Wie finanzieren sich 0 Euro Broker? | Geschäftsmodell einfach erklärt! (Trade Republic, justTrade)

Zahlst du 5, 10 oder 20 Euro pro Trade? Das ist sowas von 2018! In diesem Jahr gab es eine Broker-Revolution. Den Anfang machte Trade Republic. Du kannst dort für nur einen einzigen Euro Aktien und ETFs kaufen.

Einige Broker bieten den Aktienhandel komplett kostenlos an. Da fällt selbst dieser eine mickrige Euro weg. Das ist z. Bsp. bei Revolut oder Trading 212 möglich. Dies sind jedoch ausländische Anbieter. Sie haben beide ihren Sitz in London.

Da fragt man sich als cleverer Anleger: Geht da wirklich alles mit rechten Dingen zu? Ich möchte mein Depot bei einem seriösen Broker eröffnen. Der Broker soll nicht nach 10 oder 20 Monaten pleite sein. Das wäre bloß unnötiger Stress. Aber wie kann sich ein Broker von 0 Euro Ordergebühren finanzieren? Der eine Euro von Trade Republic ist auch so gut wie geschenkt!

Etablierte Broker wie die Consorsbank verlangen um die 10 Euro. Und das sogar für geringe Summen wie 200 Euro. Damit lohnen sich kleinere Beträge nicht. Man sollte mindestens 500 oder eher 1.000 Euro anlegen, um die Ordergebühr prozentual gering zu halten.

Jetzt kommen die Billig-Broker daher und machen es für einen oder gar keinen Euro. Ich war da sofort misstrauisch. Deshalb habe ich mir das Geschäftsmodell der neuen Broker genau angesehen. Ich habe den Billig-Brokern auf die Finger geschaut. In diesem Beitrag erfährst du, wie sich die neuen Anbieter finanzieren und ob du ihnen trauen kannst!

In den USA sind günstige Gebühren vollkommen normal. Robin Hood ist dort der bekannteste Broker. Das Unternehmen wurde 2013 gegründet und erlebte einen regelrechten Hype. Robin Hood startete zunächst mit einer Warteliste durch. Innerhalb von 30 Tagen meldeten sich 100.000 Personen an. Inzwischen hat Robin Hood über 3 Millionen Benutzer.

Deutsche können Robin Hood nicht nutzen. Ich habe dir aus einem anderen Grund von diesem Broker erzählt. Robin Hood beweist, ein 0 Euro Broker kann funktionieren. Provisionsfreier Wertpapierhandel ist kein Märchen. Richtig geplant, sind Trades für 0 oder 1 Euro ohne Probleme möglich.

Deutsche Verbraucher müssen aufwachen. Ich lese in Foren immer wieder, dass sich ein Broker für 1 € niemals finanzieren kann. Das ist aber totaler Quark. Da lässt man sich zu stark von den bisherigen Preisen beeinflussen.

Du musst eher so denken: Du hast bisher viel zu viel für deine Trades bezahlt. 0 oder 1 Euro sind ein absolut fairer Preis. Denn die Banken verdienen auch mit einer Ordergebühr von 0 Euro an dir.

Die Billig-Broker besitzen ein Erfolgsrezept. Sie haben die unnötigen Ausgaben extrem weit nach unten geschraubt. Allein deswegen können sie niedrigere Orderkosten anbieten. Bei einem älteren Broker zahlst du womöglich für Leistungen, die du gar nichts benötigst.

  • Charttechnik? Nein, brauche ich nicht. Dafür habe ich andere Tools wie Guidants, die sowieso besser sind.
  • Irgendwelche News-Tools oder sonstiger Content? Dafür habe ich Apps und was weiß ich.
  • 24/7 Kunden-Service und Video-Chats? Brauche ich nicht, eine simple Hotline reicht aus und die muss NICHT sonntags, wenn die Börsen geschlossen haben, 10 Stunden verfügbar sein.
  • Im schlimmsten Fall: Bankschalter? Hilfe, dafür möchte ich bestimmt nicht zahlen (tut man aber bei einigen Banken).

Es gibt noch viel mehr unnötige Leistungen. Das war nur eine kleine Auswahl. Kommen wir zum wichtigeren Punkt.

Was ich wirklich brauche:

  1. Möglichst günstige Orderkosten.
  2. Einfache Steuern fürs Finanzamt.

Den ganzen anderen Schnickschnack brauche ich nicht. Nur auf diese zwei Punkte kommt es beim Aktienhandel an. Und genau das liefert z. Bsp. Trade Republic. Sonst hat die App kaum etwas zu bieten. Doch das ist gut so. Gerade weil sich die Billig-Broker aufs Wesentliche konzentrieren, können sie Trades für 0 oder 1 Euro anbieten. Dabei setzen die neuen Anbieter auf modernste IT-Systeme. Daraus ergibt sich ein starker Vorteil.

Trade Republic einiges an Kosten einsparen. Im Endeffekt kostet die Abwicklung eines Trades nur noch Centbeträge. Dagegen zahlst du bei etablierten Banken womöglich für veraltete IT-Systeme drauf. Professionelle Investoren glauben übrigens an die Billig-Broker. Creandum und Project A haben gemeinsam 10 Millionen Euro in Trade Republic investiert. Project A hat hierzu ein spannendes Statement veröffentlicht.

Tap, Tap, Trade.

Dieses drei Worte stellen für Project A das Erfolgsgeheimnis dar. Deshalb haben sie in Trade Republic investiert. Die Nutzer müssen nur kurz auf den Bildschirm tippen, um Aktien zu kaufen.

Es sind exakt 3 Schritte, Tap, Tap, Trade. Bei anderen deutschen Brokern sind im Schnitt 12 Schritte erforderlich.

Das ist sehr viel Aufwand. Einige Verbraucher dürften sich davon abschrecken. Dagegen sind es bei Trade Republic nur 3 Schritte. Tap, Tap, Trade. Aktien kaufen geht schnell und macht sogar Spaß. So sinken die Hürden für den Aktienkauf erheblich. Die App ist benutzerfreundlich gestaltet und lädt zum Aktienhandel ein. Trade Republic ist also daran interessiert, dass die Nutzer sehr viel handeln. Und so natürlich auch die Geldgeber. Je mehr getradet wird, desto mehr verdient Trade Republic.

Aber wie genau verdient Trade Republic sein Geld? Okay, man kassiert 1 Euro pro Order. Andere Broker machen es jedoch für 0 Euro. Und wer weiß, vielleicht zieht Trade Republic bald nach, wenn justTrade mit 0 Euro durchstartet. Spitze jetzt deine Ohren, denn nun kommt die Geldquelle. Project A hat wegen Tap, Tap, Trade in den Online Broker investiert. Trade Republic erleichtert aktives Aktien-Trading. Selbst mit kleinen Beträgen wie 100 Euro kann man Aktien handeln. Und genau daran verdient Trade Republic sein Geld.

Trade Republic kooperiert mit zwei Handelsplattformen:

  • Lang und Schwarz
  • und HSBC.

Über Lang und Schwarz werden die Aktientrades abgewickelt. Für jeden Trade erhält Trade Republic eine sogenannte Rückvergütung. Pro 100 Euro sind das mehrere Cent. In den AGB von Trade Republic steht geschrieben:

»Diese Zahlungen z.B. sog. Abwicklungskostenzuschüsse belaufen sich auf bis zu € 3,00 pro Kundenorder.« Somit verdient der Broker bis zu 3 Euro pro Trade.

Deshalb ist Trade Republic auf aktive Trader angewiesen. Und hier schließt sich der Kreis. Die Billig-Broker laden zum Trading ein. Ich erinnere an das »Tap, Tap, Trade«-Prinzip. Es braucht nur wenige Klicks, um einen Trade abzuschließen.

Aktienhandel ist über die modernen Billig-Broker viel einfacher und optisch angenehmer. Die Apps sind hübsch gestaltet. Man sieht direkt seinen Kontoverlauf. Alles ist ordentlich und übersichtlich angeordnet. Wenn ich mich dagegen bei meinem alten Broker einlogge. Himmel hilf, gefühlt hat sich da seit 20 Jahren nichts verändert. Alles wirkt schwer und kompliziert. Das spartanische Design von Trade Republic und wie sie alle heißen fokussiert sich aufs Wesentliche, nämlich aufs Trading.

Und genau darauf sind die Billig-Broker angewiesen. Inaktive Kunden kosten sie Ressourcen, aber bringen keine Einnahmen. In der Regel wird keine Grundgebühr verlangt. Die Broker sind an aktiven Kunden interessiert. Das Geld fließt durch die Rückvergütungen von den Partnerbanken. Daraus ergibt sich jedoch ein Kritikpunkt.

Der Partner will auch etwas verdienen. Irgendwo wird man dann schon seine Spesen bezahlen müssen.

Dieses Argument bekomme ich immer wieder zu hören. Dahinter verbirgt sich die Ungläubigkeit, dass es etwas geschenkt gibt. Schließlich zahlte man bisher 10 oder 20 Euro für eine Aktienorder. Wie sind da plötzlich 1 oder 0 Euro möglich?

Liegt hier ein Betrug vor oder läuft alles seriös ab? Ich kann dich beruhigen: Trade Republic ist ein sicherer und zuverlässiger Online Broker mit einem tollen Depot!

Die wichtigsten Argumente hast du ja schon gehört. Aber es stimmt, irgendwie muss der Partner sein Geld verdienen.

Aktien für 0 € – ist das seriös?

Da ich diesen YouTube-Kanal betreibe, kenne ich mich mit Online Marketing aus. Und da kann ich dir verraten: Provisionen zur Kundenwerbung sind völlig normal. Wusstest du, dass viele CFD Broker 600 Euro oder mehr pro Kunde bezahlen?

Du kannst dir die Rückvergütung als eine Art Provision vom Handelspartner an Trade Republic vorstellen. Trade Republic könnte auch zu einem Konkurrenten geben. Es gibt genügend Handelsplätze in Deutschland. Lang und Schwarz bezahlt jedoch eine attraktive Vergütung, damit Broker ihre Trades über Lang und Schwarz abwickeln. Das Geld der Rückvergütungen ist also eine simple Werbeprämie der Handelspartner. Marketing-Ausgaben, um es auf ein Wort zu bringen.

Der Marktplatz kassiert sein Geld durch Spreads. Das ist die Differenz zwischen Kauf- und Verkaufskurs.

Hier siehst du den Spread bei Amazon. Die Aktie ist rein zufällig gewählt und dient nur als Beispiel. Der Kaufkurs unterscheidet sich vom Verkaufskurs. Ganz einfach gesagt: Der Marktplatz verdient an dieser Differenz. Im Falle von Lang und Schwarz sind es 40 Cent. Ein kleiner Teil dieses Spreads wird als Rückvergütung benutzt, also quasi für die Marketing-Ausgaben.

Du siehst, die Rückvergütung regnet nicht vom Himmel, sondern wird seriös erwirtschaftet. Der Marktplatz verdient am Spread und kann so die Rückvergütung bezahlen. Beim Spread musst du jedoch aufpassen. Bei stark gehandelten Aktien gibt es meist einen fairen Spread. Da zahlt man höchstens 1 % drauf.

Bei Amazon machen die 40 Cent nur rund 0,03 % von der Kaufsumme aus. Das ist fast gar nichts. Man kann das fast schon vernachlässigen. Jetzt kommen wir zur Spread-Falle. Bei unbekannten Aktien sieht es nämlich anders aus. Da kann der Spread mal eben über 5 % liegen.

Hier siehst du die sino AG:

Noch nie gehört? Trade Republic ist eine Beteiligung der sino AG. Bei dieser Aktie beträgt der Spread 40 Cent. 4,44 Euro zu 4,84 Euro sind 40 Cent Preisunterschied. Der Spread-Unterschied nach dem Kauf beträgt rund 8 %. Im Vergleich zu den 0,03 % von Amazon sind das Welten. Auch hier gilt: Die sino AG ist ein zufälliges Beispiel, das nur der Information dient.

Vor dem Kauf solltest du immer den Spread prüfen. Bei Billig-Brokern kann dieser sehr hoch liegen. Das hast du am Beispiel gerade gesehen. In der Regel ist der Spread bei viel gehandelten Werten niedrig. Du musst vor allem bei unbekannten Aktien aufpassen. Da gibt’s die größten Spread-Gefahren.

Geschäftsmodell der Billig-Broker

Natürlich müssen die günstigen Online Broker auch Ausgaben wie Personal und IT bezahlen. Um die Grundausgaben zu decken, ist eine bestimmte Kundenzahl erforderlich. Je nach Broker können das mehrere zehntausend Kunden sein. Erst dann wird der Broker profitabel und kann sich langfristig behaupten.

Der US-Broker Robin Hood dürfte da wohl keine Probleme haben. Mit über 3 Millionen Nutzern ist der Billig-Broker mehr als profitabel. Trade Republic bringt es auf eine fünfstellige Kundenzahl. Bei den 0 oder 1 Euro Brokern geht es am Anfang nur ums Wachstum. Der deutsche Markt ist noch relativ jung. Die Kundengewinnung steht an erster Stelle. Der Profit kommt dann irgendwann später.

Aber was passiert, wenn der Billig-Broker scheitert?

Bei einem deutschen Anbieter ist das weniger wild. Aktien und ETFs gelten in Deutschland als Sondervermögen. Das heißt, sie sind bei einer Insolvenz geschützt. Die Gläubiger können nicht einfach auf deine Aktien zugreifen. Im Insolvenzfall kannst du sie auf ein anderes Depot übertragen.

Hast du Geld auf dem Depot herumliegen, ist es über die gesetzliche Einlagensicherung abgesichert. Das gilt bis zu einer Summe von 100.000 Euro.

Die gesetzliche Einlagensicherung ist gut und sinnvoll, aber kein 100%iger Schutz. Sagen wir, in Deutschland gehen einige Banken auf einmal pleite. Dann wäre die Einlagensicherung sehr schnell ausgeschöpft. Deutsche Broker werden von der Bafin beaufsichtigt. Sie müssen strenge Kriterien zur Zulassung erfüllen. Deshalb sehe ich die neuen Billig-Broker als seriös an.

Es ist allerdings Vorsicht geboten. Revolut oder Trading 212 sind britische Anbieter. Daher gibt es keine deutsche Einlagensicherung. Es gelten die britischen Sicherheitsregeln. Außerdem kann die Steuererklärung etwas komplizierter sein. Aus diesem Grund würde ich einen deutschen Billig-Broker wie Trade Republic bevorzugen.

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Jetzt bist du übers Geschäftsmodell der Billig-Broker aufgeklärt:

  • Im Endeffekt geht es darum, möglichst schnell viele Kunden zu gewinnen.
  • Die Kunden sollen aktiv handeln, da die Broker ihr Geld per Rückvergütung verdienen.
  • Dieses Geld kommt von den Handelspartnern.
  • Und die Handelspartner verdienen ihr Geld wiederum an den Spreads. So schließt sich der Kreis.
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