Was du von der Tesla Aktie lernen kannst – DIESER Erfolgsfaktor verändert alles!

Für Tesla Aktionäre gab es letzte Woche hervorragende Neuigkeiten.

Elon Musk überraschte am Mittwoch nach Börsenschluss mit einem Betriebsgewinn. Im dritten Quartal 2019 hat Tesla 143 Millionen US-Dollar verdient. Außerdem wird die Gigafabrik in Schanghai schneller gebaut als erwartet.

Daraufhin ist die Aktie zeitweise um über 20 % explodiert.

Aus dieser Geschichte kannst du einen zentralen Erfolgsfaktor lernen. Die meisten Anleger unterschätzen diesen Punkt gewaltig. Welche Punkt ich meine, verrate ich dir in diesem Ratgeber!

Am 28. Mai 2019 habe ich ein spezielles Video veröffentlicht.

In diesem Video ging ich darauf ein, warum die Aktie zu diesem Zeitpunkt ein spannender Kauf war.

Hier siehst du den Chartverlauf von Tesla.

Ich habe den 28. Mai im Schaubild gelb markiert. Das war der Tag, wo das erwähnte Video online kam. Es ist unschwer zu erkennen, dass es danach immer weiter nach oben ging. Um genau zu sein, liegt der Gewinn seit dem Kauf bei über 76 %.

Der Kauf ist bei Trade Republic erfolgt. Ich habe das dort extra gemacht, um den Online Broker zu testen. Das Schaubild ist ein direkter Screenshot von der Smartphone App.

Mein Fazit nach einem halben Jahr: Alle Trades werden zuverlässig und seriös abgewickelt. Und ja: die Trades kosten wirklich nur einen einzigen Euro.

Sei schlau und klick rein, um Gebühren zu sparen.

Zurück zum Kursverlauf. Es hat einen wichtigen Grund, warum ich die Tesla Aktie im grünen Kreis als Kauf gesehen habe.

Dabei befand sich Tesla spätestens seit Januar 2019 im Abwärtstrend. Ich hätte auch im Januar, Februar, März oder April kaufen können. Aber nein, die echte Kaufchance kam erst Ende Mai. Und das liegt an meinem Erfolgsfaktor.

Mein Erfolgsfaktor hat sich erst Ende Mai gemeldet. Es handelt sich um die Börsenpsychologie. Dieser Punkt wird von extrem vielen Anlegern unterschätzt. Tesla lässt grüßen.

Ende Mai fingen die Medien an, extrem auf Tesla herumzuhacken:

„Tesla besorgt sich frisches Geld – und schon tut sich ein neues Loch auf.“

Das ist dir nicht dramatisch genug? Kein Problem!

„Tesla-Aktien verpfändet: Elon Musk soll Banken eine halbe Milliarde Dollar schulden.“

Es geht noch schlimmer. Die folgende News war für mich ein wichtiges psychologisches Signal. Die vorigen News waren noch einigermaßen sinnvoll. Bisschen Clickbaiting, aber das ist okay. Heutzutage muss jedes Magazin Clickbaiting betreiben, um zu überleben. Jetzt kommt aber die Krönung.

„Tesla-Aktie könnte auf zehn Dollar fallen.“

Diese News wurde wie die Sau durchs Dorf getrieben. Zahlreiche Magazine berichteten über das Kursziel von 10 Dollar. Damals notierte die Aktie bei ungefähr 190 Dollar. Ein Kursverfall auf 10 Dollar wäre also wirklich extrem. Dieses extreme Kursziel hat es sogar in die Börse ARD geschafft. Das ist kein Klatschmagazin, sondern ein seriöses Finanzportal.

Wenn ein seriöses Finanzportal solche Überschriften auspackt, starte ich einen gedanklichen Freudentanz. Denn dann gibt es häufig tolle Einstiegskurse. Kurz zur Erklärung: Die 10 Dollar waren ein Negativszenario von Morgan Stanley. Dann müsste wirklich alles schiefgehen bei Tesla. Das eigentliche Kursziel lag bei 230 US-Dollar. Einige Magazine schwiegen die 230 Dollar tot. Es wurde nur von den 10 Dollar berichtet.

Selbst in YouTube diskutierten die Medien über das 10-Dollar-Kursziel. Das war eine total sinnlose Diskussion.

Da könnte ich auch bei Amazon ein negatives Kursziel von 10 Dollar festlegen. Sagen wir, die Plattform wird in Europa und Asien verboten. Um China zu befriedigen, verbietet Trump Amazon in den USA und lässt alle Online Deals über Alibaba laufen. »Was redet der für einen Blödsinn«, denkst du dir jetzt vielleicht. Genau, das mit Amazon ist total unrealistisch. Genauso unrealistisch war das 10 Dollar Kursziel der Tesla Aktie. Trotzdem berichtete fast jedes größere Finanzportal darüber. Und ich wusste: Yes, endlich haben wir Kaufkurse.

Ich habe wirklich sehr lange gewartet. Ich habe mir überlegt, im Februar oder März zuzuschlagen. Aber da war die Stimmung noch viel zu positiv. Im Mai gab es dann mehrere eindeutige Indikatoren wie das 10 Dollar Kursziel.

Tesla ist da kein Einzelfall. Mediale Prügel kommen relativ häufig vor. Mehrmals im Jahr gibt es interessante Kandidaten.

Erfolg mit Börsenpsychologie

Ein weiteres Beispiel ist Öl. Ende 2014 sind die Kurse immer weiter eingebrochen.

Öl-Aktien wie Shell sind günstiger geworden. Aber wie hätte man das Ende erkennen können? Ganz einfach, indem du Medien beobachtest. Ich erinnere mich noch an damals. Bis zu 35 US-Dollar herum wurde relativ sachlich berichtet. Doch dann fing es an.

Beim Kurs von ungefähr 30 Dollar kamen seltsame Prognosen.

„Expertin: Ölpreis von unter 0 Dollar denkbar.“

Diese News kam damals täglich in den Medien, es wurden sogar negative Kursprognosen diskutiert.

Und ich wusste: Yes, endlich haben wir Kaufkurse bei Öl-Aktien wie Shell. Mit dieser Taktik kannst du übrigens vermeiden, ins fallende Messer zu greifen. Solange relativ neutral über eine fallende Aktie berichtet wird, würde ich die Füße still halten.

Immer die Medien beachten!

Noch schlimmer ist es, wenn die Medien von einer tollen Chance sprechen. Da gibt es den sogenannten Bild-Zeitung-Indikator. Wenn die Bild über ein Finanzprodukt berichtet, solltest du ganz vorsichtig sein. Erklärt die Zeitung, wie das Produkt funktioniert, könnte die Rallye schon bald vorbei sein.

Als Beispiel habe ich dir Bitcoin herausgesucht. Mitte Dezember kam ein Artikel mit dieser Überschrift heraus:

„Bitcoins einfach erklärt – soll ich auch kaufen?“

Und hier siehst du die Kursentwicklung nach der Veröffentlichung:

Das Schaubild erklärt sich von selbst. Nach dem Artikel konnte der Kurs nur noch kurzzeitig ansteigen. Wenige Wochen später fiel er wie ein Stein.

Börsenpsychologie ist ein wichtiges Werkzeug. Vor allem bei medial stark diskutierten Aktien lässt sie sich wunderbar anwenden. Denk an das 10 Dollar Kursziel von Tesla.

Dabei ist ganz wichtig: Die Medien müssen aktiv über die unsinnige Prognose berichten. Dies war nur ein kleines Beispiel, wie Börsenpsychologie funktionieren kann.

Wie misst man Gier oder Angst?

Gerät ein Finanzprodukt in den medialen Fokus, ist das relativ einfach. Wie gesagt, ich schaue mir die Qualität der Artikel an. Je unsinniger die Argumente, desto besser der Einstieg. Zur Bewertung der allgemeinen Marktlage kannst du den Fear and Greed Index von CNN heranziehen. Mit diesem Indikator kannst du beurteilen, ob die Anleger gerade ängstlich oder gierig sind.

So sieht der Indikator aus:

Du erreichst ihn direkt auf der CNN-Seite. Besonders die Extrembereiche des Indikators sind sehr spannend. Bei unter 20 oder über 70 wird es interessant. Dann würde ich genauer hinschauen, ob eine interessante Chance vorliegen könnte. Droht ein allgemeiner Börsencrash, wird das auch die meisten Aktien treffen.

  • Vor allem ein Wert unter 20 ist spannend. Dann ergibt sich häufig ein interessanter Einstieg.
  • Allerdings hätte es sich oftmals nicht gelohnt, bei einem Greed-Wert von über 70 zu verkaufen.
  • Der Indikator hat eine hohe Fehleranfälligkeit. Daher solltest du niemals nur nach diesem Indikator traden.

Ich würde einen weiteren Indikator dazupacken. Die fundamentale Analyse ist da die perfekte Ergänzung. Dabei ist mir egal, ob das Unternehmen 0,5 % mehr oder weniger Umsatz in Sparte 2 macht. Es geht mir immer um das Big Picture.

  1. Wie entwickeln sich die Umsätze?
  2. Ist das Geschäftsmodell auch noch in 5 Jahren attraktiv?
  3. Wie sieht es mit Gewinnen aus?

Ich schaue mir die Gewinne bewusst als letzten Punkt an. Derzeit sind Wachstumswerte voll im Trend. Ob das Unternehmen rote oder schwarze Zahlen schreibt, ist zweitrangig, wenn das Wachstum stimmt. Bei einem etablierten Unternehmen mit wenig Wachstum sind die Gewinne jedoch elementar. Die Dividende sollte aus den Gewinnen bezahlt werden – und das auch in Krisenzeiten.

Und Wirecard?

Die Börsenpsychologie ist übrigens der Grund, wieso ich nicht in Wirecard investiert bin.

Aktuell wirkt es so auf mich: Alle Anleger halten sich strahlend an den Händen und singen: »Oh Wirecard, oh Wirecard, wie schön sind deine Wachstumschancen.«

Die Financial Times ist der Bösewicht, ohne diesen Bösewicht, würde der Kurs nur eine Richtung kennen, nämlich nach oben. Und genau deshalb kaufe ich Wirecard nicht. Alle Anleger sind sich einig, dass der Kurs steigen muss. Tut er aber nicht. Dabei ist an den Vorwürfen der Financial Times wenig dran. So glauben es zumindest die Anleger.

Aber wie habe ich das überhaupt gemessen?

  • Ich lese mir Hunderte von Kommentaren durch.
  • Dann teile ich die Kommentare in eine Skala von Gier zu Panik ein. Dafür schaue ich mir die Meinungen in Wallstreet:Online und in Facebook Gruppen an.
  • Die Personen dort interessieren sich für Börse. Sie spiegeln nicht die breite Masse wider. Ich würde die Personen in den Aktien-Gruppen im Durchschnitt als leicht fortgeschritten einschätzen.
  • Und wenn diese Personengruppe eine Aktie feiert, schrillen bei mir die Alarmglocken. Denn so im Schnitt sind das Anleger, die sich besser mit Aktien auskennen. Da ist Gier umso schlimmer.

Ganz ehrlich: Ich finde Wirecard fundamental spannend. Trotzdem bleibe ich an der Seitenlinie. Sehr viele Anleger denken positiv über Wirecard. Trotzdem steigt die Aktie nicht. Wirecard ist ein starker Wachstumswert. Aber wegen der extrem positiven Erwartungen bleibe ich draußen.

Die Aktionäre wirken auf mich naiv positiv.

Mir fehlt das große Jammern, der große Knall. Geht Wirecard unter 100 Euro, steige ich ein, ansonsten nicht. Kann sein, dass ich komplett falsch liege. Ich hoffe es für alle Investierten. Mit meiner Taktik fahre ich in 8 von 10 Fällen gut. Eine oder zwei Aktien steigen, ohne dass mein Kauflimit erreicht wird. Doch ich verpasse lieber 1-2 von 10 Chancen, anstatt ins fallende Messer zu greifen.

Allerdings hat die Börsenpsychologie ein Problem: Sie lässt sich nur schwer in einen Indikator packen. Klar, es gibt Indikatoren wie das Momentum.

So bisschen was kann man ableiten. Als das Momentum im negativen Bereich war, ist auch Amazon gefallen. Je mehr im roten Bereich, desto besser war die Chance. Ein Einstieg, der nur auf diesem Indikator basiert, ist jedoch wilde Raterei.

Bei den meisten Indikatoren weiß man nicht so recht, wann eine bestimmte Phase aufhört. Also wie lange die Gier oder Ängstlichkeit anhält.

Deshalb habe ich einige börsenpsychologische Situationen im Kopf abgespeichert. Eine Situation habe ich dir vorher anhand von Tesla und Öl ausführlich erklärt. Tritt diese Situation ein, wunderbar. Dann steige ich mit einem Einmalinvestment ein.

Bei Aktien, die medial weniger im Fokus stehen, achte ich auf einen Aufwärtstrend. Dann nutze ich die Charttechnik zur psychologischen Analyse.

Und die wichtigste Regel: Ich wende die vorgestellte Börsenpsychologie nur bei fundamental starken Aktien an. Das können Wachstumsaktien oder gesunde Unternehmen sein. Aber auf keinen Fall bei Pleitekandidaten oder irgendwelchen Pennystocks.

Rechtlicher Hinweis: Jegliche Informationen in diesem Beitrag dienen nur der Information und stellen keine Kauf- oder Verkaufsempfehlung dar. Es wird keine Gewähr für die Richtigkeit der Inhalte übernommen, sie können komplett falsch sein.

1 Kommentar
  • Antworten Gabriel

    28. November 2019, 13:16

    Du sprichst von Fundamental starken Unternehmen und willst nicht in Pleitekandidaten investieren.
    Dann bist du in Tesla investiert?! Tesla ist vollkommen überbewertet, jetzt schon wie soll da auf Dauer noch großes Wachstum stattfinden, selbst wenn sie mal dauerhaft schwarze zahlen schreiben.
    Im Endeffekt ist Tesla ein stinknormaler Autobauer der halt nur E-Autos anbietet und kein Tech. Konzern wie Alphabet oder Apple.

    Und gerade das mediale runterprügeln wird doch bei Wirecard aktuell betrieben, wieso soll man dann jetzt nicht einsteigen obwohl die Aktie schon gezeigt hat das sie auf über 200€ steigen kann. (Ist doch eig. deine Taktik)
    Finde deinen Ansatz interessant aber ehrlich gesagt verstehe ich die Umsetzung nicht wirklich.

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