Wie gut ist der Dirk Müller Premium Aktien Fonds? | „Roast the Finanzprodukt“ #1

Herzlich willkommen bei Roast the Finanzprodukt. In meiner Show brutzele ich Finanzprodukte so richtig durch. Heute schaue ich mir den Dirk Müller Premium Aktien Fonds an. Du erfährst die Vorteile und Nachteile, die dieser Fonds zu bieten hat. Ich erkläre dir die Anlagestrategie und sage dir, was ich vom Dirk Müller Fonds halte. Ich würde sagen, schmeißen wir den Fonds auf den Finanzgrill!

Dirk Müller ist einer der berühmtesten deutschen Börsenexperten. Er trägt den Spitznamen Mister DAX. Dahinter verbirgt sich eine witzige Geschichte.

Herr Müller arbeitete von 1998 bis 2008 als amtlich vereidigter Börsenmakler in der Frankfurter Wertpapierbörse. Bei diesem Job saß er direkt unter der Kurstafel vom DAX. Einige pfiffige Journalisten dachten sich dann sowas wie: »Geben wir dem DAX ein Gesicht!«
Und so war Mister DAX geboren. Sein Gesichtsausdruck wurde genutzt, um die Kursentwicklung vom DAX aufzuzeigen.

Soviel zu Mister DAX, kommen wir nun zum Dirk Müller Fonds. Schauen wir uns zuerst die Strategie an.

Ich zitiere sinngemäß in abgekürzter Form (Quelle: offizielles Factsheet, Seite 1):

»Der Fonds investiert überwiegend in großkapitalisierte Unternehmen. Der Anlageschwerpunkt liegt in den Regionen Nordamerika/Europa. Bei der Aktienauswahl wird z. Bsp. auf eine nachhaltig hohe Bilanzqualität, starke Wettbewerbssituation und ethische Aspekte geachtet. Derivate werden ausschließlich zur Absicherung des Fondsvermögens sowie zur Optimierung der Kaufs- und Verkaufspunkte eingesetzt. Es erfolgt keine Wertpapierleihe.«

Der Fonds setzt also vorwiegend auf nachhaltig starke Aktien aus den USA und Europa.

Welche Aktien befinden sich im Dirk Müller Fonds?

Du kannst alle Aktien des Fonds transparent einsehen.

Quelle: Factsheet, Seite 2

Das sind die offiziellen Angaben für den November 2019. Es sind insgesamt 35 Aktien im Dirk Müller Premium Fonds enthalten.

Info: Bitte denk dran, dass sich die Aktien ändern können. Ich arbeite mit den Daten von November 2019. Inzwischen können sich andere Wertpapiere im Portfolio befinden. Auf der offiziellen Website gibts weitere Infos zu den Aktien.

Einige Aktien wie Edwards Lifesciences oder Atlas Copco sind kaum bekannt. Andere dagegen werden ständig in Facebook-Aktiengruppen diskutiert. Ich bin Moderator in einer der größten deutschen Aktiengruppen, nämlich Aktien Tipp. Außerdem diskutiere ich in anderen Facebook-Gruppen mit. Deshalb kann ich das ganz gut verfolgen.

Aktien wie Amazon, Apple, Mastercard, Nike oder Wirecard sind ein beliebtes Gesprächsthema. Und diese Aktien machen immerhin ein gutes Drittel des Fonds aus. Für diese Aktien brauche ich keinen gemanagten Fonds. Da kann ich auch selber Fondsmanager spielen.

Apropos Fondsmanager. Der Fonds heißt Dirk Müller Premium Aktien Fonds. Das heißt, Dirk Müller verwaltet den Fonds, richtig? Nein, das ist leider falsch.

Das Management wird von der Baader Bank übernommen. Dirk Müller ist offiziell nur als Berater tätig.

Ich konnte keine Angaben finden, worin genau seine Tätigkeit liegt. Okay, er ist Berater. Aber was genau macht ein Berater? Das Aufgabenspektrum ist gigantisch.

Auf der Homepage steht geschrieben (Zitat in abgekürzter Form):

»Ich konnte […] ein Team von Top-Experten, Research-Teams und Portfolio-Managern […] gewinnen, die sonst nur große Vermögen managen. Somit ist es nun jedem Anleger möglich, […] vom Fachwissen und der Kompetenz dieser Premium-Dienstleister zu partizipieren.«

Super, ich profitiere von der Kompetenz und vom Fachwissen von Top-Experten, Research-Teams und Portfolio-Managern.

Aber was genau macht nun Dirk Müller?

Das Research-Team sucht wahrscheinlich nach Aktien. Die Portfolio-Manager bewerten die Aktienauswahl. Irgendwie so oder ähnlich wird das wohl ablaufen. Welche Aufgabe bleibt für Dirk Müller übrig? Diese Frage kann ich dir nicht beantworten. Die offizielle Homepage liefert dazu leider keine Antwort. Dafür liefert sie ein sehr spannendes Zitat, das dich brennend interessieren dürfte.

»Je höher das Fonds-Volumen, desto geringer werden die Kosten für jeden Einzelnen. Das ist fair!
Das heißt für Sie, je größer der Fonds wird, desto weniger Gebühren fallen für Sie als Anleger an!«

Quelle: Homepage vom Dirk Müller Fonds

Das klingt echt super. Dirk Müller sagt, dass die Fondsgebühren immer niedriger werden. Bei aktiven Fonds sind die Gebühren ein großer Kritikpunkt. Sie fressen einen Teil der Rendite auf.

Laut Morningstar kosten aktive Fonds im Schnitt 1,9 % im Jahr. Das ist eine ganze Menge im Vergleich zu passives ETFs. Dort werden durchschnittlich 0,4 % im Jahr erhoben.

Wie viel kostet der Dirk Müller Fonds?

  • Der Fonds kostet eine Verwaltungsvergütung von 1,55 % im Jahr. Das ist günstiger als der Schnitt von 1,9 %. Allerdings sind 1,55 % noch immer teurer als ETFs für 0,4 %.
  • Der Dirk Müller Fonds ist rund 288 % teurer als ein durchschnittlicher ETF.
  • Außerdem musst du beim Kauf einen Ausgabeaufschlag von bis zu 4 % bezahlen. Du startest also direkt mit bis zu 4 % Minus.

Ein Investment von 10.000 Euro ist eine Millisekunde später nur noch 9.600 Euro wert. Ich gehe vom Worst-Case von 4 % Ausgabeaufschlag aus. Aber zum Glück sollen die Kosten des Fonds sinken. Dirk Müller wirbt ja mit den Worten: »Je höher das Fonds-Volumen, desto geringer werden die Kosten für jeden Einzelnen. Das ist fair!« Werfen wir hierzu einen Blick ins offizielle Verkaufsprospekt.

»Die jährliche Vergütung reduziert sich um 0,05 Prozentpunkte, sobald das Fondsvolumen 100 Mio. Euro oder mehr beträgt, sowie um weitere 0,05 Prozentpunkte, sobald das Fondsvolumen 250 Mio. Euro oder mehr beträgt.«

Quelle: Verkaufsprospekt, Seite 70

Das Fondsvolumen beträgt über 100 Mio. Euro. Das heißt, die Kosten wurden bereits einmal um 0,05 % reduziert.

Es gibt also höchstens nur noch eine einzige Reduzierung ab 250 Mio. Euro Fondsvolumen. Dann fallen die Kosten von 1,55 auf 1,5 % im Jahr. Ja, das ist fair. Sinkende Kosten sind immer eine tolle Sache. Trotzdem sind die Gebühren meilenweit von ETFs entfernt.

Und ob ich 1,55 oder 1,5 % im Jahr bezahle, reißt es nicht wirklich raus. Fürs Marketing ist das super. Wenn du dir als Anleger jedoch möglichst niedrigere Gebühren wünscht, sind ETFs das günstigste Fonds-Produkt.

Apropos ETFs: Ich habe dir einen Broker verlinkt, wo du ETFs für dauerhaft 0 Euro besparen kannst. Außerdem kannst du dort Aktien für nur einen einzigen Euro kaufen.

Klick rein, um deine Rendite mit niedrigen Gebühren zu optimieren.

Kommen wir zum wichtigsten Punkt des Dirk Müller Premium Aktien Fonds.

Was macht die Absicherungstaktik spannend?

Schauen wir uns nochmals das Anlagekonzept an.

»Derivate werden ausschließlich zur Absicherung des Fondsvermögens sowie zur Optimierung der Kaufs- und Verkaufspunkte eingesetzt.«

Quelle: Fondsdaten, Anlagekonzeption

Der Fonds ist für genau diese Absicherungstaktik bekannt. Aber was steckt dahinter? Im Interview mit wallstreet:online erzählte Dirk Müller die wichtigsten Fakten.

»Unser Konzept besteht darin, langfristig in die aus unserer Sicht 30-40 besten Aktien der Welt zu investieren und dieses Aktiendepot in gefährlichen Marktphasen bis 100 Prozent gegen Kurseinbrüche abzusichern. […] Sobald der Markt von seinen Höchstkursen abkippt, bauen wir gestaffelt Absicherungen in Form von Future-Verträgen auf.«

Quelle: wallstreet:online

Der Dirk Müller Fonds möchte Kurseinbrüche vorbeugen. Hierzu wird gestaffelt mit Future-Verträgen abgesichert. Wie sehr der Fonds gerade absichert, siehst du auf der Homepage.

Quelle: Homepage

Auf der Homepage siehst du den Absicherungsradar. Im November 2019 stand die Ampel auf gelb. Was heißt das?

Ich zitiere: »Die Märkte sind unsicher, der Fonds ist zumindest teilweise abgesichert, die weitere Entwicklung unklar. Die Absicherungen können sehr kurzfristig auch ausgebaut oder reduziert werden, je nach Entwicklung der Situation.«

Der Dirk Müller Fonds sichert dich gegen einen drohenden Börsencrash ab. Das ist das Kernelement dieses Fonds. Wenn du an eine Rezession und sinkende Weltmärkte glaubst, könnte dir dieser Fonds eine starke Überrendite bescheren. Gehen die Bullenmärkte jedoch weiter, wirst du mit dem Dirk Müller Aktien Fonds wahrscheinlich Rendite einbüßen. Wie ich zu dieser Meinung komme, erkläre ich dir nun ausführlich.

Ein langer Bullenmarkt!

Wir befinden uns seit 2009 in einem Bullenmarkt.

Das sind nun über 10 Jahre steigende Kurse. Eine verdammt lange Zeit. Irgendwann sollten die Kurse wieder fallen. Und das kann schon sehr bald sein. In letzter Zeit häufen sich negative Schlagzeilen.

  • Über 10.000 Stellen sollen bis 2022 wegfallen. So will Daimler den Personalabbau angehen.
  • Bundesregierung: Deutsche Wirtschaft tritt auf der Stelle.
  • Industrie baut erstmals seit 2010 Stellen ab. Rezession hält an.

Dirk Müller könnte mit seiner Strategie voll ins Schwarze treffen. Die Welt scheint in eine Rezession zu stürzen. Könnte man meinen. Es kann aber auch alles ganz anders kommen.

Man nehme ein bisschen Trump, eine Prise Handelskrieg und würze diese Mischung mit einem Hauch Brexit. Was kommt bei diesem Rezept heraus? Das weiß niemand. Weder ich, weder du, weder Heinz Harald vom Nachbarhaus und weder Dirk Müller.

Wie gesagt: Niemand weiß, wie sich diese Konflikte entwickeln. Sie können komplett eskalieren, es kann aber auch ganz anders kommen.

Trump als „Magier der Märkte“?

Am 3. November 2020 stehen die nächsten US-Präsidentschaftswahlen an. Trump wird häufig an der Entwicklung der US-Börsen gemessen. Deshalb ist er an steigenden Kursen interessiert. Dafür könnte er höchstpersönlich mit guten News im Handelskrieg mit China sorgen.

Die Welt muss nicht zwangsläufig 2020 untergehen. Es kann noch einige weitere positive Börsenjahre geben. Die Antwort weiß niemand. Deshalb schaue mir lieber greifbare Statistiken an, um wertvolle Rückschlüsse zu ziehen. An der Börse wiederholt sich Geschichte immer wieder. Angst und Gier wechseln sich alle paar Jahre ab.

Das ist die historische Kursentwicklung vom S&P 500. Seit 1926 sind über 90 Jahre vergangen. Das ist eine extrem lange Zeitspanne. Das macht dieses Schaubild umso aussagekräftiger.

Der aktuelle Bullenmarkt dauert rund 10 Jahre an. Das ist ordentlich und überdurchschnittlich lang. Im Schnitt dauern Bullenmärkte nämlich 9,1 Jahre. Da sind wir leider drüber. Doch das ist noch lange kein Grund zur Panik.

Dieses Schaubild zeigt acht Bullenmärkte, wenn wir den aktuellen ausklammern. Vier davon dauerten länger als unser jetziger Bullenmarkt an. Das heißt, rein statistisch gibt es noch ausreichend Aufwärtspotenzial. Der längste Bullenmarkt dauerte übrigens 15,1 Jahre an.

Wir bräuchten ca. vier weitere Bullenjahre, um einen Rekord-Bullenmarkt aufzustellen.

Viele Anleger verfallen in Panik, da die aktuelle Phase lange andauert. Das musst du aber nicht. Wie du gerade gesehen hast, sind wir noch weit vom Rekord entfernt. Vier der letzten acht Bullenmärkte dauerten länger an als die aktuelle Phase.

Spannen wir jetzt den Bogen zum Dirk Müller Fonds. Was ich dir gerade erklärt habe, könnte das ein Problem für den Aktien Fonds sein. Warum das so sein könnte, erkläre ich dir jetzt.

»Sobald der Markt von seinen Höchstkursen abkippt, bauen wir gestaffelt Absicherungen in Form von Future-Verträgen auf. Etwa 6 % unter den Höchstkursen ist unser Depotwert dann zu etwa 100 % abgesichert. Weitere Kursrückgänge der Aktienmärkte betreffen uns kaum.«

Quelle: wallstreet:online

Prinzipiell hört sich die Strategie sinnvoll an. 10 Jahre Bullenmarkt sind eine lange Zeit. Der Dirk Müller Fonds sichert sich gegen einen Börsencrash ab. Das geschieht, sobald sich der Kurs circa 6 % unter den Höchstkursen befindet. Doch die Strategie hat einen Haken. Und da kommt die vorige Statistik wieder ins Spiel.

Ich habe dir diese Grafik nicht nur zum Zeitvertreib gezeigt. Zuerst einmal zeigt sie, dass der aktuelle Bullenmarkt noch einige Jahre andauern kann. Kommt kein Börsencrash, könnte dich der Dirk Müller Fonds vielleicht Geld kosten.

So profitiert der Dirk Müller Fonds vom Börsencrash

Warum das so sein könnte, siehst du an diesem Chartvergleich.

Das ist der Dirk Müller Fonds im Vergleich zum MSCI World. Ich habe den MSCI World genommen, da dies ein Standardprodukt ist. Dort sind über 1.600 Aktien aus 23 Industriestaaten enthalten. In meinen Augen ist das ein solider Anfängerindex. Viele Börsen-Einsteiger besparen ihn per ETF.

Im Gegensatz zum Dirk Müller Fonds wird dort keine Absicherung vorgenommen. Das siehst du deutlich am Kurs. Viele wichtige Weltmärkte sind seit 2015 deutlich gestiegen. 2015 und 2018 gab es einen Rücksetzer. Der Verlust konnte allerdings sehr schnell aufgeholt werden. Es ging in kürzester Zeit relativ steil nach oben.

Genau hier sehe ich eine große Schwäche vom Dirk Müller Fonds: Entwickeln sich die Märkte weiterhin positiv, lässt du dir vielleicht Rendite entgehen. Im Vergleich zum MSCI World sind es seit 2015 rund 40 %. Das ist eine ganze Menge.

Niemand weiß, wann der Börsencrash kommt. Das ist das größte Problem beim Dirk Müller Fonds.

Aber sagen wir, du glaubst an einen Börsencrash. Du hältst es für sehr wahrscheinlich, dass er 2020 oder 2021 kommt. Genau in dieser Situation liegt die Stärke vom Dirk Müller Fonds.

2018 war ein schlechtes Jahr. Am Jahresende sind die Märkte regelrecht eingebrochen. Der Dirk Müller Aktien Fonds ist jedoch cool geblieben. Er konnte ein Plus von knapp 10 % generieren. Dagegen hat der MSCI World rund 5 % eingebüßt.

Schau dir einmal die beiden Kurven an. Der Dirk Müller Fonds hat sich viel ruhiger entwickelt. Als Investor hättest du mit diesem Fonds deutlich „cooler“ geschlafen. Dagegen zuckte der MSCI World wie Zitteraal herum. Die Kursentwicklung verlief alles andere als angenehm.

Und jetzt stell dir vor, die Weltmärkte entwickeln sich so wie der DAX zur Dotcom-Blase. Hier würde der Dirk Müller Fonds wahrscheinlich eine deutliche Überrendite hinlegen.

Doch genau das ist das Problem. Kommt kein größerer Kurseinbruch, lässt du dir mit dem Dirk Müller Fonds höchstwahrscheinlich Geld entgehen.

2018 standen die Weltmärkte vor dieser Situation. Im Schaubild siehst du den MSCI World als Sprachrohr der Industriestaaten. Theoretisch hätte die Situation wie zur Dotcom-Blase eskalieren können.

Hier siehst du das Schaubild von vorher zur Erinnerung:

Wäre die Situation von 2018 so gelaufen, hätte sich der Dirk Müller Fonds wahrscheinlich voll ausgezahlt. Da hättest du den MSCI World deutlich geschlagen. Doch die Weltmärkte haben es sich anders überlegt. Stattdessen haben sie sich 2019 mal eben in wenigen Monaten erholt. Und schon hat der MSCI World den Dirk Müller Fonds überholt.

Der MSCI World konnte sich bis zum 16. Dezember 2019 eine Überrendite von circa 15 % erarbeiten.

Ein Börsencrash ist eine fiese Sache. Niemand weiß, wann wirklich einer kommt. Und dann gibt es einen zweiten fiesen Punkt zu beachten!

Börsencrashs haben (statistisch) kurze Beine

Ja, ich packe schon wieder diese Statistik aus.

Diesmal gehts um die Negativphasen. Was fällt dir auf? Die roten Striche sind deutlich dünner als die blauen Striche. Bullenmärkte dauern deutlich länger als Bärenmärkte an. Im Schnitt herrschen die Bären nur 1,4 Jahre. Die Bullen übernehmen das Ruder dagegen für über 9 Jahre.

Das sind zwei extrem wichtige Zahlen. Bullenphasen dauern statistisch deutlich länger an. Du lässt dir womöglich viele positive Börsenjahre entgehen, wenn du zu früh aussteigst. Genau diese Rendite kann dir am Ende fehlen. Aber vielleicht beweist du ein gutes Händchen und schichtest kurz vor einer Krise auf den Dirk Müller Fonds an.

Das Problem bleibt jedoch bestehen: Niemand kann sagen, wann die Krise wirklich kommt.

2013 hatte Marc Faber einen Börsencrash wie 1987 prognostiziert. Und was passierte? Der Kurs kannte nur eine Richtung, nämlich nach oben. Wer damals ausgestiegen ist, hat sich ordentlich Kursgewinne entgehen lassen.

Kommen wir zu meiner persönlichen Meinung. Wenn du an einen Börsencrash glaubst, ist der Dirk Müller Fonds eine gute Wahl. Die Absicherungsstrategie mit Future-Kontrakten macht eine starke Überrendite im Vergleich zu beliebten Indizes möglich.

Doch die Sache hat einen Haken: Niemand weiß, wann der Börsencrash kommt. Ich habe diesen Satz heute verdammt oft gesagt. Müsste ich jedes Mal einen Shot trinken, wäre ich betrunken. Das ist aber der entscheidende Punkt. Der Bullenmarkt kann noch einige Jahre andauern. Erst in circa vier Jahren hätten wir einen neuen Rekord-Bullenmarkt.

Quelle: Warburg Invest, Stand: ca. Ende November 2019

So hat sich der Dirk Müller Premium Aktien Fonds seit der Auflage entwickelt. Diese fand am 17. April 2015 statt. Seitdem sind mehr als vier Jahre vergangen.

Der Fonds hat es bis zum 17. Dezember 2019 auf eine Rendite von 0,46 % gebracht. Das ist schwach im Vergleich zu Weltmärkten wie dem Dow Jones. Der Fonds hat schwach abgeschnitten, da es keinen Börsencrash gab. Wichtige Märkte wie der S&P 500 liefen sehr gut. Deshalb konnten sie den Dirk Müller Fonds outperformen. Kommt tatsächlich ein Börsencrash, sollte sich das Bild jedoch komplett wandeln. Dann könnte der Dirk Müller Fonds die Weltmärkte deutlich outperformen.

Wann der Crash kommt? Keine Ahnung! Was ich jedoch weiß: Rein historisch laufen Bullenmärkte deutlich länger als Bärenmärkte. Es gibt keine Garantie, dass es auch in Zukunft so sein wird. Die Statistik spricht jedoch dafür.

Daher bevorzuge ich eine defensive ETF-Strategie. Hier findest du einen spannenden Ratgeber mit drei Strategien!

Ein weiterer Punkt sind übrigens die Kosten. Dirk Müller muss jedes Jahr den Gebührenunterschied reinholen. Im Vergleich zu ETFs kostet der Dirk Müller Aktien Fonds circa 1 % mehr. Dieser eine Prozentpunkt will auch erst verdient werden. Das ist ein weiterer Grund für mich, warum ich ETFs bevorzuge. Dieser Kritikpunkt gilt aber für alle aktiv gemanagten Fonds.

Wenn du Roast-Wünsche hast, schreib mir unten deinen Kandidaten als Kommentar. Ich wärme schon mal die Kohle für den nächsten Roast vor!

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