Beyond Meat ist ein Witz – DIESE Aktie ist der beste Börsengang 2019!

In der Medien wird der geplante Börsengang von Airbnb heiß diskutiert. Vor paar Monaten waren Beyond Meat und UBER das Gesprächsthema Nummer 1. Bei all dieser Prominenz ging ein IPO komplett unter. Am 11. September feierte eine ganz besondere Aktie ihr Börsendebüt.

Kannst du mir sagen, um welche Aktie es sich handelt? Ich wette, die meisten Anleger können diese Frage nicht beantworten. Und das ist auch gut so, denn das macht dieses Unternehmen spannend.

Es handelt sich nicht um irgendein kleines Start-up. Nach SAP ist die neue Aktie das zweitgrößte europäische Technologie-Unternehmen. Um welches Unternehmen es sich handelt und ob die Aktie ein cleveres Investment ist, erfährst du in diesem Beitrag!

Ich möchte dich nicht länger auf die Folter spannen. Das Unternehmen heißt Prosus. Im Gegensatz zu SAP ist Prosus vollkommen unbekannt. Es gibt keine Prosus-Software, wie z. Bsp. die Büroprogramme von SAP.

Das hat einen guten Grund: Prosus ist ein künstliches Konstrukt. In dieses Konstrukt wurde ein Paket an Beteiligungen reingeworfen. Man hat verschiedene Beteiligungen in einen Topf geworfen. Und dieser Topf heißt Prosus. Du wirst also niemals Produkte von Prosus im Media Markt kaufen können. Prosus wird auch keine IT-Software herstellen. Prosus ist einfach nur ein Topf. Um den Wert zu bestimmen, müssen wir uns anschauen, was sich in diesem Topf befindet.

Ein Prosus-Topf kostet aktuell um die 65 Euro. Also zu dem Zeitpunkt, wo ich den Beitrag geschrieben habe.

Jetzt bleibt nur eine Frage offen: Befindet sich in diesem Topf teurer Kaviar oder eine simple Kartoffelsuppe? Im Falle von Kaviar wären 65 Euro ein sehr guter Preis. Da sollte man sich die Aktie ins Depot holen. Dafür müssen wir uns den Inhalt des Topfes ansehen. Bevor wir das tun, sollten wir noch eine andere Frage stellen.

Wer hat den Prosus-Topf zusammengestellt?

Es ist der südafrikanische Medienkonzern Naspers.

Das Unternehmen beschreibt sich selber als globaler Internetkonzern und einer der größten Technologieinvestoren der Welt. Naspers ist in Anlegerkreisen für einen Geniestreich bekannt.

  • 2001 hat sich das südafrikanische Unternehmen mit einem Drittel an Tencent beteiligt.
  • Naspers hat sich den Spaß 32 Millionen US-Dollar kosten lassen.
  • Heute hat diese Beteiligung einen Wert von über 100 Milliarden Dollar.

Naspers hat ein großes Problem. Das Unternehmen hat seinen Sitz in Kapstadt. Südafrika ist ein schönes Land, wenn man die Landschaften anschaut. Als Aktionär kann man sich davon jedoch nichts kaufen. Wenn man die schöne Natur ausklammert, hat Südafrika mit sehr vielen Problemen zu kämpfen. Es gibt politische Unruhen.

Die weißen Farmer fürchten sich vor Enteignungen. Es besteht ein starkes Gefälle zwischen Arm und Reich. Einige warnen vor einer ähnlichen Entwicklung wie in Simbabwe. Dort wurden die weißen Farmer vertrieben. Dadurch ging jedoch wichtiges Know-how verloren, weshalb das Land nicht mehr versorgt werden konnte.

Die politischen Unruhen wirken sich negativ auf die Wirtschaft aus. Außerdem gibt es noch ein weiteres Problem.

Südafrika wächst relativ schwach. Hier siehst du Südafrika im Vergleich zu den USA. In den letzten Jahren sind die USA schneller gewachsen. Doch Südafrika ist ein Schwellenland. Da erwartet man eigentlich ein höheres Wachstum. Die Arbeitslosenquote liegt übrigens bei 27 %. All diese Probleme und viele weitere belasten die südafrikanische Wirtschaft und damit auch die Währung.

In Südafrika wird mit Rand bezahlt. Und genau das ist ein Risiko. Verliert der Südafrikanische Rand an Wert, bleibt eine niedrigere Rendite auf Euro-Basis übrig. Somit birgt Naspers ein verstecktes Währungsrisiko in sich.

Außerdem hat Naspers ein zweites Problem: Die Aktie ist durch die Tencent-Beteiligung extrem im Börsenwert gestiegen. Deshalb macht Naspers einen Löwenanteil der Johannesburger Börse aus. Je nach Kurswert nimmt die Aktie bis zu einem Drittel der gesamten Marktkapitalisierung an. Das ist ein Problem, denn Profi-Investoren dürfen nur bis zu einer bestimmten Gewichtung kaufen. Sie sind gezwungen zu verkaufen, sobald Naspers eine zu große Marktkapitalisierung einnimmt. Und das kam in der Vergangenheit einige Male vor.

Für diese ganzen Probleme hat Naspers eine clevere Lösung gefunden. Du wirst es ahnen: Der wunderschöne Prosus-Topf voller Beteiligungen ist die Lösung.

Der Prosus-Topf wird in den Niederlanden verkauft. Der Börsengang vom Prosus fand an der Börse in Amsterdam statt. Somit spielen die ganzen südafrikanischen Problemen keine Rolle mehr. Sie verpuffen einfach.

Und was hat Naspers davon?

Der südafrikanische Konzern wird zum größten Anteilseigner. 74 % aller Prosus-Aktien bleiben in den Händen von Naspers. Schauen wir jetzt endlich in den Topf rein! Darin befinden sich eine größere Zutat. Prosus setzt also auf eine große Beteiligung. Die anderen Zutaten sorgen für ein bisschen Würze. Aber sie gehen bei der Dominanz der Hauptzutat unter. Als Anleger sollte man sich auf die eine große Zutat fokussieren.

Konkret handelt es sich dabei um Tencent.

Hier siehst du die einzelnen Investment-Bereich von Prosus. Tencent zählt zu den Social Media Plattformen. Zu dieser Sparte zählt auch eine Beteiligung an der russischen mail.ru Group. Diese beiden Beteiligungen gehören zu den Sahnestückchen von Prosus.

Schauen wir uns sie ein bisschen näher an.

  • Prosus ist zu 31,1 % an Tencent beteiligt. Die Anteile von Naspers sind zu Prosus gewandert. Der Wert der Tencent-Aktien wird mit 124 Milliarden US-Dollar beziffert.
  • Die Anteile an der russischen Investmentfirma sind circa 1,4 Milliarden Dollar wert. Prosus hält dort 28 % der Anteile. Mail.ru ist stark im russischen und osteuropäischen Markt involviert. Die Investmentfirma ist für ihre Plattform vkontakte bekannt. Über 100 Millionen Nutzer aus Russland oder der Ukraine nutzen diesen Social Media Dienst.
  • In der Sparte »Essenslieferung« ist Prosus an Delivery Hero beteiligt. Die Bestell-Plattform ist in Deutschland bestens bekannt. Schließlich hat Delivery Hero seinen Sitz in Berlin.

Tencent ist ganz klar die wichtigste Zutat im Prosus-Topf.

Prosus denkt bei seinen Beteiligungen global. Das sieht man wunderschön an den Essenslieferung-Investments.

Delivery Hero ist da ganz klar der Platzhirsch. Die Anteil sind rund 2 Milliarden US-Dollar wert. Damit ist es die zweitgrößte Beteiligung von Prosus. Neben Delivery Hero ist Prosus in Swiggy und iFood investiert. Swiggy ist der Marktführer in Indien und iFood die klare Nummer 1 in Brasilien.

Prosus setzt also nicht nur auf Industriestaaten. Ganz im Gegenteil, die Investments fokussieren sich eher auf Schwellenländer. Das siehst du anhand dieser Karte. Es sind die einzelnen Segmente mit Tätigkeitsbereich abgebildet. Tencent als größtes Investment konzentriert sich auf China. Der Food-Sektor ist fast in jedem Kontinent unserer Welt vertreten. PayU, die Sparte für Zahlungsdienstleistungen, arbeitet vorwiegend in Schwellenländern.

Prosus ist ein spannendes Investment in Schwellenländer. Und das auf zahlreichen Gebieten wie Essenslieferung, Soziale Netzwerke oder Zahlungsdienstleistungen. Allerdings steckt der Löwenanteil in Tencent. Das ist bei Prosus ganz wichtig.

Geht es Tencent schlecht, bringen auch die anderen Beteiligungen wenig. Dann wird sich der Aktienkurs nach unten orientieren. Wächst Tencent stark weiter, wird auch Prosus wachsen. Auch wenn alle anderen Beteiligungen schwächeln sollten.

Apropos Prosus, Tencent und Naspers – beim Aktienhandel stehen günstige Orderkosten an erster Stelle. Es gibt einen Broker, wo du diese Aktien und viele weitere für nur 1 einzigen Euro kaufen kannst:

Sei clever und klick rein, um Gebühren zu sparen.

Der Anteil von Prosus an Tencent übersteigt den kompletten Wert der sonstigen Investments um ein Vielfaches. Du solltest nur dann in Prosus investieren, wenn du an Tencent glaubst. Hältst du nicht vom chinesischen Markt, lass lieber die Finger von Prosus. Du wirst dich nur ärgern, wenn es in jeder Diskussion bei Prosus um China und Tencent geht.

In 10 Jahren können die sonstigen Beteiligungen eine stattliche Größe erreichen. 2001 war Tencent ebenfalls ein No Name, als Naspers in diese Firma investiert hat. Und heute ist Tencent selbst in Deutschland bekannt. Ich würde mich aber nicht darauf verlassen. Tencent ist eine extrem erfolgreiche Wachstumsgeschichte.

Prosus setzt auf starke Megatrends. Nehmen wir als Beispiel die Sparte »Education«. Lernen übers Internet ist ein spannender Trend.

Ich habe damals 10 bis 20 Euro für ein einziges Lernbuch bezahlt. Und das war nur für Mathe Klasse 10 Algebra. Für Geometrie musste ich ein spezielles Buch kaufen. Heutzutage gibt es Online Kurs für alle möglichen Fächer. Die Kurse sind deutlich spannender, da der Inhalt als Video vermittelt wird. Man kann es sich so oft anschauen, bis man den Stoff wirklich verstanden hat.

E-Learning umfasst aber auch Erwachsenenbildung. Udemy ist da ein gutes Beispiel. Die Kurse richten sich an Erwachsene, die etwas lernen möchten. Es gibt Kurse zur Webentwicklung. Du kannst sogar schwarze Rhetorik erlernen.

Theoretisch könnte Tencent ein einmaliger Glückstreffer sein. Vielleicht schneiden die anderen Beteiligungen weniger gut ab.

Das ist zum Glück nicht der Fall.

In diesem Schaubild siehst du die mittlere, jährliche Rendite von allen Investments. Im linken Balken ist Tencent enthalten. Da kommt Naspers auf stolze 40 % im Jahr. Ohne Tencent sind es immerhin jährlich 20 %. Die Zahlen zeigen, dass Naspers seine Investments sorgfältig auswählt. Da Naspers 74 % an Prosus hält, dürfte das wohl auch für Prosus gelten. Ich sehe Prosus als Wachstumsaktie an. Das Unternehmen investiert gezielt in Wachstumswerte aus Schwellenländern. Damit macht sich Prosus ein Stück weit selber zur Wachstumsaktie. Das zeigt sich anhand der Finanzdaten.

Der Fokus von Prosus liegt jedoch nach wie vor in Tencent. Der Rest ist eher Kleinkram. Mail.ru und Delivery Hero sind bisschen größer. Im Verhältnis zu Tencent sind diese beiden Unternehmen eher Kleinkram. Wenn ich es einmal böse ausdrücke: Theoretisch könnte man alles ausklammern und nur auf den Aktienkurs von Tencent schauen.

In der Tat: Naspers und Tencent liefern relativ parallel zueinander. Das gelbe Naspers hat sich jedoch schlechter entwickelt. Wie vorher erwähnt, ist die angespannte Lage in Südafrika einer der Gründe. Im Vergleich zu Naspers sehe ich deshalb Prosus im Vorteil. Die Aktie kann sich freier entwickeln, da es keine politischen Probleme gibt. Die Niederlande ist ein sicheres und stabiles Land ohne wirtschaftliche Risiken. Dagegen ist Südafrika momentan unberechenbar.

Allerdings hat Prosus einen Nachteil. Naspers hält ja 74 % der Anteile. Irgendwann könnte Naspers auf die Idee kommen, sein Investment zu vergolden. Erst März 2018 hat Naspers Tencent-Aktien im Wert von 10 Milliarden US-Dollar verkauft.

Die gute Nachricht: Damals hat man beschlossen, für 3 Jahre keine Tencent-Verkäufe mehr durchzuführen. Ich nehme an, die Regelung gilt wohl auch für Prosus. Ansonsten würde sich Naspers unglaubwürdig machen und den Aktienkurs unnötig belasten. Außerdem ist es bis März 2021 nicht mehr lange hin.

Ich glaube nicht, dass man am 1. März 2021 alle Prosus-Aktien verkauft. Ich denke, es wird erstmals gar nichts passieren. Als Anleger sollte man diesen Punkt trotzdem im Kopf behalten. Sehr schlecht wäre auch ein konstanter Verkauf. Also wenn alle paar Monate Prosus-Aktien verkauft werden. Kommen Gerüchte auf, könnte das den Aktienkurs belasten.

Doch es gibt ein Ruhekissen. Naspers hat in 17 Jahren nur einen einzigen Verkauf durchgeführt. Deshalb würde ich wegen diesem Stichtag ruhig Blut bewahren. Es ist nicht so, dass Prosus leer ausgeht. Ein Verkauf spült frisches Geld in die Kassen, das gut investiert noch mehr Rendite abwerfen kann.

Würde ich jetzt in Prosus investieren?

Meine Antwort lautet Nein! Das mag vielleicht überraschen. Die fundamentale Entwicklung sieht vielversprechend aus. Prosus hat spannende Beteiligungen in Schwellenländern. Allerdings hatte Prosus erst kürzlich seinen Börsengang. Bei solchen Aktien steige ich niemals direkt am Anfang an. Es gibt sehr häufig folgendes Muster:

Du siehst hier, wie sich Facebook nach dem Börsengang entwickelt hat. Zuerst ging es ordentlich runter. Dieses Muster ist sehr häufig bei IPOs zu beobachten. In den ersten Monaten wird ein Abwärtstrend eingeschlagen. Manchmal kommt der Negativtrend sofort wie bei Facebook.

Ich habe gezielt Facebook herausgesucht, da Prosus ein ähnliches Chartbild zeigt.

Aktuell befindet sich Prosus ganz klar im Abwärtstrend. Ich warte da mindestens 1 bis 2 Monate ab, vielleicht sogar länger.

Prosus ist eine spannende Aktie. Sie befindet sich auf meiner Watchlist. Ich schaue mir die Lage in 2 bis 3 Monate genau an und entscheide dann, ob und wann ich kaufe. Momentan ist die Aktie für mich kein Kauf. Sie gehört auf jeden Fall in die Watchlist.

Was sagst du zu Prosus: Würdest du die Aktie kaufen?

Rechtlicher Hinweis: Jegliche Informationen in diesen Beitrag dienen nur der Information und stellen keine Kauf- oder Verkaufsempfehlung dar. Es wird keine Gewähr für die Richtigkeit der Inhalte übernommen, sie können komplett falsch sein.

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