Was taugt der Smartbroker? ALLE versteckten Gebühren! | meine Erfahrungen zum 4 Euro Broker

Die deutsche Brokerfamilie hat Nachwuchs bekommen. Der Smartbroker ist am 16. Dezember 2019 den Start gegangen. Heute schaue ich mir die Konditionen bis ins kleinste Details an. Ich zeige dir ehrlich, für wen der Broker eine gute Wahl ist und für wen nicht.

1. Hintergrund

Hinter dem Smartbroker steht wallstreet:online. Das ist nach eigenen Angaben Deutschlands größte Finanz-Community. Falls du das Börsenportal noch nicht kennst, bitteschön:

Du siehst die Startseite. Schau nach links oben. Da findest du Werbung zum Smartbroker.

Wallstreet:online ist aber nicht nur wallstreet:online. Am 24. Juni 2019 hat das Börsenportal den Konkurrenten Ariva.de übernommen. Somit konnte wallstreet:online seine Reichweite erheblich vergrößern.

Schau dir die obere grüne Box an. Ariva wirbt aktiv für den Smartbroker, genauso wie diese zwei Börsenportale: FinanzNachrichten.de und BörsenNews.de.

Diese Infos sind extrem wichtig. Günstige Broker sind extrem von ihrer Kundschaft abhängig. Es geht darum, möglichst viele Kunden in kurzer Zeit zu gewinnen. Sonst kann der Broker langfristig nicht profitabel arbeiten.

Beim Smartbroker sollte das kein Problem sein, da die potenzielle Reichweite gigantisch ist. Die wallstreet:online AG bringt es auf eine Reichweite von weit über 5 Millionen Aufrufen im Monat. Das Börsenportal kümmert sich mit all seinen Töchtern um die Vermarktung.

Irgendwer muss jedoch die Depotführung übernehmen. Dafür braucht es eine Banklizenz.

Als Kooperationspartner konnte wallstreet:online die DAB BNP Paribas gewinnen. Wegen der Sicherheit musst du dir keine Sorgen machen. Es gilt die gesetzliche Einlagensicherung in Höhe von 100.000 Euro. Zusätzlich ist DAB BNP Paribas freiwilliges Mitglied im Einlagensicherungsfonds des Bundesverbandes deutscher Banken.

2. Kosten & Konditionen

Kommen wir jetzt zum wichtigsten Punkt. Was ist das Herzstück des Smartbrokers?

Du kannst dort für 4 Euro handeln. Und zwar nicht irgendwo, sondern an allen deutschen Handelsplätzen.

Das ist ein großer Vorteil gegenüber Trade Republic. Bei Trade Republic handelst du zum Pauschalpreis von 1 Euro, aber eben nur über Lang und Schwarz. Der Smartbroker hingegen bietet dir den Handel über alle deutschen Handelsplätze. Das ist wichtig, wenn du weniger bekannte Aktien handeln möchtest. Da kann der Spread bei Trade Republic höher ausfallen. Beim Smartbroker kannst du dir ganz bequem den Handelsplatz mit dem niedrigsten Spread aussuchen.

Ich möchte dir jetzt die wichtigsten Konditionen anhand vom Preis- und Leistungsverzeichnis zeigen.

Das Depot an sich ist kostenlos. Es fallen keine Depotführungsgebühren an. Dieser Punkt ist wichtig, wenn man z. Bsp. am Flatex denkt. Dort wird seit kurzem eine Depotgebühr erhoben.

Du kannst das Depot bequem übers Internet eröffnen. Das geht am einfachsten über meinen Link. Der Link gilt für alle Interessenten aus Deutschland, Österreich oder der Schweiz.

Du kannst das Depot als Deutscher, Österreicher oder Schweizer eröffnen. Das ist sehr spannend, da viele deutsche Broker ihren Service nicht in Österreich oder der Schweiz anbieten. Beim Smartbroker ist das anders.

Hier siehst du die Kosten vom Smartbroker. Es fallen wirklich 4 Euro pro Order an. Die 4 Euro gelten für inländische und elektronische Handelsplätze. Beim außerbörslichen Handel mit Emittenten fallen ebenfalls nur 4 Euro an.

Jetzt kommt der Punkt, wo du vorsichtig sein musst. Beim Smartbroker kannst du auch an ausländischen Börsen handeln. Das ist super, aber nicht ganz so günstig.

Die Basisprovision liegt hier bei 9 Euro. Das wäre vollkommen in Ordnung. Allerdings fällt zusätzlich ein Handelsplatzentgelt an. In den USA liegt es bei mindestens 25 US-Dollar.

Somit solltest du ausländische Börsen eher für größere Summen ab 2.000 Euro nutzen. Dann fällt die Ordergebühr weniger stark ins Gewicht. Bei größeren Summen greift dann das prozentuale Handelsplatzentgelt.

Bei 1.000 Euro müsstest du für US-Aktien 25 Dollar und 9 Euro Basisprovision bezahlen. Das sind zusammen um die 32 Euro herum. Gerechnet auf 1.000 Euro macht das 3,2 % Kaufgebühren.
Für mich ist das zu viel. Da kaufe ich meine US-Aktien lieber über deutsche Handelsplätze.

Namensaktien

Ein weiterer Kostenpunkt sind Namensaktien. Bei einigen Aktien ist die Eintragung ins Namensregister erforderlich.

Hierfür berechnet der Smartbroker einen Euro. Das ist aber marktüblich. Fast jeder Broker berechnet für die Eintragung von Namensaktien eine kleine Gebühr.

Negativzinsen

Die Kontoführung an sich ist beim Smartbroker kostenlos. Das ist super. Allerdings werden Negativzinsen in Höhe von 0,5 % berechnet.

Der Smartbroker spricht von einem Verwahrentgelt. Das ist eine gängige Floskel unter Banken. Verwahrentgelt klingt schöner als Negativzinsen.

Doch es gibt eine gute Nachricht: Die Negativzinsen fallen erst ab einer Cashquote von 15 % an. Wenn du den Großteil deines Geldes langfristig investierst und einen kleinen Teil zum Traden behältst, zahlst du kein Verwahrentgelt.

Der Smartbroker eignet sich nicht als Parkplatz für größere Summen. Es wird ein Verwahrentgelt berechnet.

Es ist also weniger schlau, wenn du dort 30.000 Euro einzahlst und nichts mit dem Geld machst. Du solltest das eingezahlte Geld möglichst schnell investieren. Ein kleiner Cashanteil ist aber vollkommen okay. Investierst du z. Bsp. 10.000 Euro in Aktien, kannst du dort 1.499 Euro bunkern. Dann bist du unter der Cashquote von 15 % und zahlst keine Negativzinsen.

3. ETF-Sparpläne

Werfen wir einen Blick auf ETFs. Für langfristige Anleger sind passive Fonds extrem wichtig. Wie sind da die Konditionen vom Smartbroker?

  • Es gibt insgesamt rund 600 sparplanfähige ETFs.
  • Und nun wird es interessant: 295 von ihnen sind kostenfrei besparen. Dazu zählen ETFs von Amundi, Xtrackers, Lyxor und iShares.

Das sind quasi die wichtigsten ETF-Anbieter. Die Sache hat nur einen Haken. Die kostenlosen ETF-Sparpläne sind zeitlich beschränkt.

  • Amundi und Xtrackers laufen kostenlos bis zum 31.12.2022. Das ist eine sehr lange Zeitspanne.
  • Für Lyxor und iShares gilt der 31.12.2020 als Stichdatum. Das sind immerhin gute 11 Monate von der Veröffentlichung dieses Beitrags aus gerechnet.

Wenn du ETFs von iShares besparen möchtest, ist Trade Republic zu empfehlen. Das geht dort dauerhaft kostenfrei.

Alle anderen ETFs kannst du für 0,2 % der Ausführungssumme besparen. Es fallen mindestens 0,80 Euro an. Die minimale Sparrate liegt bei 25 Euro.

Das sind faire Konditionen. Du kannst beliebte ETFs von iShares und Xtrackers kostenfrei besparen. Behalte aber im Hinterkopf, dass die Aktionen zeitlich beschränkt sind. Vielleicht findet da aber eine Verlängerung statt.

Unter Anlegern sind ETFs von Vanguard extrem beliebt. Das geht beim Smartbroker ebenfalls sehr günstig.

4. Zielgruppe

Kommen wir nun zur Preisfrage: Lohnt es sich für dich, ein Depot beim Smartbroker zu eröffnen? Ich gehe verschiedene Anlegertypen durch. Du kannst dich selber einordnen.

Für kleinere Summen wie 100 oder 200 Euro finde ich den Smartbroker zu teuer. Da fallen die 4 Euro Orderkosten zu stark ins Gewicht. Die Dividendengebühr ist eine zusätzliche Belastung. Da würde ich dir Trade Republic empfehlen.

Ich finde den Smartbroker für drei Anlegertypen extrem interessant:

  1. Anleger, die Summen ab 1.000 Euro investieren.
  2. ETF-Sparer profitieren beim Smartbroker von zahlreichen Aktionsangeboten. Amundi, Xtrackers, Lyxor und iShares lassen grüßen.
  3. Wenn du exotische Aktien handeln möchtest. Da kann der Spread bei Trade Republic sehr hoch ausfallen. Beim Smartbroker stehen dir alle deutschen Handelsplätze offen. Du suchst dir einfach die günstigste Börse aus. Das geht bei Trade Republic nicht. Du bist dort an den außerbörslichen Handel von Lang und Schwarz gebunden.

Beim Smartbroker könnte es schon bald gute News geben.

Thomas Soltau, Vorstand der wallstreet:online AG, stellt Gebührensenkungen in Aussicht.

»Und wir haben noch viel vor. Schon in wenigen Monaten werden wir die Gebühren noch weiter, teilweise auf 0 € pro Trade, senken.«

Quelle: FinanzNachrichten.de

Ich spekuliere jetzt einfach einmal. Trade Republic oder der Gratisbroker können extrem günstige Gebühren durch außerbörslichen Handel anbieten. Bei Trade Republic handelst du für 1 Euro, beim Gratisbroker sogar für 0 Euro. Dafür liegt beim Gratisbroker das Mindest-Ordervolumen bei 500 Euro.

Vielleicht geht auch Smartbroker diesen Schritt und gewinnt Lang und Schwarz als Partner. Dann könnte der Smartbroker ebenfalls Trades für 1 oder 0 Euro anbieten. Das ist aber nur meine persönlich Spekulation. Kann alles falsch sein.

Thomas Soltau hat 0 Euro Trades angekündigt. Kommt das wirklich, wäre der Smartbroker Deutschlands bester Broker. Im Vergleich zu Trade Republic ist der Smartbroker ein vollwertiger Premium-Broker. Du kannst dort an allen deutschen Handelsplätzen und auch bei Auslandsbörsen handeln.

4 Euro pro Trade sind bei Summen ab 1.000 Euro vollkommen in Ordnung.

Bei den ETF-Sparplänen schätze ich das Angebot als sehr gut ein. Es gibt 295 kostenfreie Aktions-Sparpläne. Sie sind zwar zeitlich beschränkt, aber Amundi und Xtrackers laufen bis Ende 2022. Wer nur auf iShares setzen möchte, fährt mit Trade Republic besser. Der Broker wirbt mit dauerhaft kostenlosen ETF-Sparplänen von iShares.

Beim Smartbroker gibt es auch Aktien-Sparpläne. Zum Start sind 93 Aktien für 0,2 % pro Ausführung besparbar. Die minimale Gebühr liegt bei 0,80 Euro. Allerdings musst du Aktien für mindestens 125 Euro besparen.

Fazit

Der Smartbroker bietet dir ein vollwertiges Premium-Depot. Kommen Aktien-Trades für 1 oder 0 Euro, würde der Smartbroker zu Deutschlands bestem Broker aufsteigen. Hier gehts direkt zum Smartbroker:

Klick rein, wenn dich das Angebot überzeugt hat.

2 Kommentare
  • Antworten Tony CORAY

    13. August 2020, 16:16

    Wie ist es mit dem jährlichen Steuerausweis?

  • Antworten Erich

    9. September 2020, 8:58

    Zitat: „Für kleinere Summen wie 100 oder 200 Euro finde ich den Smartbroker zu teuer. Da fallen die 4 Euro Orderkosten zu stark ins Gewicht. Die Dividendengebühr ist eine zusätzliche Belastung. Da würde ich dir Trade Republic empfehlen.“

    Welche Dividendengebühr? Anders als bei Flatex gibt es bei Smartbroker keine Dividendengebühr.

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