Gold – die größte Illusion aller Zeiten!

Gold glitzert und glänzt wunderschön. Seit Jahrtausenden fasziniert es die Menschheit. Als Geldanlage ist es jedoch die größte Illusion aller Zeiten. Du kannst mit einem Investment in Gold oder Silber ordentlich ins Klo greifen. Wie ich darauf komme, verrate ich dir in diesem Artikel! Ich decke die Wahrheit zu den Renditechancen mit Gold auf!

Gold kommt gerade immer mehr in Mode.

Das liegt an drei Punkten:

  1. Notenbanken kaufen massiv Gold auf.
  2. Überall wird über die Rezession 2020 und eine Finanzkrise diskutiert.
  3. Blogger und YouTuber posaunen die ersten beiden Punkte herum. Ihr Fazit lautet: Wenn Profis wie die Notenbanken kaufen, sollte man in Gold investieren.

So schließt sich der Kreis aus Notenbanken, einer drohenden Finanzkrise und Personen, die aktiv für Gold werben.

Sogar Promi-Anleger wie Ray Dalio springen auf diesen Trend auf. Vor paar Monaten sagte er: »Das Ende ist nah, kaufen Sie Gold!«

Ganz ehrlich: Das klingt sinnvoll und logisch. An der Börse sind Profi-Investoren wie Notenbanken ein guter Indikator. Und dieser Indikator gibt gerade grünes Licht für Gold-Käufe. Die Gold-Käufe der Zentralbanken sind in den letzten Jahren explodiert.

  • Von 1995 bis 2005 herum haben die Zentralbanken mehr Gold verkauft als gekauft.
  • Seit ungefähr 2005 hat sich das jedoch gewandelt. Es wird immer mehr in Gold investiert.

Die Notenbanken sind schlaues Geld. Deshalb ist das eindeutig ein positiver Indikator.

Darüber hinaus sind wichtige Staaten wie die USA hoffnungslos verschuldet. Es scheint, als hätte die Welt nichts aus der Finanzkrise gelernt. Kurz nach 2008 ging die US-Verschuldung ein bisschen zurück. Nun stürzen sich die USA wieder in alte Gewohnheiten. Genauso wie ein Alkoholiker, der paar Monate einen Entzug macht. Doch dann wird er rückfällig und fängt wieder an, seine Gesundheit zu ruinieren.

Irgendwann macht die Gesundheit den Alkoholkonsum nicht mehr mit. Der Körper sagt »Stopp!« und fällt in sich zusammen. Genauso könnten die USA durch die enorme Verschuldung zusammenfallen.

Ist Gold ein Anker?

Das Edelmetall gilt als sicherer Hafen. Gold ist der Anker, der dich sicher durch Krisenzeiten führt. Aber was ist dran an diesen Crash-Theorien? Alles nur heiße Luft oder stehen echte Fakten dahinter? Bei Crash-Prognosen sollte man als Anleger vorsichtig sein.

2009 sagte Roland Leuschel einen langjährigen Abwärtstrend voraus. Ich zitiere: »Die westlichen Volkswirtschaften kranken an einem Übermaß an Verschuldung.« Seine Schlussfolgerung daraus. »Es gibt eine Währung, die nicht von Notenbanken, Regierungen oder Ratingagenturen beeinflusst werden kann – das Gold.«

Zitat aus Interview mit der Welt

Wie gut war seine damalige Prognose?

In den ersten beiden Jahren zahlte sich seine Gold-Prognose aus. Aber es ist nicht alles Gold, was glänzt. Eigentlich ist er davon ausgegangen, dass die Märkte um weitere 50 % einbrechen. Wie du siehst, ist da gar nichts eingebrochen. Der S&P 500 ist sogar in einen Aufwärtstrend gewechselt. Ein paar Jahre später hatte Gold seinen Vorteil komplett verspielt.

Der S&P 500 konnte Gold weit hinter sich lassen. Gold hat übrigens einen versteckten Nachteil: Im Kursverlauf vom S&P 500 sind keine Dividenden enthalten.

Ich erspare den Goldfans diesen Anblick. Der Rendite-Unterschied fällt noch dramatischer aus. Selbst ohne Dividenden schneidet der S&P 500 klar besser ab. Aber zurück zu Roland Leuschel und seiner Rhetorik. Er sagte einen der »größten Aktien-Crashs aller Zeiten voraus«. Deshalb empfahl er Gold als sicheren Hafen. Irgendwie erinnert mich seine Worte an heutige Prognosen.

Heutige Prognosen sind verblüffend ähnlich

Friedrich & Weik sprechen vom »größten Crash aller Zeiten«. Bis spätestens 2023 rechnen die Ökonomen mit einem Crash. Friedrich sieht die Verschuldung als großes Problem. Die Lösung für ihn sind Sachwerte wie Gold, Silber oder Immobilien.

Irgendwie erinnert mich diese Argumentation ganz stark an Roland Leuschel. Er sah die Schulden ebenfalls als großes Problem und Gold als sinnvolle Lösung. Und anfangs behielt er sogar recht.

Zur Erinnerung: Gold legte zwei Jahre nach der Finanzkrise eine sehr gute Performance hin. Dann ging das Edelmetall jedoch den Bach runter.

Friedrich und Weik können mit ihrer Crash-Prognose richtig liegen. Vielleicht performt Gold wirklich zwei oder drei Jahre besser als die Aktienmärkte. Aber denk an Roland Leuschel zurück. Die Aktienmärkte konnten den Rückstand schnell wieder aufholen. Gold ist nach 2011 irgendwie in einen Dornröschenschlaf gefallen.

Der Kurs ist seitwärts nach unten geschwankt und erst dieses Jahr wieder erwacht.

Das ist leider keine einmalige Sache.

Hier siehst du den inflationsbereinigten Goldkurs. Der Chart fängt Februar 1915 an. Nicht 2015, sondern 1915. Das sind also über 100 Jahre Kursentwicklung. Schau dir einmal die langen negativen Abwärtsphasen an. Die erste Phase dauerte von 1934 bis 1970. Das sind stolze 36 Jahre. In der zweiten Phase fiel Gold von 1980 bis 2001. Du würdest nach 21 Jahren am Tiefpunkt stehen.

Gold kann locker 10, 20 Jahre oder sogar länger fallen. Während dieser ganzen Tag liegt das Edelmetall stupide herum. Es verursacht Kosten. Eine einzelne Goldmünze kannst du daheim verstecken. Bei hohen fünfstelligen Summen sieht das schon anders aus. Da sollte man sich einen Tresor kaufen oder das Gold extern lagern.

Aktien sind im Vorteil

Im Gegensatz zu Aktien zahlt Gold keine Dividenden. Während viele Aktien regelmäßig was ausschütten, gehst du beim Gold leer aus. Du wirst womöglich für die Lagerung zur Kasse gebeten. Und im Worst-Case fällt der Kurs und du verlierst jährlich Geld. Da sind Aktien dem Edelmetall klar überlegen. Aber sowas von!

Hier siehst du Gold im Vergleich zu mehreren Indizes. Der S&P 500 ist rot eingetragen. Bei diesem Index werden die Dividenden rausgerechnet. Deshalb ist der schwarze Wilshire Large-Cap beeser geeignet. Das ist ein US-Index mit 750 Unternehmen. Im Wilshire sind die Dividenden im Kurs enthalten. Daher hat dieser Index eine sehr hohe Aussagekraft. Wie du am Kursverlauf siehst, hat der Wilshire eine deutlich bessere Performance hingelegt.

Außerdem ist noch ein weiterer Punkt zu berücksichtigen. Dafür lade ich dich auf eine kleine Geschichtsstunde ein.

Vom Ende der Goldpreisbindung

Der 15. August 1971 ist für Gold-Fans ein wichtiges Datum. An diesem Tag wurde die Goldpreisbindung von Richard Nixon abgeschafft.

Der US-Präsident leitete ein Wende der Geldpolitik ein. Bis dahin musste Notenbanken ihre Währung mit Gold hinterlegen. 35 US-Dollar konnten gegen eine Feinunze Gold getauscht werden. Das sind 31,1 Gramm. Nixon machte dem jedoch ein Ende. Seit dem 15. August 1971 gibt es keine Preisbindung mehr.

Aber was war der Grund dafür? Die USA hatten sich durch den Vietnamkrieg finanziell übernommen. Es waren zu viele Dollar im Umlauf. Das Problem an der Sache: Wegen der Goldpreisbindung mussten die USA 35 US-Dollar gegen eine Finanzunze Gold tauschen.

Einige Staaten wie Frankreich kamen auf die Idee, diesen Service zu nutzen. Stell dir vor, das hätten noch mehr Staaten gemacht. Dann würden die USA am Ende komplett ohne Gold dastehen.

Deshalb hob Nixon die Goldpreisbindung auf. Seitdem ist der US-Dollar nur noch eine Papierwährung. Es steht keine Sicherheit dahinter, wenn wir einmal von Raketen und Panzern absehen. Seitdem können Notenbanken Geld drucken, wie immer sie möchten. Genau das ist ein wichtiges Argument der Gold-Fans: Da es keinen Goldstandard mehr gibt, drucken die Notenbanken wie verrückt Geld. Die Verschuldung der Staaten steigt. Irgendwann bricht dieses Konstrukt in sich zusammen. So glauben es zumindest die Gold-Fans.

Kommt der Goldstandard wieder zurück?

Dazu gab es vor paar Wochen eine interessante News.

Die niederländische Zentralbank verkündete: »Gold ist das perfekte Sparschwein – es ist der Anker des Vertrauens für das Finanzsystem. Wenn das System kollabiert, kann Gold als Basis dafür dienen, es wieder aufzubauen.«

Viele Gold-Fans leiten daraus einen neuen Goldstandard ab. Sobald US-Dollar und Euro untergehen, wird eine neue Währung kommen. Und diese Währung wird wie in den guten alten Zeiten durch Gold gedeckt sein.

Was ich davon halte: Was spricht dagegen, dass sich Staaten immer weiter verschulden? Schulden sind überhaupt kein Problem. Genau das sagt die aktuell heiß diskutierte Modern Monetary Theory.

Das Grundprinzip lautet: Bezahle deine alten Schulden mit neuen Schulden!

Stell dir vor, du bist Bürgermeister. Früher hast du die Ausgaben durch Steuereinnahmen gedeckt.

Aber jetzt regierst du das Modern Monetary Theory Dorf. Du druckst dir dein Geld ganz einfach selber. Wenn ein Kuhstall repariert werden muss, startest du mal eben die Geldpresse.

Allerdings gibt es ein Problem: Es kommt sehr viel Geld in den Umlauf. Dadurch können die Preise explodieren. Es kommt zur Hyperinflation. Wie löst du dieses Problem? Ganz einfach, du erhöhst die Steuern! So verschwindet das Geld wieder aus deinem Dorf.

Das ist die Modern Monetary Theory einfach erklärt. In den USA ist diese Theorie gerade sehr beliebt. Spannen wir den Bogen zum Gold: Geht die Theorie auf, würde es keine Finanzkrise geben. Vielleicht irgendwann in ferner Zukunft. Indem die USA immer weiter Geld drucken, wird die Krise aufgeschoben. Eventuell lässt sich das Schuldenproblem anders lösen. Kommt keine Krise, ist Gold alles andere als ein sicherer Hafen. Das Edelmetall ist ein echter Rendite-Killer.

Gerd Kommer hat Gold mit anderen Anlageklassen verglichen. Seine Erkenntnisse:

  • Von 1900 bis 2018 erzielte es jährlich 0,6 %.
  • Von 1980 bis 2018 waren es sogar – 0,7 %. In 38 Jahren hättest du für Gold sogar draufgezahlt.
  • Das ist extrem ernüchternd. Globale Aktien brachten es in beiden Zeiträumen auf über 5 %.

Und jetzt wird wieder die Geschichtsstunde von vorher wichtig. Ich habe erzählt, dass Nixon den Goldstandard am 15. August 1971 abschaffte.

Von 1934 bis 1974 herrschten in den USA ein Goldverbot. Privatpersonen durften kein Gold besitzen.

  • Was glaubst du passiert, wenn ein Verbot nach stolzen 40 Jahren aufgehoben wird? Exakt, es wird kräftig geshoppt.
  • Außerdem hatten die Industriestaaten in den 1970er-Jahren mit wirtschaftlichen Problemen zu kämpfen. Die Inflation war hoch, während es kaum Wirtschaftswachstum gab.
  • In diesem Zeitraum fand auch die Ölkrise statt. Das war der perfekte Nährboden für den Goldpreis.

Deshalb ist der Goldpreis bis circa 1980 enorm angestiegen. Aktuell gibt es jedoch kein Goldverbot. Die Grenzen für den anonymen Goldkauf werden immer weiter nach unten verschoben. 2020 könnte es nur noch 2.000 oder 1.000 Euro anonym geben. Der Kauf an sich soll möglich bleiben.

In den 1970er-Jahren herrschten besondere Umstände. Ein 40-jähriges Goldverbot wurde aufgehoben. Aktuell gibt es kein Goldverbot. Deshalb verschiebe ich das Startdatum für den Chartvergleich auf 1980.

Gold schneidet nun dramatisch schlechter ab. Die Rendite des Edelmetalls beträgt rund 150 %. Der schwarze Wilshire bringt es dagegen auf über 6.000 %. Ich denke, das Schaubild spricht auch ohne Erklärung eine klare Sprache.

Warum ist Gold überhaupt wertvoll?

Viel Gold-Fans sagen, Gold ist ein Sachwert. Euro oder US-Dollar sind nur Papiergeld. Nichts wert, weil es bloß Papier ist.

Gold hingegen ist ein Edelmetall, das nur begrenzt verfügbar ist und teuer gefördert werden muss. Allein deshalb ist es wertvoll. Aber wer oder was gibt Gold diesen Wert? Beim Papiergeld heißt es, es würde nur auf dem Vertrauen der Menschen beruhen.

Wo genau liegt da der Unterschied zum Gold? Im Periodensystem gibt es zahlreiche wertvollere Elemente. Der Goldpreis basiert wie das Papiergeld auf dem Vertrauen der Menschen. Es ist das Vertrauen, das Gold seinen Wert verleiht. Und das schon seit ungefähr 6.000 Jahren. Deshalb ist Gold für mich die größte Illusion der Menschheitsgeschichte.

Theoretisch könnte das Interesse für Gold eines Tages sinken. Genauso wie bei Briefmarken. Immer weniger Menschen sammeln Briefmarken, das Hobby stirbt langsam aus. Gold an sich hat kaum einen Wert.

  • Ungefähr die Hälfte der Nachfrage basiert auf Schmuck.
  • Ein gutes Viertel wandert in Investments.
  • 15 % haben die Zentralbanken gekauft.
  • Und nur ca. 8 % der weltweiten Gold-Nachfrage wird für die Industrie benötigt.

Der größte Teil der Gold-Nachfrage kommt also von Schmuck-Käufern. Mode und Trends können sich jedoch ändern. Okay, Gold ist ein echter Kassenschlager. Und das schon seit über 5.000 Jahren. Wahrscheinlich wird es seinen Reiz zu unseren Lebzeiten behalten.

Der Löwenanteil der weltweiten Schmuck-Nachfrage stammt aus Indien und China. Somit ist der Goldpreis zu einem gewissen Teil von nur zwei Ländern abhängig. Das birgt ein gewisses Risiko in sich.

Die echte Stabilität liegt in machtpolitischen Interessen

Doch ich glaube nicht, dass Gold seinen Sexappeal verlieren wird. Dazu sind die Großmächte unserer Welt zu stark im Edelmetall investiert. Sie werden dafür sorgen, dass Gold weiterhin „sexy“ bleibt. Was sie nicht tun werden, ist, dir eine Dividende zu zahlen. Rein von der historischen Rendite gehört Gold nicht ins Depot. Das Edelmetall ist die größte Illusion der Menschheitsgeschichte. Nicht einmal als Inflationsschutz würde ich es kaufen.

Das Edelmetall kann locker 20 Jahre oder länger fallen. Hier siehst du den inflationsbereinigten Chart. Wer 1980 gekauft hat, würde noch heute auf Verlusten sitzen. Bald 40 Jahre sind ein ordentlicher Brocken. Ich bin 31 Jahre alt und weiß nicht, ob ich weitere 40 Jahre erlebe. 15 Jahre bei Aktien sind noch ein überschaubarer Zeitraum.

Für mich ist Gold ein reines Spekulationsprodukt. Kommt es wirklich zur globalen Finanzkrise, sollte der Preis anziehen. Das kann aber nur von kurzer Dauer sein. Vielleicht 2 oder 3 Jahre.

Und dann läuft es vielleicht wie nach der letzten Finanzkrise:

Gold ist für mich ein Spekulationsobjekt. Ich trade damit. Dafür finde ich es sehr spannend. Aber ich kaufe keine Goldbarren, um die Inflation auszugleichen oder mich vor einer globalen Wirtschaftskrise abzusichern. Denk dran: Die Märkte können mehrere Jahre weitersteigen. Mit Gold entgehen dir womöglich hohe Kursgewinne.

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