Jetzt geht’s los: Negativzinsen auf Tagesgeld! | So rettest du dein Geld

Jetzt geht’s los: Die erste Bank in Deutschland erhebt Negativzinsen auf Tagesgeld. Und das nicht ab 500.000 oder 100.000 Euro. Nein, bereits ab dem ersten Euro werden Minuszinsen in Höhe von 0,5 % fällig.

Neben Tagesgeld wird der Negativzins auch fürs Girokonto berechnet. Du bezahlst also deine Bank dafür, dass sie Geld für dich verwahrt. Bisher haben sich die Banken noch zurückgehalten. Negativzinsen wurden nur für vermögende Kunden erhoben. Unter 100.000 Euro fielen keine Minuszinsen an. Damit ist nun Schluss.

In diesem Ratgeber erfährst du alles rund um den neuesten Negativzins-Schock. Ich diskutiere, ob auch du bald betroffen bist. Als Bonus stelle ich dir zum Schluss die besten Alternativen vor.

Der neueste Niedrigzins-Schock

NEWS: Die bayrische Volksbank Raiffeisenbank Fürstenfeldbruck berechnet Negativzinsen ab dem ersten Cent. Alle ab dem 1. Oktober 2019 eröffneten Tagesgeldkonten sind davon betroffen. Es fällt ein sogenanntes Verwahrentgelt von 0,5 % an.

Bei einem Kontostand von 10.000 Euro musst du 50 Euro im Jahr bezahlen. Das ist zwar nicht die Welt, aber eine spürbare Summe.

Sagen wir, Max Mustersparer möchte in zwei Jahren eine Wohnung kaufen. Dafür spart er fleißig Geld und legt es aufs Tagesgeldkonto. Diese Taktik macht Sinn, denn Tagesgeld ist schnell und flexibel. Max kann sich das Kapital direkt auszahlen lassen, wenn er ein passendes Objekt findet.

  • Im Gegensatz zum Sparbuch hätte ihm das Tagesgeldkonto eine kleine Rendite gebracht. Viele Sparbücher zahlen kaum bzw. gar keine Zinsen mehr.
  • Insgesamt hat Max 50.000 Euro für sein Eigenheim angespart. Bei 0,5 % Strafzinsen müsste er seiner Bank 250 Euro im Jahr bezahlen. Findet er erst nach zwei Jahren eine Immobilie, würde er der Bank 500 Euro schenken.
  • Vorausgesetzt, der Minuszins bleibt bei 0,5 %. Theoretisch kann die Verzinsung noch weiter ins Negative abrutschen.

Die Volksbank Fürstenfeldbruck hat sich als erste Bank getraut. Dafür hat sie ein negatives Medien-Echo geerntet. Die Schallmauer ist jedoch durchbrochen. Negativzinsen beim Tagesgeldkonto sind nun nicht mehr Tabu.

Mark Friedrich und Matthias Weik warnen im Focus: »Sparer aufgepasst: Der Negativzins kommt für alle Deutschen!«

Sie sehen die 0,5 % erst als Anfang. In Zukunft hält das Duo Strafzinsen von minus vier bis minus fünf Prozent für möglich. Schuld daran trägt der Euro. Sie sehen die Währung als Experiment und Übeltäter an. Friedrich und Weik sind für negative Crash-Prognose bekannt. Sie warnen regelmäßig vor Krisen und decken versteckte Enteignungen auf.

Mit ihren Prognosen lagen sie einige Male bereits richtig. Deshalb könnten die minus 0,5 % durchaus der Anfang sein. Ziehen andere Banken nach, könnte eine Bank den Negativzins auf – 0,6 % senken. Im Vergleich zu – 0,5 % ist das kaum ein Unterschied. Und schwupps, schon sind wir bei – 1 %. Ob das so wirklich kommt, ist pure Spekulation. Ich würde da nicht so sehr schwarzmalen.

Die Zinsen gehen immer weiter runter!

Die Zinskurse der vergangenen Jahre ist furchtbar anzusehen. Seit der Finanzkrise gingen die Zinsen immer weiter runter. Jetzt wurde ein neuer Tiefpunkt mit den ersten Negativzinsen beim Tagesgeldkonto erreicht.

Aber wer oder was ist Schuld daran? Möchten uns die Banken abzocken oder gibt es vernünftige Gründe für höhere Bankgebühren?

Schuld daran trägt die Politik der EZB unter Mario Draghi.

  • Die Zinsen werden bewusst niedrig gehalten, um die Wirtschaft anzukurbeln.
  • Niedrige Zinsen machen Kredite sehr attraktiv.
  • Unternehmen können sich kostengünstig frisches Kapital besorgen.

Wenn eine Bank ihr Kapital bei der Europäischen Zentralbank parkt, muss sie aktuell 0,5 % Strafzinsen bezahlen. Hier schließt sich der Kreis. Robert Fedinger, Vorstand der Volksbank Fürstenfeldbruck begründete seine Minuszinsen mit den Strafzinsen der EZB. Durch die minus 0,5 % des Tagesgeldkontos werden die Strafzinsen der EZB ausgeglichen. Der Teufel lauert hier jedoch im Detail.

Laut Jürgen Gros geht es der Volksbank um was ganz anders. Das ist immerhin der Präsident des Genossenschaftsverbands Bayern. Gros sagt, die Volksbank möchte mit dem Strafzins in Höhe von 0,5 % neue Kunden abwehren. Das Institut braucht keine weiteren Kundengelder. Deshalb dienen die minus 0,5 % als Abschreckung. So sollen die Bestandskunden geschützt werden.

Weniger Kunden = Besseres Business ?!?

Auf den ersten Blick klingt das seltsam. Wirtschaftliche Betriebe wünschen sich möglichst viele Kunden. So können sie höhere Umsätze erzielen. Die Volksbank stellt dieses Prinzip jedoch auf den Kopf.

Und da stimmt ich Jürgen Gros zu. Sein Argument ist wegen der aktuelle Zinssituation logisch. Bei positiver Zinslage kann die Bank ihr Kapital bei der EZB parken. Sie erhält dafür zusätzliches Geld. In diesem Fall ist jede Bank an möglichst viel Kundengeld interessiert.

Momentan haben wir aber eine ganz andere Situation. Wir stecken in einer Niedrigzinsphase. Die Banken müssen Geld bezahlen, wenn sie ihr Geld bei der EZB parken. Deshalb benötigen sie alternative Investments.

Anscheinend hat die Volksbank Fürstenfeldbruck momentan keine Investmentideen. Sonst wäre sie an mehr Kapital investiert. Deshalb macht mehr Kapital für die Bank keinen Sinn. Und deshalb werden Negativzinsen erhoben, um Bestandskunden zu schützen. Sonst müssten die Kosten für neue Kundengelder an Bestandskunden weitergegeben werden. Ohne Neukunden fallen keine Kosten an.

Bei der ganzen Geschichte gibt es einen Punkt, der mich stutzig macht. Die Minuszinsen gelten nur für Tagesgeldkonten, die seit dem 1. Oktober 2019 eröffnet wurden. Schauen wir da einmal genauer hin.

Dieses Datum hat juristische Gründe. Es ist relativ kompliziert, für Bestandskunden negative Strafzinsen zu erheben. Für neue Kunden ist das kein Problem. Die schreibt man vertraglich irgendwo rein. In den alten Verträgen kommt dieser Punkt jedoch nicht vor.

Ich zitiere Oliver Maier von Verivox: »Will eine Bank von ihren Bestandskunden einen Negativzins erheben, muss sie dies mit den betroffenen Kunden individuell vereinbaren«.

Dies wurde vom Landgericht Tübingen in einem Urteil bestätigt. Eine Bank kann nicht einfach so Negativzinsen einführen.

Das ist eine gute News. Bist du seit Jahren treuer Bankkunde, wirst du wahrscheinlich keinen Negativzins-Schock erleben. Die Bank kann dein Tagesgeldkonto nicht einfach so belasten. Dafür muss sie deine Einwilligung einholen. Erhältst du z. Bsp. ein Schreiben und ignorierst es, droht dir jedoch die Kündigung. Einfach nur die Sache aussitzen bringt also nichts.

Ich bin aber kein Jurist und das ist keine Rechtsberatung. Konsultiere einen Experten, um eine juristisch einwandfreie Antwort zu erhalten.

Gehen wir einmal vom Worst-Case-Szenario aus. Die Bank droht dir mit Negativzinsen.

Was kannst du gegen Strafzinsen machen?

Die Lösung ist eine alte Kaufmannsweisheit.

»Der Kunde ist König.«

Als König lässt du dir dieses Verhalten nicht bieten und gehst zur Konkurrenz. Das ist nicht nur mein Tipp.

Ich zitiere Sascha Straub, Finanzexperte der Verbraucherzentrale Bayern: »Wir raten, solche Banken abzustrafen, indem man wechselt.«

Wegen Summen wie 1.000 oder 3.000 Euro würde ich mir den Stress nicht geben. Bei 3.000 Euro machen 0,1 % Zinsen nur 3 Euro aus. Ein Negativzins von 0,5 % bedeutet 15 Euro an Unkosten. Dafür wäre mir die Zeit für den Wechselstress zu schade.

Ab 5.000 Euro sieht die Sache anders aus. Da sind 0,5 % immerhin 25 Euro. Das ist ein günstiger Restaurantbesuch beim Italiener. 2 Pizzen und zwei Gläschen Wein. Ab 10.000 Euro würde ich auf jeden Fall wechseln. Allein schon, um der Bank zu zeigen, dass es so nicht geht.

Kommen wir nun zum versprochenen Bonus. Ich erkläre dir, wie du dein Geld retten kannst. Hierfür gehe ich die spannendsten Alternativen zu Negativzinsen durch.

1. Zinshopping

Der erste Tipp liegt klar auf der Hand. Du gehst einfach zur Konkurrenz. Googele nach einem Tagesgeldrechner und wechsle zu einer anderen Bank. Diese Strategie nennt sich Zinshopping. Du wechselst von Anbieter zu Anbieter.

Hierzu möchte dir paar Tipps mitgeben:

  • Lies dir die Konditionen genau durch. Da gibt es öfters versteckte Fallen.
  • Einige Banken werben mit attraktiven Zinssätzen wie 0,6 %. Häufig sind diese Angebote auf 1.000 oder 5.000 Euro beschränkt. Achte also unbedingt auf die maximale Anlagesumme.
  • Schau genau nach, wie lange das Angebot gilt. Einige Banken bieten die Top-Zinsen nur 6 Monate an. Danach erhältst du 0,1 % oder weniger. Der Wechselstress geht wieder von Neuem los. Wähle ein Tagesgeldkonto, das dir möglichst langfristig attraktive Zinsen bietet.
  • Schau auf keinen Fall nur auf die reine Verzinsung. Da gibt es öfters versteckte Fallen.
  • Zinshopping hat einen Nachteil: Es verursacht einen enormen Aufwand. Du musst alle paar Monate ein neues Tagesgeldkonto einrichten.

Zum Glück gibt es einen Anbieter, der diese Arbeit für dich übernimmt. Du musst dich dort nur ein einziges Mal registrieren. Und schon kannst du einfaches Zinshopping betreiben. Das Angebot deckt Tagesgeld und Festgeld ab.

Wenn du dein Geld als Tagesgeld anlegst, solltest du aufpassen. Hohe Zinsen gibts oft bei ausländischen Banken. Einige Ländern haben jedoch ein schlechtes Rating. Rumänien ist z. Bsp. ein eher unsicheres Land. Da kann es sein, dass die Einlagensicherung nicht richtig funktioniert.

Deshalb würde ich sichere Banken aus wirtschaftlich stärkeren Ländern bevorzugen. Deutschland oder Frankreich sind da besser aufgestellt.

2. „Kopfkissen-Taktik“

Theoretisch kann man sein ganzes Geld abheben. Unterm Kopfkissen ist es doch wunderbar aufgehoben! So denken einige Verbraucher.

Ich kann davon nur abraten. Was machst du, wenn das Geld gestohlen wird? Tja, Pech gehabt. Im Falle eines Diebstahls ist es weg.

Du kannst natürlich einen Tresor einbauen. Allerdings ist das eine sehr teure Lösung und es bleibt ein gewisses Restrisiko. Da bist du mit den 0,5 % Strafzinsen der Volksbank Fürstenfeldbruck günstiger und sicherer dran.

Zum Glück gibt es noch zahlreiche Anbieter, die dir positive Tagesgeldzinsen zahlen. Deshalb finde ich einen Tresor unnötig. Und das Geld unterm Kopfkissen zu lagern, ist sowieso unsinnig.

3. Festgeld

Tagesgeld hat den Vorteil, dass es ständig verfügbar ist. Du kannst dort dein Geld bequem parken und es jederzeit abheben.

Dagegen legst du beim Festgeld dein Kapital für einen festen Zeitraum an. Das können 6, 12 oder 24 Monate sein. Es sind auch Zeiträume von weit über 5 Jahren möglich. Über diesen Zeitraum kannst du nicht auf dein Geld zugreifen.

Einige Sparer parken ihr Geld als Tagesgeld. Dabei benötigen sie es erst in 3 oder 4 Jahren. Sie möchten sich frühestens in 3 Jahren eine Immobilie kaufen. Wenn du das Geld erst in 2 oder 3 Jahren brauchst, kannst du es auch als Festgeld anlegen. Festgeld ist auch für kürzere Zeiträume wie 6 Monate möglich.

4. Bondora Go & Grow

P2P-Kredite werden gerade überall diskutiert. Und das hat einen guten Grund: Die Rendite fällt vergleichsweise hoch aus.

P2P-Kredite sind private Darlehen. Als Investor legst du dein Geld in dieses Finanzprodukt an. Keine Sorge, das läuft alles ganz einfach über Plattformen ab.

Hier finde ich Bondora wirklich super. Dort musst du nicht mit Karl oder Günter persönlich in Kontakt treten. Du beteiligst dich an privaten Darlehen, die bereits von Banken vergeben wurden. Die Privatpersonen wurden also bereits von einem professionellen Dienstleister überprüft.

Spannen wir nun den Bogen zu Bondora Go & Grow. Das ist ein besonderes Finanzprodukt. Bei normalen P2P-Krediten musst du die monatlichen Zahlungen abwarten. Bis der P2P-Kredit beglichen ist, können mehrere Jahre vergehen.

Bei Bondora Go & Grow kannst du dir dein Kapital plus Zinsen jederzeit auszahlen lassen. Dafür erhältst du 6,75 % an Zinsen. Die Zinsen werden täglich gutgeschrieben.

Bitte beachte: Der Zinssatz kann sich ändern. Zur Veröffentlichung des Videos und die Monate davor waren es konstant 6,75 %.

Klick unbedingt rein, um Negativzinsen zu entfliehen:

Bisher klingen P2P-Kredite wie ein Wundermittel. Doch auch sie haben ihre Risiken. Du kannst theoretisch dein ganzes Geld verlieren. Zahlen die Privatpersonen ihre Schulden nicht zurück, kann das Investment zum Totalverlust werden.

Deshalb würde ich höchstens 10 % meines Kapital in P2P-Kredite stecken. Konservative Anleger sollten ihre Grenze lieber bei 2 bis 5 % setzen. Kommt immer darauf an, wie viel Geld du besitzt und wie viel Risiko du eingehen möchtest. Hast du gerade nur 200 oder 300 Euro rumliegen, kannst du auch die komplette Summe in P2P-Darlehen investieren. Bei 50.000 Euro würde ich jedoch maximal 5.000 Euro in P2P-Kredite anlegen.

5. Aktien und ETFs

Aktien und ETFs sind nicht als kurzfristiger Tagesgeldersatz geeignet. Das möchte ich ausdrücklich betonen. Du solltest eine Anlagedauer von mindestens 10 bis 15 Jahren einplanen. Nach oben sind keine Grenzen gesetzt. Da kannst du auch 50 Jahre oder länger investiert bleiben. Bei kurzfristigen Zeiträumen wie 2, 3 oder 5 Jahren sind Aktien oder ETFs ungeeignet. Du kannst Geld durch kürzere Wertschwankungen verlieren.

Rein historisch konnten die Märkte immer wieder neue Allzeithochs erzielen. Dafür musstest du jedoch eine Sache mitbringen: Geduld. Es gibt keine Garantie, dass es auch in Zukunft so sein wird. Die Chancen stehen jedoch ganz gut, da unsere Welt wahrscheinlich weiterhin wachsen sollte.

Als kurzfristiger Tagesgeldersatz sind Aktien oder ETFs absolut ungeeignet. Brauchst du das Geld mindestens 10 Jahre nicht, kannst du einen Teil in diese Finanzprodukte investieren.

Rechtlicher Hinweis: Jegliche Informationen in diesem Beitrag dienen nur der Information und stellen keine Kauf- oder Verkaufsempfehlung dar. Es wird keine Gewähr für die Richtigkeit der Inhalte übernommen, sie können komplett falsch sein.

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