Top 5 Finanz-Scams 2020 (und wie du sie vermeidest)

Banken, Politiker oder Crash-Propheten. Irgendjemand möchte immer unschuldige Verbraucher abzocken. Aber nicht mit dir! Heute kläre ich dich über die 5 größten Finanz-Scams 2020 auf. Ich zeige dir, wo die Abzocke im Detail lauert.

1. Rezession 2020

Der erste Finanz-Scam ist die Rezession 2020.

Überall wird über dieses Ereignis gesprochen. Zahlreiche Finanzblogger und YouTuber berichten darüber.

Aber was steckt dahinter?

Die Märkte steigen nun seit 10 Jahren. Es ging in den letzten Jahren immer weiter rauf. Die letzte größere Krise war die Finanzkrise ab 2007. Im Jahr 2008 erreichte sie ihren Höhepunkt. Seitdem gab es mehrere Einbrüche, aber kein Crash konnte mit der Finanzkrise mithalten.

Deshalb scharren die Crash-Propheten mit ihren Hufen. Es gab seit 10 Jahren an den wichtigen Weltmärkten keine größere Krise. Daher muss nun endlich wieder eine Finanzkrise kommen. In den Medien zieht seit einigen Jahren schlechtere Stimmung auf.

Hier einige spontan ausgewählte Schlagzeilen:

  • Wirtschaftsschwäche in Deutschland. Warnung vor der Entwarnung. (Spiegel Online, 29.11.2019)
  • Der deutsche Arbeitsmarkt wankt. (Wirtschaftswoche, 28.11.2019)
  • BRD im Abschwung. Problemzone Deutschland. Sind wir darauf vorbereitet? (Spiegel Online, 10.11.2019)

Auf was genau bitteschön? Etwa auf die sagenumwobene Rezession 2020? Ich tippe das Keyword „Rezession 20“ in Google ein. Die Suchmaschine soll mir die beliebtesten Suchanfragen ausspucken.

Am meisten wird nach Rezession 2020 und Rezession 2019 gegoogelt. Weiter unten folgt Rezession 2021.

Na was denn nun? Menno, jetzt habe ich mich so auf die Rezession 2020 gefreut. Dabei hätte die Rezession laut den Suchanfragen bereits 2019 stattfinden sollen. Oder sie findet erst 2021 statt. Und genau das ist die finanzielle Abzocke. Niemand, wirklich niemand weiß, wann die Rezession kommt. Früher oder später sollte ein Börsencrash kommen.

Info: Ein durchschnittlicher Bullenmarkt dauert circa 9 Jahre.

Da sind wir mit den 10 Jahren bereits drüber. Rein historisch gab es jedoch vier längere Bullenmärkte. Die längste Bullenphase fand um die 1950er Jahre herum statt und hielte 15,1 Jahre an. Der aktuelle Bullenmarkt kann also noch einige Jahre anhalten.

Deshalb solltest du dich nicht von der Rezession 2020 verrückt machen lassen. Ja, ein Börsencrash kann nächstes Jahr kommen. Aber er kann auch ausbleiben. Das weiß niemand. Wie jedes Jahr gibt es negative und positive Argumente für einen Börsencrash.

  • Genauso kann man sagen, dass Trump an steigenden Aktienkursen interessiert ist. Deshalb wird er nächstes Jahr vor der US-Präsidentschaftswahl alles tun, damit die Märkte steigen. Positive News im Handelskrieg mit China wären Balsam für die Kurse.
  • Auf der anderen Seite drücken die Schulden.

Niemand kann sagen, ob es 2020 wirklich zur Rezession kommt. Die jetzigen Prognosen sind pure Spekulation und Wahrsagerei.

Eine Sache kann ich dir aber verraten: Mit den Ängsten der Menschen lässt sich wunderbar Geld verdienen. Ich merke das an meinem YouTube-Kanal. Wenn ich in die Überschrift eine Wort wie „Börsencrash“ einbaue, erhält es automatisch mehr Klicks. Crash-Propheten verdienen sehr oft an Buchverkäufen oder Seminaren.

Sei bei Crash-Aussagen extrem vorsichtig. Da habe ich drei Warnzeichen für dich:

  1. Der Autor veröffentlicht nur negative Artikel oder Videos.
  2. Der Prophet macht jedes Jahr eine neue Crash-Aussage.
  3. Es besteht ein finanzielles Interesse. Der Crash-Prophet verkauft massiv Bücher und Seminare.

2. Teure Brokergebühren

2019 fand eine Revolution in der deutschen Bankenwelt statt. Seit diesem Jahr mischen neue Start-ups den Markt auf. Ich würde sagen, das ist die größte Bewegung seit der Jahrtausendwende. Damals sorgten Online Broker wie comdirect für günstigere Gebühren.

Die neuen Fintechs setzen nun eine Schippe drauf. 2018 verlangten viele Broker um die 10 Euro für eine Order. Einige Broker boten 5 Euro an. 10 Euro war der normale Preis. Soviel verlangten viele Premium-Anbieter. Dieses Jahr wurde die deutsche Broker-Welt komplett auf den Kopf gestellt.

Den Anfang machte Trade Republic. Du kannst dort für nur einen Euro Aktien und ETFs handeln. Seit kurzem sind ETF-Sparpläne für dauerhaft 0 Euro verfügbar.

Das war der nächste Schlag gegen die deutsche Brokerwelt. Die meisten Anbieter verlangen 1,5 % der Sparsumme. 0 Euro Sparpläne sind meist zeitlich beschränkt. Bei Trade Republic gibt es dauerhaft ETF-Sparpläne für 0 Euro.

Trade Republic ist nicht der einzige Anbieter. Es strömen immer mehr Billig-Broker auf den Markt.

Ein Beispiel ist der Gratisbroker. Ja, so heißt der Broker wirklich. Du kannst dort Aktien für 0 Euro kaufen. Ja, wirklich. 0 Euro. Allerdings liegt die Mindestorder bei 500 Euro.

Es gibt kaum Argumente, die für sogenannte Premium-Broker sprechen. Ich höre öfters, dass einige Verbraucher nicht per App traden möchten.

Ich finde dieses Argument sinnlos. Die meisten Sparer legen einen ETF-Sparplan an und kaufen sich vielleicht alle paar Monate eine Aktie. Ob man das am Computer oder per App macht, ist komplett egal. Doch das ist kein Problem mehr. Start-ups wie der Gratisbroker haben diese Lücke erkannt. Du kannst da per Desktop handeln.

Wie können sich Broker mit 0 oder 1 Euro finanzieren?

Das geht ganz einfach. Günstige Broker sparen sich unnötige Ausgaben ein. Bei sogenannten Premium-Brokern zahlst du für nicht erforderliche Leistungen. Ich brauche keinen telefonischen Support in der Nacht vom Samstag auf Sonntag um 2 Uhr nachts. Du auch nicht? Bei manchen Brokern zahlst du für diese Leistungen.

Die Billig-Broker bieten nur ein Minimum an Leistungen und das ist super.

  • Trade Republic und Co. verdienen an der Rückvergütung. Du tradest dort über Lang und Schwarz.
  • Für jeden Trade kassiert Trade Republic Geld. Je mehr du tradest, desto mehr Kohle für den Billig-Broker.
  • Lang und Schwarz verdient sein Geld über den Spread. Das ist die Differenz zwischen Kauf- und Verkaufskurs.
  • So schließt sich der Kreis.

Tipp: Bei exotischen Werten solltest du vorsichtig sein, da kann der Spread höher ausfallen. Bei ganz normalen DAX-Werten oder Aktien wie Apple oder Amazon finde ich Billig-Broker super.

Hier findest du einen Ratgeber, wo ich dir genau erkläre, wie Billig-Broker ihr Geld verdienen.

2020 sollte sich die Entwicklung noch weiter zuspitzen. Ich denke, es kommen Aktien-Sparpläne hinzu. Außerdem sollten viel mehr Start-ups in diesem Markt drängen. JustTrade lässt grüßen. Etablierte Broker sehen schweren Zeiten entgegen.

Wer 2020 noch immer 10 Euro für eine Order bezahlt, spielt den barmherzigen Samariter für seine Bank. Wenn du Geld zu verschenken hast, spende es doch lieber einem Tierheim.

3. Finanztransaktionssteuer

Der nächste Finanz-Scam kommt aus der Politik. Bis 2021 soll eine Finanztransaktionssteuer eingeführt werden. An und für sich ist das eine gute Idee. Ursprünglich wollte man Spekulanten stärker besteuern. Schließlich waren sie für die Finanzkrise mitverantwortlich. Die Sache hat aber einen Haken.

Olaf Scholz möchte Klein-Anleger zur Kasse bitten. Es sollen nur Aktien besteuert werden. Spekulative Finanzprodukte wie CFDs bleiben von der Steuer verschont.

Spätestens ab 2021 werden für Aktienkäufe 0,2 bis 0,3 % der Summe fällig. Kaufst du dir für 10.000 Euro Aktien, musst du 20 bis 30 Euro an Steuern abdrücken. Natürlich gilt die Transaktionssteuer auch für ETFs. Denn ETFs basieren auf Indizes und diese basieren wiederum auf Aktien.

Dachtest du wirklich, du kannst dem deutschen Finanzamt entfliehen? Nein, da brauchst du dir keine Sorgen zu machen. Olaf Scholz und damit die SPD möchten kräftig bei Sparern zulangen.

Ich fasse zusammen:

  1. Olaf Scholz möchte eine Anti-Zocker-Steuer einführen.
  2. Deshalb besteuert er künftig Aktien und ETFs. Das sind die Anlageprodukte der kleinen Sparer. Also das, womit Hansi und Brunhilde ihre Rente aufstocken möchten.
  3. Doch echte Zockerprodukte wie Optionsscheine, Binäre Optionen oder CFDs werden verschont.
  4. Die Finanztransaktionssteuer ist also nichts weiter als eine Aktienumsatzsteuer.

Mein Fazit: Die SPD tut alles, um unter die 5 % Marke zu rutschen.

4. Negativzinsen

In der Bankenwelt erleben wir momentan zwei Trends.

  • Auf der einen Seite stehen Fintechs, die mit günstigen Gebühren werben.
  • Und dann gibt es die etablierten Banken.

Die Banken haben unter der Zinspolitik der EZB zu leiden. Im Vergleich zu Start-ups unterhalten sie ein teures Filialnetz. Das kostet Geld. Nun kommt der springende Punkt: Wenn eine Bank ihr Geld bei der EZB parkt, muss sie dafür Strafzinsen bezahlen.

Aber warum tut sie das überhaupt?

Du kannst es dir so vorstellen: Jede Bank hat quasi ein Konto bei der EZB. Genauso wie du bei der Bank dein Konto hast. Die Bank benötigt eine Reserve, um Kunden wie dich zu bedienen. Daher muss sie einen Teil ihrer Rücklagen bei der EZB parken. Die Europäische Zentralbank belohnt die Bank mit -0,5 % für dieses Service. Das heißt, die Bank muss 0,5 % an Strafzinsen bezahlen.

Immer mehr Bank fangen damit an, diese Kosten an private Verbraucher weiterzugeben.

Erst seit kurzem gibt es das erste Tagesgeldkonto mit Strafzinsen. Die Volksbank Fürstenfeldbruck bei München hat sich zu diesem Schritt entschlossen. Aus Marketing-Gründen bezeichnen viele Banken diese Minuszinsen als Verwahrentgelt. Lass dich nicht von diesem Begriff täuschen. Dahinter stecken Strafzinsen oder Minuszinsen. Verwahrentgelt klingt aber eleganter und weniger abschreckend.

Horst Biallo untersucht regelmäßig Strafzinsen deutscher Banken. Sein Fazit: Inzwischen kassieren mehr als 150 Banken und Sparkassen Strafzinsen.

Bisher haben Banken vermögende Kunden zur Kasse geben. Negativzinsen fielen ab Beträgen wie 100.000 Euro an. Neu ist, dass Banken nun ab dem ersten Euro zugreifen. Anscheinend denkt nun die zweitgrößte Volksbank Deutschlands über Strafzinsen nach. Das ist die Filiale in Frankfurt.

Negativzinsen könnten sich zum größten Finanz-Scam 2020 entwickeln.

Als Finanz-YouTuber habe ich eine klare Meinung: Erhebt eine Bank Strafzinsen, würde ich wechseln. Und das dauerhaft! Es gibt zahlreiche Banken in Deutschland, die ihre Kunden fair behandeln. Geh zur Bank, die dich am fairsten behandelt.

5. Kryptowährungen

Kryptowährungen sind mein letzter Finanz-Scam. Fans von Bitcoin, Ethereum, Litecoin und Co. werden nun entsetzt aufatmen. Wie kann ich es wagen, Bitcoin als Scam zu bezeichnen? Ich kann dich beruhigen. Mir geht es nicht um halbwegs seriöse Währungen wie Bitcoin.

Ich sehe zwei Abzock-Gefahren bei Kryptowährungen:

  1. Drittangebote für Bitcoin
  2. Altcoins

Fangen wir mit den Drittangeboten an. Es gibt Anbieter, die mit günstigem Bitcoin-Mining werben. Für kleines Geld kann man sich an einer Bitcoin-Farm beteiligen. Einige dieser Farmen sind Scams. Du investierst Geld, aber erhältst niemals etwas dafür. Das Krypto-Universum ist voller Fakes. Da musst du extrem aufpassen.

Auf Twitter sind sehr viele Scamer unterwegs. Die Plattform Binance warnt sogar ausdrücklich davor. Und das ist sehr wichtig. Die Scamer erstellen Accounts, die dem offiziellen Account verdächtig ähnlich sehen. Dann wird ein Gewinnspiel angepriesen. Um daran teilzunehmen, muss man an eine bestimmte Adresse eine Gebühr schicken. Im Kommentarbereich findest du zahlreiche positive Kommentare. Die Leute bedanken sich für das Gewinnspiel und wie super alles geklappt hat. Aber Vorsicht, die Kommentare sind ebenfalls Fake.

Ich glaube, es gibt nirgendwo mehr Fakes als in der Krypto-Szene.

Altcoins sind als Scam deutlich schwerer zu erkennen. Unter Altcoins versteht man alternative Kryptowährungen. Das sind alle anderen Münzen, die neben Bitcoin existieren. Einige sind einigermaßen seriös, andere weniger. Gefühlt kommt jeden Tag eine neue Altcoin heraus.

Auf den ersten Blick scheint hinter jeder Kryptowährung eine interessante Idee zu stecken. Meine Meinung: 99 % der Altcoins sind kompletter Mist. Das alles ist nur meine persönliche Meinung und keine Anlageberatung.

Bitconnect gilt als berühmtester Scam der Kryptoszene. Hier siehst du das Drama in voller Länge. Nachdem der Kurs 2017 regelrecht explodiert ist, brach die Münzen 2018 komplett ein. Viele Anleger haben weit über 90 % ihres Einsatzes verloren.

Bitcoinnect ist keine Ausnahme. Es gibt zahlreiche Kryptowährungen mit einem ähnlichen Kursverlauf. Deshalb musst du sehr vorsichtig sein. Vor allem, wenn Bitcoin steigt, wächst die Gier der Anleger. Der Verstand setzt aus, wenn Scamer von über 1.000 % Kursgewinn sprechen. Fall nicht auf solche Scams rein.

Rechtlicher Hinweis: Jegliche Informationen in diesem Beitrag dienen nur der Information und stellen keine Anlageberatung dar. Es wird keine Gewähr für die Richtigkeit der Inhalte übernommen, sie können komplett falsch sein.

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