmen (Aktien) .. reicht mir und bin zufrieden.
    Aber: Jeder muss seinen ganz eigenen Anlagestil entwickeln.
    Schöne Grüße
    Uwe

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