Bald Rezession: JETZT Aktien & ETFs verkaufen?

Deutschland geht den Bach runter. Unsere Wirtschaft soll vor einer Rezession stehen. Automobilkonzerne und Maschinenbauer rutschen langsam in die Krise. Das ist ein großes Problem. Diese beiden Industriezweige bilden das Fundament der deutschen Wirtschaft.

Aus diesem düsteren Konstrukt kann man einen Gedanken ableiten:

»Warum soll ich als Anleger investiert bleiben, wenn schon bald einen Finanzkrise kommt? Da kann ich meine Aktien und ETFs jetzt verkaufen. Und wenn alles gefallen ist, steige ich unten zu Tiefstkursen ein.«

Ob sich das wirklich lohnt, erfährst du in diesem Ratgeber!

Maschinenbauer sehen schweren Zeiten entgegen. Über der Auftragslage ziehen schwarze Wolken auf.

Im August brachen die Bestellungen um 17 % ein.

  • N-tv spricht von einem »Schwarzen August für den Maschinenbau«.
  • Carl Martin Welcker, geschäftsführender Gesellschafter des Werkzeugherstellers Alfred H. Schütte, kommentiert die aktuelle Lage mit den Worten: »Wir befinden uns mitten im Abschwung.«
  • Ein weiteres Alarmzeichen: Der Verband Deutscher Maschinen- und Anlagenbau geht 2020 von einem Produktionsrückgang von 2 % aus.

Der deutsche Maschinenbau ist sowas wie ein Frühindikator. Gehen die Aufträge noch stärker zurück, könnte sich die Krise schon bald verschärfen.

Die deutsche Konjunkturdaten zeigen in Richtung Krise. Derzeit hat die deutsche Wirtschaft am Handelskrieg der USA mit China zu knabbern. Deutschland ist sehr stark von Exporten abhängig. Ein Handelskrieg wirkt sich da gleich umso verheerender auf die Wirtschaft aus.

Technische Rezession droht

In den Medien taucht seit einige Wochen ein wichtiger Krisenindikator auf.

Deutschland könnte schon bald in eine technische Rezession stürzen. Dabei sinkt das Bruttoinlandsprodukt zwei Quartale hintereinander.

Das Handelsblatt schreibt: »Ökonomen und Märkte halten eine Rezession für sehr wahrscheinlich.»

Obwohl die technische Rezession offiziell noch nicht vorliegt, geht die Deutsche Bank fest davon aus. Das Geldinstitut sieht die Weltwirtschaft im negativen Umschwung.

  • Die USA könnten in eine Rezession stürzen.
  • In China ist eine harte Landung möglich.
  • Italien, Hongkong und Iran bieten weiteres Konfliktpotenzial.
  • -> Laut der Deutschen Bank werden diese Konfliktherde in Prognosen nicht ausreichend berücksichtigt. Die Rezession könnte sich also deutlich stärker auswirken, als von Analysten angenommen.

Vor wenigen Tagen kam zumindest für Deutschland die Erleichterung: Eine technische Rezession konnte ganz knapp abgewendet werden.

In den Medien kursiert gerade überall die Rezession 2020. Es gibt durchaus gute Gründe, die für eine Finanzkrise sprechen. Die Wirtschaft geht gerade den Bach runter. Deshalb gehen einige Analysten nächstes Jahr von einem Börsencrash aus.

Natürlich wird dieses Thema auch auf YouTube emsig diskutiert. Ich habe auch ein Video zu dem Thema gemacht, ich habe es im Schaubild markiert.

Schrammt die Welt an der Rezession 2020 vorbei?

Ich persönlich denke, dass es komplett anders kommen könnte. Trump möchte wiedergewählt werden. Steigende Aktienmärkte spielen ihm voll in seine Karten. Deshalb wird er alles tun, damit die US-Märkte steigen. Und das ist gar nicht so schwer. Er muss einen Kompromiss im Handelsstreit mit China schließen. Ich denke, da reicht auch eine Scheinlösung aus. Die Märkte dürften das feiern. Allerdings kommt die düstere Stimmung langsam bei den Verbrauchern an.

Das zeigt sich am deutschen Konsumklima. Die Daten werden jeden Monat von der Gesellschaft für Konsumforschung erhoben.

  • Deutsche Verbraucher erwarten ein niedrigeres Einkommen.
  • Deshalb geht auch die Anschaffungsneigung runter.
  • Im Jahresvergleich von Oktober 2018 auf Oktober 2019 ist das Konsumklima von 10,4 auf 9,8 gesunken.

Bisher hast du zahlreiche negative Argumente gehört. Okay, Trump könnte die Aktienmärkte beleben. Aber die US-Wahlen finden am 3. November 2020 statt. Nach der Wahl dürften Trump die Kurse herzlich egal sein. In den USA ist nur eine Wiederwahl möglich.

Theoretisch könnte die Rezession Ende 2020 erfolgen. Also sollte man am besten seine Wertpapiere so einen Monat vor der US-Wahl halten. Dann verkauft man ganz gemütlich und schaut sich den politischen Zirkus von der Seitenlinie an.

Ja, es kann so kommen. Aber es kann auch ganz anders kommen. Niemand kann das sagen. Und was niemand sagen kann, ist einfach nur wildes Gezocke. Wie beim Roulette, wenn du auf Rot oder Schwarz setzt. Wenn du jetzt deine Aktien und ETFs verkaufst, bist du einfach nur ein Zocker. Du bist aber kein langfristig orientierter Anleger. Sondern einfach nur ein Zocker.

Was wäre passiert, wenn du nach der Konjunktur gehandelt hättest?

Du hättest also deine Aktien und ETFs zu Krisenzeiten verkauft und wärst zu günstigeren Preisen wieder rein.

Du siehst hier den DAX-Chart mit drei verschiedenen Situationen. Die drei Szenarien haben eine Gemeinsamkeit: In den Medien kamen Konjunktursorgen auf. Die deutsche Industrieproduktion ging runter und es wurde von einer möglichen Rezession gesprochen.

2008 kurz vor der Finanzkrise hättest du voll ins Schwarze getroffen. Du hättest deine Aktien wunderbar verkauft und hättest günstiger einkaufen können. Ende 2018 wäre die Strategie ebenfalls mehr oder weniger aufgegangen. Immerhin 10-15 % hättest du dir mit bisschen Geschick sichern können.

Also jetzt alle Aktien und ETFs verkaufen, da die Rezession noch in ihren Kinderschuhen steckt? Das dunkelgrüne Beispiel im Chart zeigt, warum das sinnlos ist. In dieser Situation kamen ebenfalls Rezessionsängste auf, allerdings stiegen die Kurse damals immer weiter. Somit hättest du dir hohe Gewinne entgehen lassen.

Crash-Prognosen sind wie Roulette – mal hat man Glück und dann wieder nicht

Dieses Beispiel zeigt das Problem der Crash-Prognosen. Alle paar Jahre gibt es Rezessionsängste. Irgendwo wird eine Krise größer gemacht, als sie eigentlich ist. Viele Anleger verkaufen daraufhin panisch ihre Aktien und ärgern sich kurz darauf. Niemand kann sagen, wann genau ein Börsencrash kommt. Was ich dir sagen kann, ist die historische Kursentwicklung. Daraus lassen sich statistische Wahrscheinlichkeiten für die Zukunft ableiten.

Hier siehst du die Bullen- und Bärenmärkte im S&P 500. Das ist der wichtigste US-amerikanische Aktienindex. Schau dir einmal die blauen Balken an. Die Bullenmärkte wirken deutlich mächtiger. Sie dauern viel länger als Bärenmärkte an.

Daraus kannst du einen wichtigen Rückschluss ableiten: Langfristige Investoren tun sich keinen Gefallen, wenn sie nach Rezessionen jagen.

Rein historisch ist es deutlich wahrscheinlicher, dass du deine Aktien mitten in einem Bullenmarkt verkaufst.

So entgeht dir wichtige Rendite, die dir womöglich im Bärenmarkt fehlt. Wenn du langfristig denkst, kannst du dir den ganzen Börsencrash-Stress sparen. Lass deine Sparpläne einfach 20 oder 30 Jahre laufen. So wie du es dir von Anfang an vorgenommen hast. Versuche nicht, mit Trading reinzugrätschen. Du verkaufst und dann steigen die Märkte weiter 20 %. Die Rendite fehlt dir später.

  • Im Schnitt dauern Bullenmärkte 50 Monate. Das sind mehr als vier Jahre.
  • Bärenmärkte bringen es auf nur 14 Monate. Das entspricht einem Jahr und paar Monaten.

Rein historisch ist Buy & Hold die schlauere Lösung. Es gibt nämlich alle paar Monate irgendwelche Crash-Warnungen. Sagen wir, du verkaufst dein ganzes Depot und die Märkte steigen immer weiter. Es entgehen dir z. Bsp. 30 % Kursgewinn. Dann bringt es dir wenig, wenn du im Börsencrash 10 % einsparst.

  • Marc Faber kündigte 2014 herum an: »Es riecht nach Crash!«
  • Wenig später sagte er: »Kurse fallen binnen einem Jahr um 30 %.« Was passierte? Die Kurse stiegen nach seiner Crash-Prognose deutlich an. Wer auf ihn gehört hat, hätte sich über 30 % Kursgewinn entgehen lassen.

Crash-Prognosen sind irrational. Ja, es kann wirklich zu einer Rezession 2020 kommen. Allerdings können die Märkte vorher 20, 30 oder sogar 40 % steigen. Ist durchaus möglich, warum nicht? Trump beendet den Handelskrieg und die Börse feiert sich darauf einen ab.

Daher lautet mein Fazit: Wer langfristig investiert, sollte sich nicht vom aktuellen Crash-Gerede beeinflussen lassen. Lass einfach den ETF-Sparplan weiterlaufen. Wenn die Märkte wirklich um 20 oder 30 % einbrechen, dann kannst du die Monatsraten erhöhen. Investiere kurzfristig mehr Geld, um die günstigen Kurse zu nutzen. Den Sparplan würde ich aber ganz normal weiterlaufen lassen.

Ich würde jetzt keine größeren Einmalinvestments tätigen. Rein historisch ist ein Börsencrash durchaus möglich. Der aktuelle Bullenmarkt dauert rund 10 Jahre an. Im Durchschnitt sind es 50 Monate. Ein Börsencrash wird statistisch immer wahrscheinlicher.

Daher würde ich jetzt nicht mit einem großen Einmalinvestment einsteigen. Rein mathematisch ist es besser, sein Geld in monatliche Sparraten einzuteilen.

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Rechtlicher Hinweis: Jegliche Informationen in diesem Beitrag dienen nur der Information und stellen keine Anlageberatung dar. Es wird keine Gewähr für die Richtigkeit der Inhalte übernommen, sie können komplett falsch sein.

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